Wuppertal / Denkmalliste

Denkmalliste

Details

Krankenhaus St. Josef. sog. Kapellchen
Adresse Bergstr. 6
Stadtbezirk Elberfeld
Denkmalnummer 736
Eintragungsdatum 19.03.1986
Schutzumfang gesamtes Gebäude einschließlich der historischen Innenausstattung
Klassifizierung Denkmal
Beschreibung
Das St. Josef-Krankenhaus Bergstraße 6, das älteste Elberfelder Krankenhaus, besteht aus dem ursprünglich dreigeschossigen, zwischen Risaliten liegendem Kernbau von 1852 - 54 mit mittiger Kapellenapsis aus bossiertem Sandsteinmauerwerk in neoromanischen Stilformen mit zum Teil rundbogigen Zwillingsfenstern. Ausschlaggebend für den Bau war die verheerende Cholera-Seuche von 1849, die die Stadt völlig unvorbereitet traf. Das Gebäude gehörte zum Typ der "Korridor-Krankenhäuser" nach dem Vorbild des Diakonissen-Krankenhauses Bethanien in Berlin (1845 - 47). 1950 wurde dieser Kernbau um ein Geschoss mit nach unten abschließender, durchlaufender Terrasse an der Straßenfront und ausgebautem Mansarddach aufgestockt. Die Hoffassade ist mit Kratzputz versehen. 1878 wurde der dreigeschossige westliche Anbau mit Eckrisalit an der Straßenseite ausgeführt aus gleichem Material, jedoch mit Putz-, Schiefer- und gefugter Backsteinfassade an der Hoffront. 1907 wurde der viergeschossige, östliche Erweiterungsbau mit zwei Nordflügeln angegliedert aus rotem Sandstein in neogotischen Stilformen mit aufwendig gestaltetem Portikus und Außentreppe im Eingangsbereich und einem Eckrisaliten mit Pyramidendach an der Straßenseite. Die Hoffront besteht aus Bruchsteinmauerwerk im Kellergeschoss und gefugtem Backsteinmauerwerk in den übrigen Geschossen mit zum Teil Sandstein - Fenstergewänden und offenen Loggien in den Geschossen. Das St. Josef- Krankenhaus dokumentiert eindrucksvoll in seiner Fassade die drei großen Entwicklungsstufen des Krankenhauswesens in Deutschland und dient gleichzeitig als gut ablesbares Zeugnis dreier Entwicklungsstufen der Stadt Elberfeld. Während die noch in weitesten Teilen erhaltene 1. Baustufe von 1854 einen wichtigen Abschnitt in der Entwicklung des deutschen Hospitalwesens im 19. Jahrhundert dokumentiert, ist der Ostflügel von 1907 aus architekturgeschichtlichen Gründen als Denkmal einzustufen. Damit ist das Gebäude unverzichtbarer Bestandteil der historischen Bausubstanz Elberfelds und ein Zeugnis für die Geschichte des Ortes. Erhaltung und Nutzung liegen deshalb gemäß § 2 (1) DSchG aus städtebaulichen, künstlerischen, wissenschaftlichen und stadthistorischen Gründen im öffentlichen Interesse. Die Unterschutzstellung erstreckt sich auf das gesamte Gebäude einschließlich der historischen Innenausstattung. (Remus)