Wuppertal / Denkmalliste

Denkmalliste

Details

Alte Heckinghauser Zollbrücke
Adresse Heckinghauser Str. ~
Stadtbezirk Heckinghausen
Denkmalnummer 4052
Eintragungsdatum 05.05.1997
Schutzumfang gesamtes Gebäude
Klassifizierung Denkmal
Beschreibung
Die alte Wupperbrücke liegt im Verlauf einer alten Wegeverbindung zwischen dem bis zum Wiener Kongress 1815 zur Pfalz gehörenden Großherztum Berg und der Preußischen Grafschaft Mark. Auf dieser Straße wurde in erster Linie Kohle aus den Gruben im Raume Haßlinghausen (Mark) durch eine Furt in der Wupper zur Eisenbahnindustrie nach Cronenberg, Remscheid und Solingen (Berg) transportiert und zwar mit Lastpferden. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts beschloss man, für den Reit- und Wagenverkehr eine steinerne Brücke zu bauen und bekam hierfür 1716 eine Konzession der Brandenburg-Preußischen Regierung, welche im Jahr 1729 bestätigt wurde. Erst Anfang 1775 beschlossen die beiden benachbarten Hofbesitzer, die Familien Rittershaus und Beckmann, die Brücke zu bauen. Man wählte ein Brückenbau-Konsortium, welches auch die Finanzierung der Brücke übernahm. Zeitentsprechend standen diesen und den Erbnachfolgern auch die Einnahmen aus dem Brückenzoll zu. Mit dem Bau der Eisenbahn ging die Bedeutung der Brücke zurück. Ende des 19. Jahrhunderts ging sie dann in öffentliches Eigentum über und wurde 1975 für den Autoverkehr gesperrt. Die Brücke besteht aus drei Bogen. Die beiden äußeren haben eine lichte Weite von 6,62 m mit einer Pfeilhöhe von 3,22 m und sind somit annähernd halbkreisförmig ausgebildet. Der Mittelbogen ist ein Kreissegment mit 12,80 m Lichtweite und 4,17 m Pfeilhöhe. Die Pfeiler haben eine Dicke von jeweils 2,98 m. Oberstrom sind ihre Vorköpfe 2,38 m breit und als Eisbrecher zugespitzt; unterstrom 2,57 m breit. Die Gesamtbreite der Brücke beträgt 5,83 bis 5,91. Die Gradiente verläuft fast symmetrisch und verleiht der insgesamt 32,60 m langen Brücke durch ihr starkes beiderseitiges Längsgefälle ihr charakteristisches Aussehen. Das Mauerwerk besteht aus Grauwacke. Ursprünglich stand auf einem der Brückenpfeiler ein Zollhaus, welches später (wann ist unbekannt) abgerissen wurde. Die Brücke ist ein wichtiges Zeugnis für die Geschichte des Stadtteils Heckinghausen und die industriegeschichtliche Entwicklung des Wuppertals. Zugleich überliefert sie historische Handelsstrukturen in einer deutlich ablesbaren und erlebbaren Weise. Sie ist ein gutes, weil noch in hohem Maße authentisches, Beispiel für die Brückenbautechnik ihrer Entstehungszeit. Als ältester wupperquerender Steinbrücke im Stadtgebiet kommt ihr ein besonderer stadthistorischer Wert zu.