Wuppertal ermahnt und erinnert
- Bleicherstraße katholische Kirche
- Charlottenstraße 34
- Dickmannstraße 25
- Erholungsstraße 19
- Gräfrather Straße 25
- Hopfenstraße 6
- Kirschbaumstraße 29
- Löwenstraße 4
- Meisenstraße 22
- Neumarktstraße 46
- Reiterstraße 3
- Südstraße 61
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Man stolpert mit dem Kopf
Stolpersteine sind Mahnmale, polierte Messingplatten mit Namen und Daten. "Hier wohnte...."
Man geht seinen Weg, stutzt, hält kurz an, erinnert sich an den Menschen, der einmal hier wohnte, der ein Opfer des Nationalsozialismus geworden ist.
"Verschleppt, deportiert, umgebracht" erfahren wir von den Steinen im Gehweg.
Diese halten die Erinnerung an die Menschen, die zu Nummern degradiert und grausam ermordet wurden.
Gunter Demnig
ist Künstler und lebt in Köln. Seit 2000 verlegt er die Steine als seinen Beitrag, das Leben der Ermordeten vor dem Vergessen zu bewahren.
Mittlerweile sind es bundesweit über 80.000.
Vielfache Auszeichnungen erhielt Gunter Demnig für sein couragiertes Engagement für soziale Gerechtigkeit und verfolgte Minderheiten: den Erich-Mühsam-Preis am 26. April 2009; am 23. September 2009 die Josef-Neuberger-Medaille von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, die ihm 2008 durch Bundeskanzlerin Angela Merkel verliehen wurde.
18.12.2006
einstimmige Annahme der Schenkung des Mahn- und Kunstprojektes "Stolpersteine" durch den Rat der Stadt Wuppertal.
Bleicherstraße katholische Kirche
Charlottenstraße 34
Dickmannstraße 25
Erholungsstraße 19
Hier wohnte früher die jüdische Familie Berger: Alexander Berger, war der Betreiber des Bettenhauses "Gebrüder Alsberg; auf Grund des Boykotts durch die nationalsozialistischen Gewaltmaßnahmen musste er Konkurs anmelden; seit der Reichspogromnacht wurde er in Haft gehalten. Am 26/27.10.1941 wurde er von Düsseldorf aus nach Lodz deportiert. Wahrscheinlich wurde er von dort am 12. September 1942 nach Chelmno "ausgesiedelt" und da vermutlich sofort vergast.
Seine Frau Henriette, geb. Moll, war bereits um Ostern 1938 an einem unversorgten Darmverschluss gestorben. Seine beiden Mädchen Margot und Ruth konnten gerade rechtzeitig mit den so genannten "Kindertransporten" nach England entkommen.
Außerdem lebte im Haushalt Henriette Bergers Mutter Josefine Moll, geb. Wolff, die am 20. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde und dort am 7. Juli 1943, 79jährig, starb.
Gräfrather Straße 25
Hopfenstraße 6
Kirschbaumstraße 29
Löwenstraße 4
Hier wohnte die Familie Falkenheim: Berthold, geb. am 13.09.1895 in Elberfeld, Lieschen am 21.07.1897 in Beverungen, Johanna, geb. am 17.04.1933 in Elberfeld, Margot, geb. am 22.11.1925 in Barmen.
Alle vier wurden am 10. November 1941 ins Ghetto nach Minsk deportiert.
Meisenstraße 22
Neumarktstraße 46
Reiterstraße 3
Izcok und Rita Gerszt waren Wuppertaler Widerstandskämpfer, die im Zuge der Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse verfolgt und später in Auschwitz bzw. Bernburg von den Nazis ermordet wurden. Yzchok Gerszt wurde am 16.10.1901 in Polen geboren, wanderte 1920 nach Deutschland ein, arbeitete als Schneider und Reisender. Politisch engagierte er sich in Wuppertal ab 1924 in der KPD. Bis 1933 war er u.a. im Vorstand des jüdischen Arbeiter- Kultur-Vereins an der Klotzbahn tätig. Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten organisierte er zusammen mit seiner Frau Rita Gerszt Geldsammlungen bei jüdischen Sympathisanten der Arbeiterbewegung zur Finanzierung der illegalen Treffs und für die illegale Arbeit.
Durch Denunziation wurde er am 30.Juni 1936 verhaftet. Nach der Entlassung aus 4 Jahren in den Zuchthäusern Herford und Siegburg wurde er in Schutzhaft genommen und nach Auschwitz deportiert. Dort starb er am 13. Januar auf einem Todesmarsch, nur wenige Tage vor der Befreiung des Lagers durch die Rote Armee.
Rita Gerszt wurde 1939 für 4 Wochen inhaftiert. Nach der Haft floh sie mit ihrer Tochter nach Belgien, doch in Brüssel wurde sie von der Gestapo verhaftet, nach Monaten im Gefängnis wurde sie in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück transportiert. Am 30. Juni 1942 kommt sie dort ums Leben.(Quelle: www.wuppertaler-widerstand.de)
Südstraße 61


























