Sanierung der Altablagerung "Kippe Giebel" in Wuppertal
Geschichte
Die Altablagerung ist entstanden, als ein in den 30er und 40er Jahren ursprünglich für den Straßenneubau künstlich angelegter Geländeeinschnitt ab Mitte der 50er Jahre bis ca. 1970 auf einer Fläche von ca. 6.800m² verfüllt worden ist. Bei den Ablagerungen mit einer Kubatur von ca. 40.000m³ handelt es sich überwiegend um Bauschutt, Hausmüll und ähnliche Abfälle, sowie Schlammfanggut und Rückstände aus Ölabscheidern. Der Deponiekörper verfügt weder über eine Basisabdichtung noch über eine Oberflächenabdichtung.
Die Baumaßnahme wird voraussichtlich im Januar 2013 beendet sein.
Untersuchung der "Kippe Giebel"
Erste Untersuchungen der Kippe Giebel erfolgten Ende der 80erJahre und zeigten deutlich erhöhte Gehalte an Schwermetallen, Ammonium, Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW), polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Kunststoff-Weichmachern (Phthalaten). Eine Gefährdung über den Wirkungspfad Boden-Mensch konnte mit diesen Untersuchungen ausgeschlossen werden. Für den Wirkungspfad Boden-Grundwasser bestand jedoch Handlungsbedarf. Im Rahmen einer Sanierungsuntersuchung wurde in 2002 die Grundwassergefährdung durch schadstoffhaltiges Deponiesickerwasser bestätigt.
Als Sanierungsmaßnahme für den Schutz des Grundwassers wurde die Sicherung der Altlast durch eine Oberflächenabdichtung festgelegt, um ein weiteres Eindringen von Niederschlagswasser zu verhindern.
Überlegungen zur in Situ-Aerobisierung der Ablagerung konnten insbesondere aufgrund der geringen Luftdurchlässigkeit der abgelagerten Schlämme nicht zielführend weiter verfolgt werden.
Arbeitsschritte
Der Auftrag für die Durchführung der Sanierungsmaßnahme wurde im August 2012 im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung vergeben. Mitte September 2012 wurde mit den Sanierungsarbeiten, die auf einen Zeitraum von ca. 13 Wochen angesetzt sind, begonnen. Folgende Arbeitsschritte sind im Böschungsbereich vorgesehen:
- Profilierung der Fläche und Nachverdichtung der Erdplanums;
- Aufbringen von Kunststoff-Dichtungsbahnen (KDB) im Böschungsbereich;
- Rekultivierung, Verbau mit Faschinen und Begrünung der Böschungen;
Folgende Arbeitsschritte sind im Plateaubereich geplant:
- Herstellen eines passiven Entgasungssystems;
- Herstellen eines Entwässerungssystems incl. Staukanal;
- Aufbringen von Asphaltschichten im Plateaubereich.
Oberflächenabdichtung
Auf einer geotextilen Schutzschicht werden anschließend die KDB aufgebracht und wasserdicht verschweißt. Für den kontrollierten Wasserabgang wird auf der KDB eine Drainagematte verlegt. Die oberste Schicht bildet Rekultivierungsboden in einer durchschnittlichen Dicke von 1 m. Zum Schutz vor Erosion wird der Rekultivierungsboden abschließend mit Faschinen gesichert.
Im Plateaubereich der Altablagerung wird eine Versiegelung in Asphaltbauweise durchgeführt, die neben der Abdichtung zusätzlich die Option einer gewerblichen Folgenutzung bietet. Das Abdichtungssystem mit einer Dicke von insgesamt 70 cm besteht aus einer Frostschutzschicht und verschiedenen Asphaltschichten (Trag-, Binder- und Deckschichten). Anfallendes Niederschlagswasser wird nach der Fertigstellung in zwei Mulden-Rinnen gesammelt und über Einlaufrinnen in einen Staukanal weitergeleitet. Von dort aus ist eine gedrosselte Ableitung in den Kanal der Straße "Deutscher Ring" geplant.
Deponiegas
Durch die Abbauprozesse innerhalb des Deponiekörpers werden auch nach dem Abschluss der Sanierungsmaßnahme für einen gewissen Zeitraum noch Deponiegase (v.a. Methan und Schwefelwasserstoff) gebildet.
Die Deponiegase werden über eine passive Entgasungseinrichtung und ein Gas-Oxidations-Fenster abgeführt Da es sich um vergleichsweise geringe Gaskonzentrationen handelt und weiterhin eine kontinuierliche Vermischung mit Frischluft gewährleistet ist, bestehen keine Gefahren für zukünftige Nutzer der Fläche. Die Gaskonzentrationen werden mit einem regelmäßigen Monitoring gemessen und dokumentiert.
Die Abdichtung bewirkt eine allmähliche Austrocknung der abgelagerten Stoffe, so dass mittelfristig die Gasbildung abklingen wird.
Arbeitsschutz
Hinweise für die Bevölkerung
Die Arbeiten werden so ausgeführt, dass keine Schadstoffe in die Umgebung gelangen können. Für benachbarte Grundstücksnutzer und die Bevölkerung besteht deshalb während der Arbeiten keine Gefährdung. Unbefugtes Betreten der mit einem Bauzaun gesicherten Baustelle ist während der Arbeiten aus Sicherheitsgründen untersagt. Hundehalter sollten darauf achten, dass sich während der Baumaßnahmen keine Tiere im Baustellenbereich aufhalten.
Der Bürgersteig im inneren Kurvenbereich der Straße "Deutscher Ring" ist während der Bauarbeiten verengt, jedoch begehbar. Während der Kanalbauarbeiten wird zur sicheren Verkehrsführung eine Ampelanlage eingerichtet und weiterhin die zulässige Geschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt. Im Ein- und Ausfahrbereich der Baustelle sollten Verkehrsteilnehmer besonders auf den Baustellenverkehr achten.








