Beschreibung
Hordenbachshammer
auf dem Grundstück Gemarkung Ronsdorf, Flur 9, Flurstück 425, 426, 427, 451/halb, 175/96
300 m nordwestlich des Gasthauses "Zillertal" liegt am Saalbach der "Hordenbachshammer", dessen Anlage sich südwestlich an das Gelände des ehemaligen Roodekotten anschließt.
Auffällig ist die direkte Speisung des Hammerteiches durch den Saalbach, der im Nordosten sanft in den Teich mündet.
Der ca. 30 x 60 m messende mit Wasser bespannte Teich ist sehr gut erhalten und durch randlich angelegte und angeböschte Spazierwege deutlich von der Umgebung abgrenzbar. Talabwärts wird der Hammerteich durch einen an der Krone ca. 4 m breiten, begehbaren Erddamm abgesichert, der ursprünglich wesentlich schmaler war. Der Staudamm, der mit Eichen und Buschwerk bewachsen ist, wird im südlichen Abschnitt durch einen ca. 1 m breiten, modern betonierten Überlauf unterbrochen. Der Bereich des ehemaligen Hammergebäudes ist modern verkippt und überwachsen. Der Schutt überdeckt möglicherweise noch Reste des Eishauses und des Eishausgrabens. Vom Betriebsgebäude selbst ist nichts mehr sichtbar. Dagegen konnte ein Teil des Untergrabens lokalisiert werden. Auf einer Länge von ungefähr 25 - 30 m bis zur Einmündung in den Saalbach oberhalb des Minigolfplatzes ist der bachwärtig durch einen niedrigen Wall begrenzte Untergraben weitgehend verlandet und mit Schilfgras u.ä. bewachsen. In diesem Bereich führt er noch Sickerwasser, während er im oberen Abschnitt unter einer anthropogen aufgetragenen Schuttdecke verschwindet. Bei einer Absammlung wurden teils größere Schlackenstücke im und am Untergraben gefunden. Auffallend ist eine intensive anthropogene Überprägung des südlichen Hangbereiches im Hordenbachshammer in Form mehrerer unterschiedlich großer Schurfstellen, die von der Suche nach Eisenerz zeugen. Diese stehen möglicherweise im direkten Zusammenhang mit einer Eisenhütte, die mündlichen Überlieferungen zufolge im Mündungsbereich des Saalbaches in die Gelpe gelegen haben soll. Das Vorkommen von Eisen - wenn auch in geringem Maße - ist durch einen geologischen Aufschluß im Südwesthang des Mündungsbereiches belegt. Hier sind die Schichtköpfe eines südlich einfallenden Schichtpakets dunkelrot-grünlicher Tonsteine mit eingelagerten rostroten Brauneisengallen aufgeschlossen.
Eine erste Darstellung des Hordenbachshammers ist in der Urkatasterkarte von 1815 zu finden. Darin sind die Stauanlage und das Hammergebäude sowie ein kleineres Nebengebäude eingetragen (vgl. Planskizze). Im 17./18. Jahrhundert kommt es zu einer Expansion des eisenverarbeitenden Gewerbes, das im Bergischen Land ungefähr seit dem 10. Jahrhundert bekannt ist und zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung gewinnt. So wurde aufgrund der begrenzten Wasserkapazität der Hauptbäche die Errichtung weiterer Hammerwerke auf die kleineren Bäche der Umgebung ausgedehnt.
Am 15.03.1755 wurde die Konzession zum Bau des ersten Reckhammers am Saalbach an Abraham Rottsieper in Heidt erteilt. Nach mehrmaligem Besitzwechsel ging der Betrieb nach 1820 in den Besitz der Familie P. u. C. Hordenbach über, die über mehrere Hämmer und Kotten verfügte. Ende der 20er Jahre war das Hammerwerk mit drei oberschlächtigen Rädern ausgestattet, eines für den Schwanzhammer, zwei für die Blasebälge. Vermutlich von 1829 bis 1839 wurde der Hammerbetrieb an Johann Halbach verpachtet, dessen Name das Hammerwerk eine Zeit lang trug. Bis zum Abbruch des Betriebes im Jahre 1922 änderten sich die Besitzverhältnisse und die Benennung mehrfach (z.B. Schlieperscher Hammer nach K.W. Schlieper 1865). Erwähnenswert ist die Existenz des zwischen Hordenbachs- und Manneshammer gelegenen Roodekotten, die jüngste Anlage im Saalbach, deren Gründung in die Jahre 1817 - 1820 zurückgehen soll. Die umliegenden Anwohner und Schmiede der Saalbachhämmer hatte jedoch entgegen aller Erwartungen nichts gegen die Pegelsetzung des zusätzlichen Wasserentnehmers, da ohnehin die konzessionierte Stauhöhe um ca. 60 cm unterschritten wurde. Um die durch geringe Wasserführung bedingte Leerlaufzeit des Betriebes zu kompensieren, wurde eine Dampfmaschine installiert. Gegen Ende der 40er Jahre wurde der Kotten geschlossen.
Nach dem derzeitigen Kenntnisstand und unter Berücksichtigung der Quellen kann mit der Erhaltung von Resten des Betriebsgebäudes im Boden gerechnet werden. Der Hordenbachshammer stellt einen wichtigen Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der Metallindustrie im Gelpe-Saalbachtal dar. Seine materiellen Hinterlassenschaften erfüllen die Voraussetzungen nach § 2 DSchG NW zum Eintrag in die Liste geschützter Denkmäler. Für den Schutz und die Erhaltung stehen wirtschaftsgeschichtliche, bautechnische und volkskundliche Belange im Vordergrund, es besteht ein öffentliches Interesse.
Literatur:
Viebahn, Egon: Das Gelpetal. Remscheid 1975, S. 74-76
Hashagen, Justus: Bergische Geschichte. o.O.1958, S. 630
|