Pflegeberatung
Alltagshilfen
Wohnen mit Unterstützung

Diese Seiten entsprechen bislang nicht den Grundsätzen der Barrierefreiheit. Eine Anpassung wird in Kürze vorgenommen. Wir bitten um etwas Geduld und ihr Verständnis.

Wissenswertes zur Stationären Pflege
  1. Was Sie allgemein zur stationären Pflege wissen sollten
  2. „Checkliste“ zur Auswahl eines Alten- und Pflegeheimes
Die vollstationäre Pflege in einem Alten- und Pflegeheim ist dann für Sie die geeignete Lösung, wenn Sie pflegebedürftig sind und ambulante Pflege oder Tagespflege nicht möglich ist oder nicht ausreicht.

Die Entscheidung, in ein Alten- und Pflegeheim zu ziehen, fällt vielen Menschen schwer, da sie eine große Veränderung des gewohnten Lebens bedeutet. Deshalb ist es ganz besonders wichtig, dass Sie und Ihre Angehörigen das Heim finden, in dem Sie sich wirklich wohl fühlen.

Vielleicht stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Welches Heim ist das richtige Heim für mich, wo kann ich mich wohl fühlen?
  • Was bietet das Heim für meinen persönlichen Bedarf an?
  • Welche Fragen kann ich stellen, um das herauszufinden?
  • Welche Kosten muss ich berücksichtigen?
In Kapitel 1 haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen zur stationären Pflege kurz zusammengestellt.

In Kapitel 2 stellen wir Ihnen einige Fragen vor, die Ihnen helfen sollen, das geeignete Alten- und Pflegeheim für ihren persönlichen Bedarf zu finden.

Lesen die Fragen in Ruhe durch und wählen Sie die Fragen aus, die Ihnen für Ihre Situation von Bedeutung sind.

Die für Sie zusammengestellten Informationen und die „Checkliste“ sollen Sie unterstützen. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Wenn Sie weitere Fragen haben, so rufen Sie uns einfach an oder schauen Sie bei uns herein!

Sie finden die trägerunabhängige Pflegeberatung in der

Luisenstr.13, Wuppertal – Elberfeld, Telefon: 0202/ 25 222 25, eMail: pflegeberatung@stadt.wuppertal.de ,

sowie die Beratungseinrichtungen im Beratungsnetzwerk Pflege unter "Beratung zur Pflege" (Beratungsnetzwerk Pflege).

Wir freuen uns auf Sie!


1. Was Sie allgemein zur stationären Pflege wissen sollten

Die stationäre Pflege in einem Alten- und Pflegeheim ist dann für Sie die richtige Lösung, wenn Sie im häuslichen Rahmen oder in einem Tages- und Nachtpflegeangebot nicht ausreichend versorgt und gepflegt werden können.

Für viele Menschen bedeutet die Entscheidung, in ein Heim zu ziehen, eine besondere Schwierigkeit, weil gewohnte Umgebung, Lebensumstände verlassen und aufgegeben werden müssen.

Auf der anderen Seite kann die Entscheidung, in ein Heim zu ziehen, auch ein angenehmer Wechsel der Lebensumstände sein, z.B. wenn abzusehen ist, dass Sie in Zukunft mehr Hilfe benötigen, als Familie, Bekannte und mobile Dienste leisten können. Dann werden Sie sich in einer stationären Einrichtung wohler und auch sicherer fühlen.

Der Umzug in ein Alten- und Pflegeheim hängt mit Rahmenbedingungen zusammen, die Sie beachten müssen, wenn Sie Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen wollen:

