Wuppertal / Denkmalliste

Denkmalliste

Details

Hohlweg- Alte Kohlenstraße- Altstraße- Bodendenkmal
Adresse
Stadtbezirk
Denkmalnummer B036
Eintragungsdatum
Schutzumfang
Klassifizierung Ortsfestes Bodendenkmal
Beschreibung
Nordwestlich von Barmen kreuzt von Nordosten nach Südwesten ein alter Verkehrsweg das Hagerbachtal. Die Straße verlief am Berghang von Horath auf Katernberg zu und erreichte dann Elberfeld. Sie wird auch als Alte Kohlenstraße oder Westfalenweg bezeichnet. Die Wegetrasse zweigt ursprünglich von der Straße Horather Schanze nach Südwesten ab und ist heute noch als Wirtschaftweg erkennbar. An der Westseite begleiten Sträucher und Buschwald den Weg. Nach ca. 170m tieft sich der Weg leicht als Hohlweg ins Gelände ein. Zur Westseite hin befindet sich aufgeschüttetes Gelände eines Tennisplatzes. Teilbereiche des alten Weges werden hierdurch überlagert. Im weiteren Verlauf stellt sich der Weg als markanter Hohlweg dar. Die Breite an der Basis beträgt 3,0 - 5,0 m, die Höhe des Geländeeinschnittes beträgt an der Westseite bis zu 3,20 m und an der Ostseite bis zu 2,80 m. Der Hohlweg verläuft mit zwei kleinen Versprüngen zum Hagenbach hin. Im letzten Abschnitt ist er durch eine moderne Straße überbaut. Westlich de Dönberger Straße ist die alte Trasse durch einen modernen Zufahrtsweg überlagert. Nach 60,0 m beginnt ein weiterer Abschnitt als Hohlweg. Er verläuft in der Flur In der Hagerbeck auf einer Strecke von 260,0 m den Hang hinauf. Der Weg ist stark in das Gelände eingeschnitten, auf dem Talboden verläuft heute ein kleines Rinnsal. In seinem letzten Abschnitt ist der Hohlweg heute mit modernem Schutt abgefüllt. Die Trasse ist mit Sträuchern und Buschwald bewachsen und so als Linie gut erkennbar. Archäologische Situation und Befunderwartung Mittelalterliche Fernhandelswege entstanden zumeist an den für die damalige Zeit günstigen topographischen Begebenheiten. Im Bergischen Land suchten sie die trockenen Höhen oder Hochflächen und gingen nur dort wo eine Furt war ins Tal hinab, um einen Bach oder Fluss zu überqueren. Anders als die römischen Staatsstraßen waren die mittelalterlichen Wege wenig oder gar nicht befestigt. War eine Fahrspur ausgefahren, so wurde parallel dazu eine neue Trasse eingerichtet. Vor allem an den Berghängen entstanden so im Zusammenhang mit der Erosion ausgeprägte Hohlwege. Durch die eisenberingten Wagenräder der Karren und Fuhrwerke haben sich vielfach Fahrspuren als Karrengleise im Erdreich oder im anstehendem Gestein erhalten. Neueren wissenschaftlichen Forschungen nach, wurden im Mittelalter durchaus auch die Fernhandelswege künstlich befestigt. Westlich von Padderborn, im Bereich der Wüstung Balhorn, am Hellweg gelegen, konnten drei Straßenabschnitte archäologisch untersucht werden, die eine dünne Schotterlage als künstliche Fahrbahndecke aufwiesen. In dieser Sicht waren die Spuren von Wagenrädern eingedrückt; in einem Bereich konnte der Radstand von 1,27 m nachgewiesen werden. ... Historische Grundlagen: Hinweise auf die Altstraße bei Dönberg sind historischen Karten zu entnehmen. Eine erste Darstellung des Weges findet sich auf der Karte von Ploennies aus dem Jahre 1715 und danach 1805 auf der Karte von LeCoq. Auf der Uraufnahme der TK25 von 1846 findet sich der Hinweis Alte Kohlenstraße. Die Urkatasterkarte Dönberg, Flur III, von 1820 bis 1863 zeigt den alten Straßenverlauf in der Hagenbeck. Die Flurkarte Gennebreck, Flur D, von 1934 zeigt den Hohlweg südlich der Straße Horatherschanze. Denkmalrechtliche Begründung: Alte Wegetrassen und Hohlwege zeigen die Führung wichtiger alter Verkehrsverbindungen an, auf denen sich früher der Personen- und Warenverkehr abgewickelt hat. Damit stellen sie eine unverzichtbare Quellengattung zur Erforschung der Verkehrs-, Siedlungs- und Territorialgeschichte des Rheinlandes sowie der Arbeits- und Produktionsverhältnisse im Mittelalter und der frühen Neuzeit dar. Sie dokumentieren darüber hinaus eindrucksvoll politische, wirtschaftliche und kulturelle Verhältnisse und sind ein unverzichtbares Zeugnis der Menschheitsgeschichte. Es sind wichtige landesgeschichtliche Bodenurkunden, denn ihre Erforschung dienst der Ergänzung und Präzisierung archivarischer Überlieferung und historischer Zeugnisse. Aufgelassene Straßentrassen enthalten nach bisherigen Erkenntnissen im Erdreich umfangreiches, wissenschaftlich auswertbares Material in Form von Verfärbungen, Schichten und materiellen Hinterlassenschaften. Der Hohlweg südlich von Dönberg ist ein eindruckvolles Zeugnis mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Handels- und Verkehrswege im Stadtgebiet von Wuppertal. Geographische Lage und historische Zeugnisse weisen auf ein hohes Alter der hier erhaltenen Linien- und Verkehrsführung hin. Sie erfüllt die Voraussetzungen nach § 2 DSchG NW zum Eintrag als ortsfestes Bodendenkmal in die Liste der geschützten Denkmäler. An ihrem Schutz und Erhalt besteht ein öffentliches Interesse. Schutzbereich: Der Schutzbereich umfasst den Hohlweg bis zu den Seitenrändern und im wesentlichen Teil die verschütteten Bereiche bis zu den Flurstücken am Westfalenweg.