Wuppertal / Denkmalliste

Denkmalliste

Details

Kottsiepen 32
Adresse Kottsiepen 32
Stadtbezirk Ronsdorf
Denkmalnummer 4066
Eintragungsdatum 29.09.1997
Schutzumfang gesamtes Gebäude
Klassifizierung Denkmal
Beschreibung
Bei dem Gebäude Kottsiepen 32/34 handelt es sich um ein zweieinhalbgeschossiges, teilunterkellertes Fachwerk-Doppelhaus, das in symmetrischer Anordnung mit mittig zusammengefassten Eingangstüren zwei zweizonige, zweiraumtiefe Haushälften unter einem gemeinsamen Satteldach vereint. Mangels eindeutiger Quellen kann das Gebäude nur aufgrund der typischen Konstruktionselemente des Fachwerks und der Gebäudeproportionen ins frühe 18. Jahrhundert datiert werden (die Kellergewölbe sind möglicherweise älter). Die erste Erwähnung des Kottsiepen ist 1471 in einem Lagerbuch der Gemeinde Lüttringhausen nachweisbar. 1715 ist die Ansiedlung "Korzieben" im Kartenwerk "Topographia Ducatus Montani" des Erich Philipp Ploennies verzeichnet; im Urkataster von 1825 ist das zweigeteilte Gebäude selbst eindeutig zu erkennen. Die freiliegende Fachwerk-Fassade der östlichen Traufseite erhebt sich über einem massiven Sockel und zeigt über dem Schwellholz eine Konstruktion aus fünf Gebinden. Die Ständer, die durch lange, leicht geknickte Kopfstreben versteift sind, spiegeln die innere Raumaufteilung und Wandanordnung wider und teilen die Fassade in vier etwa gleich große Zonen. Vier Riegellagen teilen die Wände relativ gleichmäßig in liegende Gefache, ein Rähmholz sorgt für die Längsversteifung der Gebinde. In den rechten unteren Gefachen der rechten Haushälfte ist eine weitere Strebe angeordnet, die entsprechende Stelle der linken Haushälfte ist mit einem Fenster versehen und später massiv ausgeflickt worden. ... An der Neigung des Oberlichtes von Haus 34 an der Senkung der Riegellagen und des Rähms zur Hausmitte hin ist eine bauliche Besonderheit des Gebäudes ablesbar; das Haus ist nicht vollständig unterkellert. Jeweils unter der äußeren Raumzone ist eine quer zum First verlaufende Halbtonne als Kellergewölbe eingezogen, der Kellerhals mit einer Treppe aus Sandsteinstufen über Backsteinlagen ragt in die innere Hauszone hinein (ein gemeinsamer Hausbrunnen lag bis zur Zuschüttung in den 1930er Jahren mittig vor dem Haus). ... An der Gebäuderückseite sind durch An und Umbauten Änderungen vorgenommen worden. Haus 32 weist eine eingeschossige Abschleppung auf (möglicherweise der 1907 erwähnte Stallanbau). An Haus 34 ist ein bis in die Dachzone reichender schmaler Vorbau angebaut, die rückwärtige Hauswand ist in jüngerer Zeit aufgemauert worden. Trotz dieser Veränderungen ist das Gebäude ein wichtiges Zeugnis für die typische Bergische Fachwerkbauweise, die sich durch sachliche Konstruktion bei regelmäßiger Zonen- und Feldereinteilung sowie den vollständigen Verzicht auf Schnitzornamente oder Zierverstrebungen auszeichnet. Es ist ferner ein Zeugnis für die Arbeits- und Produktionsverhältnisse in seiner Nutzung durch Bandwirker und Ackerer bzw. einen Kleinschmied, der in dem heute ansässigen Betrieb der Blombach GmbH eine traditionsreiche Nachfolge gefunden hat. Als Stammhaus der Familie Blombach, die hier wohl bis 1586 zurückverfolgt werden kann (Mitteilung der Bewohner: Photographie im Besitz des Bewohners), sowie als Zeugnis eines der ältesten Siedlungspunkte auf dem Gebiet der ehemals selbstständigen Stadt Ronsdorf ist es zudem von stadthistorischer und ortskundlicher Bedeutung. Erhaltung und Nutzung liegen daher gemäß § 2(1) DSchG aus volkskundlichen, wissenschaftlichen und stadthistorischen Gründen im öffentlichen Interesse. Die Unterschutzstellung erstreckt sich auf das gesamte Gebäude. (ch)