Wuppertal / Denkmalliste

Denkmalliste

Details

Kaufhaus Fritzsche
Adresse Wall 32
Stadtbezirk Elberfeld
Denkmalnummer 4204
Eintragungsdatum 11.02.2004
Schutzumfang Gesamtes Gebäude unter Ausnahme des in den 50er Jahren errichteten Staffelgeschosses.
Klassifizierung Denkmal
Beschreibung
Das Objekt Wall 32 ist ein zwischen 1890 und 1895 errichtetes (1901 abschließend durch die lokalen Architekten Hertnek und Leisel fertig gestelltes), viergeschossiges Kaufhaus mit einem in den 1950er Jahren anstelle des ursprünglich vorhandenen, jedoch kriegszerstörten Mansarddaches aufgesetzten Staffelgeschoss. Das zu Beginn des Jahres 2004 wieder von einer Aluminiumverkleidung aus den 1970er Jahren befreite Gebäude präsentiert sich aus den Ansichten Wall, Mäuerchen und Armin-T.Wegener Platz in den drei Obergeschossen mit weitgehend qualitätvoll gestalteten Stuckfassaden, die in der Vertikalen insbesondere durch die großflächigen Schaufenster (im 1.und 2. Obergeschoss in Rechteckformaten - im 3. Obergeschoss rundbogig zwischen schlank aufsteigenden Pilasterformationen ausgeführt), in der Horizontalen durch kräftige umlaufende Gesimsbänder gegliedert sind. Einen besonderen Akzent setzen die reich dekorierten gerundeten Eckbalustraden in der städtebaulich repräsentativen Eckansicht Wall/ Mäuerchen. Dezent eingesprengte geometrische und figürliche Ornamentierungen lockern die architektonisch streng rhythmisierte Fassadenabwicklung, die in dieser Eigenschaft an den "Chicagoer Kaufhausstil" des ausgehenden 19. Jahrhunderts erinnert, an passender Stelle - so etwa in der Hinführung zum rückwärtig angelegten Haupterschließungstreppenhaus - auf. Das Erdgeschoss, das im ursprünglichen Zustand als rustizierter Fassadensockel ausgebildet war, ging durch eine Vielzahl von Nachkriegsein- und umbauten nahezu vollständig verloren. Überdies wurde es mit einer Betonzwischendecke geteilt. Die historische Innenausstattung in den weiteren Verkaufsetagen ging durch Bombentreffer und Brandeinwirkung in der Nacht vom 24. auf den 25. Juni 1943 sowie anschließende Wiederaufbaumaßnahmen bis auf die (jetzt ummantelten) gusseisernen Stützsäulen verloren. Als weiterer gravierender Eingriff in die historische Bausubstanz ist auch der drei Geschosse übergreifende Fassadendurchbruch nach Süden zu verzeichnen, der den "Luftbrückenanschluss" zum Gebäude Wall 34 herstellt. Fast vollständig erhalten blieb hingegen das rückwärtig gelegene, sehr hochwertig ausgestattete Haupterschließungstreppenhaus. Dieses Treppenhaus reicht durch alle Geschosse und bindet auch das Staffelgeschoss der 1950er Jahre an. An der Anschlussstelle wurde früher das Dachgeschoss erschlossen. ... Das Gebäude Wall 32 - im lokalen und regionalen Sprachgebrauch seit nunmehr über 100 Jahren als Kaufhaus "Fritzsche am Wall" etabliert - ist aufgrund seiner städtebaulich außerordentlich wirksamen Fassadengestaltung ein wesentlicher Bestandteil des historischen Elberfelder Kaufhausviertels. Gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Kaufhaus Michels (Wall 21) prägt es den südlichen Abschluss der auf den Turm des Elberfelder Verwaltungshauses ausgerichteten ehemaligen Wallstraße. Die Treppenhausgestaltung bezeugt den repräsentativen Gestaltungswillen der Kaufhausgründer H.& L. Fritzsche in sinnfälliger Weise und überliefert zugleich ein hohes Maß an handwerklich-künstlerischem Anspruch. Unter stadtentwicklungsgeschichtlichen Aspekten ergänzt der "Fritzsche-Bau" für Wuppertal das zeitlich fehlende Glied in der damit baulich lückenlos überlieferten Entwicklung des Kaufhausbaus der vergangenen 150 Jahre. Erhaltung und Nutzung des Gebäudes Wall 32 liegen daher gemäß § 2 (1) DSchG insbesondere aus städtebaulichen und stadthistorischen Gründen im öffentlichen Interesse. Die Unterschutzstellung erstreckt sich auf das gesamte Gebäude unter Ausnahme des in den 1950er Jahren errichteten Staffelgeschosses. (Haltaufderheide)