Eröffnung Wuppertaler Literatur Biennale 2012
"Unsere Waffe sind unsere Träume." (Sheik Imam)
Arabischer Frühling und die Literatur
Mit Chalid Al-Chamissi (Ägypten) und Samar Yazbek (Syrien)
Moderation: Asli Sevindim
Vortrag: Dr. Jochen Hippler
Lesung: Juliane Ledwoch
Musik: Schönberg Ensemble der Musikhochschule, Werner Dickel (Leitung)
Samar Yazbek / © Manaf Azzam
Die Eröffnung der ersten Wuppertaler Literatur Biennale steht im Zeichen der arabischen Demokratiebewegung, der zur Zeit wohl eindrucksvollsten Verkörperung einer Sehnsucht nach Selbstbestimmung und politischer Freiheit.
Chalid Al-Chamissi / © Markus Kirchgessner
Nach dem Grußwort von Bürgermeisterin Ursula Schulz beleuchtet der Politologe Dr. Jochen Hippler die Aufgabe der Literatur innerhalb der arabischen Demokratiebewegung. Der ägyptische Schriftsteller Chalid Al-Chamissi und die syrische Autorin Samar Yazbek bringen Ausschnitte aus ihren aktuellen Werken zu Gehör.
Im Gespräch mit der Journalistin Asli Sevindim diskutieren die Gäste über die derzeitige Lage im arabischen Raum, insbesondere über die politische und humanitäre Katastrophe in Syrien und fragen, welche Aufgabe der Literatur in diesem Spannungsfeld zukommt.
Das Schönberg-Ensemble der Musikhochschule Wuppertal unter der Leitung von Werner Dickel spielt zeitgenössische Werke von Saed Haddad (Jordanien), Shafri Badreddin (Libanon) und Zaid Jabri (Syrien). Juliane Ledwoch rezitiert Poesie des syrischen Dichters Adonis.
Samar Yazbek
Samar Yazbek, 1970 in Syrien geboren, ist Romanautorin und Journalistin. Mit Beginn der syrischen Revolution schreibt Yazbek ein Protokoll der Protestbewegung
und befragt Demonstranten, haftentlassene Dissidenten, auch Polizisten und Militärs. Bald wird sie vom syrischen Geheimdienst verfolgt. Als sie erfährt, dass sie auf einer Todesliste steht, flieht sie mit ihrer Tochter ins Ausland.
Chalid Al-Chamissi
Chalid Al-Chamissi, 1962 in Kairo geboren, arbeitet als
Journalist für ägyptische Zeitungen und hat sich als
kritischer Beobachter gesellschaftlicher Verhältnisse
einen Namen gemacht. "Wer wissen will, unter welchen
Bedingungen die Ägypter bisher zu leben hatten
und warum sie die Revolution wollten, der lese dieses
Buch" (Kersten Knipp in Frankfurter Rundschau)
Adonis (nicht anwesend)
Adonis, mit bürgerlichem Namen Ali Ahmad Sadi, gilt heute als der wohl bedeutendste lebende Lyriker arabischer Sprache. 1930 in Nordsyrien geboren, emigrierte er 1955 in den Libanon, nachdem man ihn in seiner Heimat wegen der Mitgliedschaft in der illegalen Syrischen Sozialen Nationalistischen Partei (SSNP) für ein halbes Jahr inhaftiert hatte. Nach seiner Habilitation in Philosophie lehrte er als Professor an verschiedenen Universitäten, u.a. in Beirut und Paris. Für sein Lebenswerk wurde ihm 2001 in Weimar die Goethe-Medaille verliehen.