  1. Vor einer Heimunterbringung ist die Ermittlung einer Pflegestufe und die Notwendigkeit der Heimpflege vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen – MDK - festzustellen. Sie stellen bei Ihrer Pflegekasse den Antrag auf vollstationäre Pflege, Heimpflege und die Pflegekasse informiert den MDK, der Sie zu Hause oder auch im Krankenhaus besucht.
  2. Die Kosten für die Heimpflege setzen sich aus vier Faktoren zusammen:
    • Pflegebedingte Aufwendungen
    • Unterkunft/Verpflegung
    • Investitionskosten
    • Evtl. Zusatzleistungen
Die Pflegeversicherung kommt für die pflegebedingten Aufwendungen im Rahmen des Pflegegeldes auf, dessen Höhe sich nach der bei Ihnen festgestellten Pflegestufe richtet.
  • für Pflegestufe 1   1023,-€ monatlich,
  • für Pflegestufe 2   1279,-€ monatlich,
  • für Pflegestufe 3   1550,-€ monatlich
  • für den Härtefall der Pflegestufe 3   1918,-€ monatlich.
Für Unterkunft und Verpflegung müssen Sie selbst aufkommen. Auch die Investitionskosten werden nicht über das Pflegegeld bezahlt. Sie beziehen sich auf die Herstellung, Anschaffung und Instandsetzung der Gebäude und sind je nach Einrichtung unterschiedlich hoch.

Sollten zur Deckung dieser Kosten das Pflegegeld und Ihre Rente nicht ausreichen, so können Sie beim örtlichen Sozialhilfeträger, dem Sozialamt, einen Antrag auf Übernahme der restlichen Kosten aus dem SGB XII, stellen.
Direkt auf die Investitionskosten bezieht sich das Pflegewohngeld. Auch dafür können Sie gegebenenfalls beim Sozialamt einen Antrag stellen. Für Zusatzleistungen, wie Friseur, Fußpflege oder ähnliches, müssen Sie in der Regel selbst aufkommen.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.


2. „Checkliste“ zur Auswahl eines Alten- und Pflegeheimes

Allgemeines
Ist die stationäre Pflegeeinrichtung nach § 72 Sozialgesetzbuch (SGB XI) zugelassen? Dies ist unter anderem Bedingung dafür, dass die Einrichtung mit Pflegekasse bzw. Sozialamt abrechnen kann.

Tipp: Dieser Passus sollte im Vertrag niedergelegt sein.

Liegt das Heim in der bisherigen Wohngegend, kennen Sie bereits andere Heimbewohner und Heimbewohnerinnen?
Haben Ihre Angehörigen kurze Wege bis zum Heim?
Lassen Sie sich das Heim bei einem Rundgang zeigen! Führen Sie bei dieser Gelegenheit oder anschließend Gespräche mit der Bewohnerschaft.
Stellt das Heim Informationsmaterial zur Verfügung?
Bietet Ihnen das Heim „Probewohnen“ an?
Gibt es eine Warteliste und wann werden Sie mit einem Heimplatz rechnen können?
Haben Sie mehrere Heime miteinander verglichen?

Umgebung und Lage
Gefällt Ihnen die Lage des Heimes und sind folgende Geschäfte gut zu erreichen:
Café,
Bank,
Post,
Frisör,
Ärzte,
Apotheke,
Grünanlage?
Sagt Ihnen die Einrichtung der Gemeinschaftsräume zu?
Wie ist die Verkehrsanbindung?
Gibt es Parkplätze am Haus?

Raumangebot
Bietet das Haus folgende Räumlichkeiten:
Speiseraum (auf jeder Etage oder zentral),
altengerecht möblierte Sitzecken,
Balkon/Terrasse,
Cafeteria,
Gymnastikraum,
Werk- oder Bastelraum,
Kiosk,
Übernachtungsmöglichkeiten für Besucher,
Gemeinschaftsraum (auch für private Feiern)?

Wohngruppen und Zimmer
Gibt es Einzel-, Doppel- und Mehrbettzimmer?

Äußern Sie bei der Anmeldung Ihre Wünsche!

Wie groß sind die Wohngruppen und Zimmer?
Wie sind die Bäder beschaffen, wo liegen sie und wie viele Personen teilen sich ein Bad?
Sind Telefonanschluss, Rundfunk- und Fernsehanschluss vorhanden?
Sind die Zimmer ruhig (Schallschutz, Verglasung)?

Wann scheint die Sonne ins Zimmer?

Können Sie das Zimmer mit eigenen Möbeln möblieren?
Können Sie Ihr Haustier mitbringen?

