Gymnasium Kothen - Schluchtstraße 32-34
Orthophoto Gymnasium Kothen
Anlass
Das Hauptgebäude und die Turnhalle wurden 1961 fertig gestellt, der Erweiterungsbau wurde im Jahr 1967 errichtet. Seitdem erfolgte nur eine unzureichende energetische Überarbeitung der Gebäude, so dass hier großer Handlungsbedarf entstanden ist.
Außenansicht Gymnasium Kothen
Kurzbeschreibung
Die aus Sichtbetonflächen und vorgehängten Waschbetonplatten bestehende Fassade hatte keine bzw. nur eine minimale Dämmung. Der Anschluss der Fassade an die in der Vergangenheit teilweise erneuerten Fenster wies zahlreiche Luftundichtigkeiten auf, die zu unkontrollierten Lüftungsverlusten führten, den Heizwärmebedarf somit deutlich erhöhten, und den Nutzerkomfort einschränkten.
Die Dämmstoffstärken wurden unter Berücksichtigung der architektonischen Einschränkungen und der sehr positiven solaren Gewinne in der Heizperiode optimiert. Noch vorhandene alte Fenster mit Einfachverglasung im Holzrahmen wurden durch eine Zwei-Scheiben-Wärmeschutzverglasung mit thermisch getrenntem Rahmen ersetzt. Die bereits in vorherigen Maßnahmen ausgetauschten Fenster blieben dabei erhalten.
Zur Vermeidung sommerlicher Überhitzung, sowie zur Begrenzung solarer Gewinne in der Sommerperiode, erfolgte eine Optimierung des außen liegenden Sonnenschutzes.
Im Rahmen der Fassadensanierung und der damit verbundenen Verbesserung der Luftdichtigkeit der Gebäudehülle wurden die Klassenräume mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. So kann ein Großteil der Heizenergie zurück gewonnen, und zur Erwärmung der Frischluft eingesetzt werden. Dies ist sinnvoll, da sonst auch bei engagiertem Lüftungsverhalten 100% der zuvor eingesetzten Heizenergie mit der Abluft verloren gehen würden.
Da der Aufbau einer zentralen Lüftungsanlage aus technischen und statischen Gründen nicht vertretbar ist, wurden die Klassenräume einzeln mit den Lüftungsanlagenelementen ausgestattet. Klassenräume, die während dieser Maßnahme noch nicht ausgerüstet werden können, werden im Zuge einer zukünftigen Innensanierung bestückt.
Die Lüftungsanlage der Aula war nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik, und konnte aufgrund des Alters auch nicht mehr ertüchtigt werden. Hier wurde eine komplett neue Anlage im Austausch eingesetzt, die ebenfalls über Wärmerückgewinnung verfügt, um den Heizwärmebedarf der Aula zusätzlich zu reduzieren.
Die Schule wird von 1050 Schülern und 100 Lehrern genutzt. Es wurden 12 Klassen mit insgesamt ca. 360 Schülern (das entspricht etwa 34% der Schülerschaft) für die Zeit von Dezember 2009 bis Februar 2011 ausgelagert. Die dafür notwendigen Containerklassen wurden auf dem Schulgelände auf dafür hergerichteten Flächen erstellt.
Aufgrund der topographischen und infrastrukturellen schwierigen Erreichbarkeit der Gebäudeteile musste eine aufwendige Erschließung mittels Baustraße und asphaltiertem Fußweg zu den Containerklassen erstellt werden, inklusive Ver- und Entsorgungsleitungen.
Die besonders lärmintensiven Abbruch- und Betonsanierungsarbeiten an den Fassaden wurden in der Zeit von April bis Oktober 2010 im 2-Schicht-Betrieb (6:00 - 22:00 Uhr) durchgeführt. Es ist zu berücksichtigen, dass diese Arbeiten während des normalen Schulbetriebs durchgeführt werden mussten, da es aufgrund der Förderbedingungen des Konjunkturpakets 2 einen sehr engen Zeitrahmen gab, den es unbedingt einzuhalten galt.
Außerdem wurden während der energetischen Sanierung eine neue Mensa mit 144 Sitzplätzen und Kiosk errichtet, und die vorhandene Aula (für 499 Personen) wurde komplett saniert.
Kosten
Die Gesamtkosten der K 2-Maßnahme beliefen sich auf ca. 6,5 Millionen €. Davon wurden ca. 5 Millionen € durch das Konjunkturpaket 2 gefördert.