Sanierung der Altablagerung "Kippe Giebel" in Wuppertal

Luftbild - Abbildung 1: Sanierungsbereich Kippe Giebel
Abbildung 1: Sanierungsbereich Kippe Giebel
Im Gewerbegebiet Deutscher Ring wird auf dem Bereich der Altablagerung "Kippe Giebel" seit Mitte September 2012 eine Oberflächenabdichtung hergestellt. Die Maßnahme ist notwendig, da Schadstoffe das Grundwasser gefährden.

Geschichte

Die Altablagerung ist entstanden, als ein in den 30er und 40er Jahren ursprünglich für den Straßenneubau künstlich angelegter Geländeeinschnitt ab Mitte der 50er Jahre bis ca. 1970 auf einer Fläche von ca. 6.800m² verfüllt worden ist. Bei den Ablagerungen mit einer Kubatur von ca. 40.000m³ handelt es sich überwiegend um Bauschutt, Hausmüll und ähnliche Abfälle, sowie Schlammfanggut und Rückstände aus Ölabscheidern. Der Deponiekörper verfügt weder über eine Basisabdichtung noch über eine Oberflächenabdichtung.

 

Die Baumaßnahme wird voraussichtlich im Januar 2013 beendet sein.

Foto - Abbildung 2: Grundwasser-Beprobung
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Abbildung 2: Grundwasser-Beprobung

Untersuchung der "Kippe Giebel"

Erste Untersuchungen der Kippe Giebel erfolgten Ende der 80erJahre und zeigten deutlich erhöhte Gehalte an Schwermetallen, Ammonium, Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW), polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Kunststoff-Weichmachern (Phthalaten). Eine Gefährdung über den Wirkungspfad Boden-Mensch konnte mit diesen Untersuchungen ausgeschlossen werden. Für den Wirkungspfad Boden-Grundwasser bestand jedoch Handlungsbedarf. Im Rahmen einer Sanierungsuntersuchung wurde in 2002 die Grundwassergefährdung durch schadstoffhaltiges Deponiesickerwasser bestätigt.

Als Sanierungsmaßnahme für den Schutz des Grundwassers wurde die Sicherung der Altlast durch eine Oberflächenabdichtung festgelegt, um ein weiteres Eindringen von Niederschlagswasser zu verhindern.

Überlegungen zur in Situ-Aerobisierung der Ablagerung konnten insbesondere aufgrund der geringen Luftdurchlässigkeit der abgelagerten Schlämme nicht zielführend weiter verfolgt werden.

Grafik - Abbildung 3: Schematische Darstellung des Sickerwassertransportes in das Grundwasser
Abbildung 3: Schematische Darstellung des Sickerwassertransportes in das Grundwasser
Eine direkte Gefährdung für die menschliche Gesundheit besteht nicht, da das Grundwasser in diesem Bereich nicht als Trinkwasser genutzt wird und kein Direktkontakt mit kontaminiertem Boden gegeben ist.

Arbeitsschritte

Der Auftrag für die Durchführung der Sanierungsmaßnahme wurde im August 2012 im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung vergeben. Mitte September 2012 wurde mit den Sanierungsarbeiten, die auf einen Zeitraum von ca. 13 Wochen angesetzt sind, begonnen. Folgende Arbeitsschritte sind im Böschungsbereich vorgesehen:

  • Profilierung der Fläche und Nachverdichtung der Erdplanums;
  • Aufbringen von Kunststoff-Dichtungsbahnen (KDB) im Böschungsbereich;
  • Rekultivierung, Verbau mit Faschinen und Begrünung der Böschungen;

Folgende Arbeitsschritte sind im Plateaubereich geplant:

  • Herstellen eines passiven Entgasungssystems;
  • Herstellen eines Entwässerungssystems incl. Staukanal;
  • Aufbringen von Asphaltschichten im Plateaubereich.

