Grundschule Haarhausen - Haarhausen 22-24a
Anlass
Mit der energetischen Sanierung der Grundschule Haarhausen nahm das Gebäudemanagement an dem bundesweiten Modellprojekt "Niedrigenergiehaus im Bestand für Schulen" der Deutschen Energieagentur dena teil.
Das Modellvorhaben verfolgte das Ziel, durch eine energieeffiziente Sanierung den Jahres-Primärenergiebedarf und die Transmissionswärmeverluste eines bestehenden Schulgebäudes so stark zu senken, dass er mindestens 40% unter den Anforderungen für einen Neubau gemäß der Energieeinsparverordung (EnEV) aus dem Jahr 2007 liegt. Tatsächlich konnten der Primärenergiebedarf um 74% und die Transmissionswärmeverluste um 64% gegenüber den Neubauanforderungen der EnEV 2007 unterschritten werden. Der Energieverbrauch wird auf ¼ des ursprünglichen Bedarfes gesenkt werden.
An Fassade, Dach und Fenstern wies das Gebäude der Grundschule nicht nur schlechte Werte hinsichtlich der Wärmedämmung auf, sondern auch undichte und abgängige Konstruktionen.
Das GMW hat entschieden, mit der Grundschule Haarhausen an einem Beispiel des "Schultyps Wuppertal" (gesamt 9 baugleiche Gebäude auf Stadtgebiet), hocheffiziente Sanierungsstandards zu erproben und zu etablieren. Somit wird nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz geleistet, sondern auch der Haushaltsetat der Stadt für die Zukunft entlastet.
Außenansicht Grundschule Haarhausen
Kurzbeschreibung
Die energetische Aufwertung des Gebäudes machte umfassende Änderungen im Aufbau der Fassaden und der Dachfläche erforderlich. Zunächst wurde die vorhandene Fassadenverkleidung aus Waschbetonplatten zurückgebaut um anschließend durch einen hochgedämmten Fassadenaufbau ersetzt zu werden. Der Wandaufbau wurde um eine 20cm starke Wärmedämmung ergänzt und mit unterschiedlichen Fassadenverkleidungen aus Schiefer, HPL- Platten und Putz versehen. Die neue Dachhaut erhielt zusätzlich eine 28cm starke Dämmung. Die alten Holzfenster wurden durch energetisch hochwertige Kunststofffenster mit 3-fach Verglasung ausgetauscht. Die Kellerdecke wurde ebenfalls mit einer 2,5 cm dicken Dämmung versehen.
Die Gebäudetechnik hat in der energetischen Sanierung ebenfalls einen großen Stellenwert. An die Stelle der alten Ölheizung trat eine moderne Holzpelletsheizung mit digitaler Regelung. Die Beleuchtung des Gebäudes erfolgt nach der Sanierung über eine Tageslichtsteuerung und Präsenzmelder, somit wird die elektrische Beleuchtung nur bei unzureichendem Tageslicht und Anwesenheit von Personen automatisch eingeschaltet. In den Klassenräumen wird die Luftqualität über eine zentrale Abluftanlage und über gesteuerte Zuluftöffnungen gewährleistet. Ein Öffnen der Fenster während des Unterrichtes kann somit vermieden werden.
Im Rahmen der Gesamtmaßnahme erfolgte eine Schadstoffsanierung.
Das für die Bauzeit vorgesehene Ausweichquartier befand sich in einem Modulbau im unteren Teil des Schulgrundstücks.
Kosten
Die Kosten für diese Maßnahme beliefen sich auf etwa 3,7 Mio. €.