Wuppertal / Denkmalliste

Denkmalliste

Details

Corneliusstraße 18
Adresse Corneliusstr. 18
Stadtbezirk Vohwinkel
Denkmalnummer 4045
Eintragungsdatum 07.04.1997
Schutzumfang gesamtes Gebäude
Klassifizierung Denkmal
Beschreibung
Bei dem Objekt Corneliusstraße 18 handelt es sich um ein zwischen 1924 und 1927 errichtetes Villengebäude mit hohem Walmdach. Das freistehende, zweigeschossige Gebäude in Massivbauweise liegt in einer parkähnlichen Gartenanlage, erschlossen durch eine breite Zufahrt. Seine Fassaden zeigen ein für die Erbauungszeit charakteristische historistische Stuckornamentik. Die drei Mittelachsen der Vorderfront werden von einem Frontispiz eingefasst, der sich plastisch kaum von den Außenachsen abhebt. Dafür kragt im Obergeschoss ein Balkon mit Balustraden hervor, getragen von Rundstützen mit ionischen Kapitellen. Nicht nur im Erdgeschoss wird die Mittelachse als Eingangsbereich besonders betont, auch das Obergeschoss erhielt dort einen Austritt zum Balkon. Ein kleineres Fenster in der Giebelfläche, gerahmt von floralem Girlandenschmuck, führt die Mittelachsenbetonung in die Dachzone weiter. Als Pendant besitzt die Gartenrückseite einen kleeblattförmigen Giebel, der sich oberhalb eines von Rundstützen getragenen Balkons erhebt. Auch die halbrunden, bzw. polygonalen Vorbauten der Schmalseiten erhielten größere Fensteröffnungen. Die Sprossenfenster im Erd- und Obergeschoss besitzen Klappläden und eine profilierte Rahmung. Mit seinem großen Schlussstein kragt der geschwungene Fenstersturz dabei etwas hervor. Über einem ausladenden Konsolgesims, das sich auch in den Giebelzonen wiederholt, erhebt sich das hohe Walmdach. ... Das Objekt Corneliusstraße 18 hat bislang keine nennenswerten Veränderungen erfahren und veranschaulicht die charakteristischen Eigenschaften eines historistischen Villengebäudes kurz vor der Jahrhundertwende. Plastische Dekorationselemente wie auch die repräsentative Schaufassade greifen traditionelle Gestaltungs- und herrschaftliche Repräsentationsmerkmale auf. Vor allem die streng axiale Hauptfront verwendet auch in einzelnen Schmuckdetails klassische Motive des Neuklassizismus. Gleichzeitig machen geometrisch vor- und zurückspringende Baukuben den beginnenden Einfluss der modernen Architektur deutlich, der sich auch auf die punktuell eingesetzte Ornamentik auswirkt. Der Stuck, mit Ausnahme der Giebelachsen nur auf die Fenster- und Türöffnungen reduziert, lässt bereits den beginnenden Jugendstil mit seinen floralen und geometrischen Elementen spüren. Mit diesen wesentlichen Gestaltungselementen bildet das o. g. Gebäude ein eindrucksvolles Zeugnis dieser Architekturepoche. Sein reicher und qualitätvoller Dekor sowie seine großzügigen Abmessungen machen es außerdem zu einem Zeugnis der Wohn- und Lebensvorstellungen jener Bevölkerungsschicht, der der Bauherr angehörte. Darüber hinaus ist es im Zusammenhang der Straßenbebauung mit großbürgerlichen Wohnhäusern zu sehen. Hier wird der Aufstieg der Wupperstädte zu Industriegroßstädten dokumentiert, der auf Grund der starken Bevölkerungszunahme in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen Bauboom zur Folge hatte. Hierbei wurden ganze Stadtviertel neu errichtet, und zwar sowohl Arbeiterquartierte wie auch großbürgerliche Häuser in bevorzugter Wohnlage. Das o. g. Gebäude veranschaulicht somit auch einen Teil der Geschichte Vohwinkels, das früher zum Kreis Mettmann gehörte. Vohwinkel, erst im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts erschlossen, erfuhr kurz nach der Jahrhundertwende eine zusätzliche Aufwertung durch den Neubau der Endhaltestelle der Schwebebahn. Folglich ist das Gebäude Corneliusstraße 18 ein frühes Beispiel und damit ein unverzichtbarer Bestandteil der historischen Bebauung des heutigen Wuppertaler Stadtteils. Erhaltung und Nutzung liegen daher gemäß § 2 (1) DSchG aus städtebaulichen, wissenschaftlichen und stadthistorischen Gründen im öffentlichen Interesse. Die Unterschutzstellung erstreckt sich auf das gesamte Gebäude. (Ru)