Oberflächenabdichtung

In einem ersten Schritt erfolgte bereits die Rodung des Pflanzenbewuchses sowie die Einrichtung der Baustelle. Die sich nun anschließenden Abdichtungsarbeiten teilen sich in 2 Teilabschnitte auf. Im zur Straße "Deutscher Ring" gelgenen Böschungsbereich findet eine Abdichtung mit Kunststoff-Dichtungsbahnen (KDB) statt. Die Fläche wird zunächst auf ein Gefälle von 1:2,5 abgeflacht, profiliert und verdichtet. Bei den Arbeiten anfallender Bodenaushub wird separiert und entsprechend der Zusammensetzung fachgerecht entsorg
Foto - Abbildung 4: Abflachung der Böschungen
Abbildung 4: Abflachung der Böschungen

Auf einer geotextilen Schutzschicht werden anschließend die KDB aufgebracht und wasserdicht verschweißt. Für den kontrollierten Wasserabgang wird auf der KDB eine Drainagematte verlegt. Die oberste Schicht bildet Rekultivierungsboden in einer durchschnittlichen Dicke von 1 m. Zum Schutz vor Erosion wird der Rekultivierungsboden abschließend mit Faschinen gesichert.

Im Plateaubereich der Altablagerung wird eine Versiegelung in Asphaltbauweise durchgeführt, die neben der Abdichtung zusätzlich die Option einer gewerblichen Folgenutzung bietet. Das Abdichtungssystem mit einer Dicke von insgesamt 70 cm besteht aus einer Frostschutzschicht und verschiedenen Asphaltschichten (Trag-, Binder- und Deckschichten). Anfallendes Niederschlagswasser wird nach der Fertigstellung in zwei Mulden-Rinnen gesammelt und über Einlaufrinnen in einen Staukanal weitergeleitet. Von dort aus ist eine gedrosselte Ableitung in den Kanal der Straße "Deutscher Ring" geplant.

Deponiegas

Durch die Abbauprozesse innerhalb des Deponiekörpers werden auch nach dem Abschluss der Sanierungsmaßnahme für einen gewissen Zeitraum noch Deponiegase (v.a. Methan und Schwefelwasserstoff) gebildet.

Die Deponiegase werden über eine passive Entgasungseinrichtung und ein Gas-Oxidations-Fenster abgeführt Da es sich um vergleichsweise geringe Gaskonzentrationen handelt und weiterhin eine kontinuierliche Vermischung mit Frischluft gewährleistet ist, bestehen keine Gefahren für zukünftige Nutzer der Fläche. Die Gaskonzentrationen werden mit einem regelmäßigen Monitoring gemessen und dokumentiert.

Die Abdichtung bewirkt eine allmähliche Austrocknung der abgelagerten Stoffe, so dass mittelfristig die Gasbildung abklingen wird.

Arbeitsschutz

Während der Sanierungsarbeiten kann es bei der vorgesehenen Geländeprofilierung zu einem Kontakt mit belastetem Boden kommen.. Die Arbeiten erfolgen daher nach einem Arbeits- und Sicherheitsplan unter Berücksichtigung der berufsgenossenschaftlichen Regeln "Arbeiten in kontaminierten Bereichen" (BGR 128). Im Rahmen des Schutzkonzeptes ist die Einteilung der Baustelle in Schwarz-Weiß-Bereiche nach Arbeitsstättenverordnung, sowie die Beaufsichtigung durch einen Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator(SiGeKo) vorgesehen.

Hinweise für die Bevölkerung

Die Arbeiten werden so ausgeführt, dass keine Schadstoffe in die Umgebung gelangen können. Für benachbarte Grundstücksnutzer und die Bevölkerung besteht deshalb während der Arbeiten keine Gefährdung. Unbefugtes Betreten der mit einem Bauzaun gesicherten Baustelle ist während der Arbeiten aus Sicherheitsgründen untersagt. Hundehalter sollten darauf achten, dass sich während der Baumaßnahmen keine Tiere im Baustellenbereich aufhalten.

Der Bürgersteig im inneren Kurvenbereich der Straße "Deutscher Ring" ist während der Bauarbeiten verengt, jedoch begehbar. Während der Kanalbauarbeiten wird zur sicheren Verkehrsführung eine Ampelanlage eingerichtet und weiterhin die zulässige Geschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt. Im Ein- und Ausfahrbereich der Baustelle sollten Verkehrsteilnehmer  besonders auf den Baustellenverkehr achten.

Zukünftige Flächennutzung

Die zukünftige Nutzung der Gewerbefläche ist bisher noch nicht abschließend geklärt. Eine gewerbliche Nutzung als Parkplatz-, Lager- oder Stellfläche ist nach der Fertigstellung der Maßnahmen grundsätzlich möglich.
 

Kontakt

+49 202 563 5012
 

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