Wuppertal / Denkmalliste

Denkmalliste

Details

Hammerwerk, Stauanlagen, Eishausgraben Gelpetal: Manneshammer/Lüttermannshammer- Bodendenkmal
Adresse
Stadtbezirk Ronsdorf
Denkmalnummer B008
Eintragungsdatum 16.01.1998
Schutzumfang
Klassifizierung Ortsfestes Bodendenkmal
Beschreibung
Manneshammer auf dem Grundstück Ronsdorf, Flur/Flurstück 9/87, 91, 92, 93, 94, 95, 455, 456, 457. Im Einmündungsbereich des Heusieperbachs in den Saalbach, ca. 500 m nordwestlich der Ortschaft Heusiepen, liegt der Manneshammer, auch Lüttermanneshammer genannt. Südwestlich des Zusammenflusses von Heusieperbach und Saalbach erstreckt sich der Stauteich in südwestlicher Richtung über eine Länge von ca. 75 m. Der Hammerteich ist stark verlandet und wird randlich durch einen Teichdamm begrenzt. Talabwärts zum Saalbach hin wird der Teich durch einen ca. 1,50 m hohen Teichdamm abgesichert, dessen B reite an der Krone ungefähr 50 cm, an der Basis rund 3,50 m beträgt (vergleiche Profilskizze A-B). Der Dammkörper weist im südwestlichen Abschnitt einen ca. 3 m breiten Überlaufgraben auf, der auch in der Urkatasterkarte von 1815 verzeichnet und im unteren Abschnitt mit Bruchsteinmauerwerk gefasst ist. Reste des Obergrabens oder der Schlacht konnten zur Zeit der Begehung nicht lokalisiert werden. Dagegen lässt sich im nordwestlichen Hangbereich des Saalbaches ein Eishausgraben in sehr gutem Erhaltungszustand über eine Länge von ungefähr 100m verfolgen, der das Wasser zum Hammergebäude führte. Der Eishausgraben erreicht im Schnittbereich C-D an der Sohle eine Breite von ca. 3 m (vergleiche Profilskizze C-D). Nordwestlich besteht eine natürliche Hangbegrenzung, demgegenüber wird die talwärtige Befestigung durch einen strukturierten Erddamm gesichert. Der beidseitig angeböschte Damm ist an seiner Basis ca. 8,50 m breit und steigt zu einer Gesamthöhe von ungefähr 2 m auf. Im Bereich der Dammkrone beträgt die Breite wenige Dezimeter. Entlang des gesamten Eishausgrabens im Dammbereich wurden Schlackenreste gefunden, die eine Dammaufschüttung unter Beteiligung von Schlacke annehmen lassen. Der Eishausgraben führt im oberen Bereich noch Wasser, während das letzte Drittel trocken liegt, zurückzuführen auf mehrere grabenaufwärts gelegene natürliche Dammbrüche. Der Damm des Eishausgrabens weist im unteren Abschnitt die alte verschliffene Schöttstelle auf. Unterhalb der ehemaligen Schöttstelle finden sich außerdem Reste der aus Bruchsteinmauerwerk bestehende Hüftmauer, die stellenweise mit Ziegelsteinen geflickt ist. Der Untergraben ist nicht mehr erkennbar. Im Bereich des ehemaligen Hammergebäudes ist in einem natürlichen Aufschluss der Laufhorizont des Hammerwerks sichtbar, der aus gestampftem rostfarbenen Lehmboden und aufliegenden oxidierten Schlackenschichten aufgebaut ist. Eine erste Darstellung des Lüttermanneshammer findet sich in der Urkatasterkarte von 1815. Darin sind neben dem Hammergebäude die Stauanlagen mit Eishausgraben und Untergraben sowie der Standort des Wasserrades eingezeichnet (vergleiche Planskizze). Die Erbauung des Hammerwerkes wird auf das Konzessionsjahr 1671 datiert. Um 1800 (eventuell früher) erwarb Luther Mannes den Hammer. Wenige Jahre später erhielt die Umgegend des Hammers den Namen "Am Lüttermannshammer", benannt nach der mundartlichen Abwandlung des Vornamens Luther. Der damalige Raffinierhammer war mit 3 Wasserrädern zwei für Blasebälge, eines für den Schwarzhammer ausgestattet und belieferte sowohl Kleinschmiede als auch Solinger Klingenhersteller mit Gerbstahl. Nach mehrmaligen Wechsel der Besitzer wurde der Hammer um die Jahrhundertwende unter der Firma Wiebels zu einer Fabrik mit Dampfmaschine und Schornstein umgebaut. Bevor die Betriebsanlagen 1926 abgerissen und das Baumaterial anderweitig verbaut wurde, wurden hauptsächlich Vorschlaghammer hergestellt. Die Geschichte des Eisenbergbaus im Bergischen Land reicht bis ins hohe Mittelalter zurück und ist von großer Bedeutung für die Entwicklung dieser Landschaft. Die Stauanlagen sowie der Eishausgraben des Lüttermanneshammer sind wichtige Zeugnisse der montanhistorischen Entwicklung des Gelpe-Saalbachtal-Gebietes. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand und unter Berücksichtigung der Quellen ist mit weiteren Resten des Betriebsgebäudes im Untergrund zu rechnen. Die Relikte des Manneshammers erfüllen die Voraussetzung nach § 2 DSchG NW zum Eintrag in die Liste der geschützten Denkmäler. Für den Schutz stehen wirtschaftsgeschichtliche, bautechnische und volkskundliche Belange im Vordergrund, es besteht ein öffentliches Interesse. Erscheinungsbild: Eishausgraben und talwärtiger Damm sind bis auf kleinere Durchbrüche sehr gut erhalten. Gleiches gilt für den aufgeschütteten Teichstaudamm und die randlichen Teichbegrenzungen. Der Teich ist stark verlandet. Von den Betriebsgebäuden ist nur ein kleiner Rest der Hüftmauer erhalten. Literatur: Viebahn, Egon: Das Gelpetal. Remscheid 1975, S. 80-82