Mahlzeiten
Gibt es feste Essenszeiten oder eine „Zeitschiene“, in der Sie essen können?
Können Sie wählen, wo Sie Ihr Essen einnehmen möchten (Speiseraum oder Zimmer)?
Können Sie Wünsche für den Speiseplan äußern?
Gibt es eine Menüauswahl?
Werden Diätvorschriften berücksichtigt?
Welche Zwischenmahlzeiten sind vorgesehen?
Welche und wie viele Getränke werden kostenlos zur Verfügung gestellt?

Service
Sind Wäscheservice (Leibwäsche und Oberbekleidung) und handwerkliche Leistungen (Bilder aufhängen etc.) im Preis enthalten?
Kommen Fußpfleger und Frisör ins Haus?

Personal und Pflege
Welche Leitgedanken hinsichtlich aktivierender Pflege werden zugrunde gelegt? Wie werden Ihre Erwartungen und die der Pflegeeinrichtungen in Einklang gebracht?
Fragen Sie, ob die Pflege durch ausgebildetes Fachpersonal erfolgt!
Stehen Beschäftigungstherapeuten/innen und Sozialarbeiter/innen zur Verfügung?

Beschäftigungs- und Freizeitangebot
Sind die Schlaf- und Ruhezeiten flexibel oder festgelegt?
Zu welchen Zeiten können Sie Besuch bekommen?
Gibt es Angebote zur körperlichen und geistigen Aktivierung
(Gymnastik, Spaziergänge; Gedächtnistraining, Malen, Basteln etc.)?
Organisiert das Haus Feste, Ausflüge und Ferienfahrten?
Werden Hausgottesdienste abgehalten und gibt es eine seelsorgerische Betreuung?
Welche kulturellen Angebote gibt es und entsprechen sie Ihren Neigungen?
Gibt es besondere Angebote für dementiell erkrankte Bewohner/innen (Gruppenangebote am Tage, Nachtcafé etc.)?

Serviceangebote
Wen können Sie mit kleinen Aufträgen betrauen (Einkaufen, Fahr- und Begleitdienste etc.)?
Werden Sie bei einem Krankenhausaufenthalt von einem Mitarbeiter/einer Mitarbeiterin des Heimes besucht?
Werden regelmäßige Informationsabende für Ihre Angehörige durchgeführt?

Kosten
Vergleichen Sie die Kosten verschiedener Anbieter!
Welches sind Extraleistungen und was kosten sie? Fragen Sie nach einer Preisliste!
Müssen Sie eine Kaution hinterlegen; wird sie verzinst?

Sollten Sie sich für ein Alten- und Pflegeheim in einer anderen Stadt entscheiden, klären Sie Fragen der Kostenübernahme ggf. mit Ihrem Sozialamt Ihres letzten Wohnortes ab !

Vertretung der Heimbewohner und Heimbewohnerinnen
Existiert ein Heimbeirat oder eine Interessenvertretung der Heimbewohner/innen?
Tagt der Heimbeirat/die Interessenvertretung regelmäßig?
In welchen Bereichen nimmt die Vertretung Einfluss?

Vertrag
Bestehen Sie auf einem schriftlichen Vertrag!
Lassen Sie sich einen Mustervertrag mit nach Hause geben, um ihn in aller Ruhe prüfen zu können!
Werden die Leistungen im Vertrag konkret beschrieben und was kosten sie?
Sind Sie mit der Heimordnung einverstanden?
Kann das Alten- und Pflegeheim von Ihnen einen Zimmerwechsel verlangen und unter welchen Umständen?
Wie ist der Umgang mit Ihren Wünschen und Beschwerden geregelt?
Achten Sie darauf, wie der Heimträger im Vertrag Kündigungsfristen und die Weiterzahlung des Heimentgelts im Todesfall regelt!
Den Heimvertrag können nur Sie selbst, eine von Ihnen bevollmächtigte Person oder Ihre gesetzliche Betreuungsperson unterschreiben!

Tipp: Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an die Heimleitung, die Pflegekasse oder die städtische Heimaufsicht.