Beschreibung
Das Gebäude Lederstraße 24 ist ein dreigeschossiges Wohnhaus mit ausgebautem, ziegelgedecktem Satteldach. Es wurde zwischen 1876 und 1886 errichtet. Seine straßenseitige Fassade ist verputzt, die linke, frei stehende Giebelseite wurde im Bereich der Obergeschosse nachträglich verschiefert, das Erdgeschoss glatt verputzt.
Fassadengestaltung: die straßenseitige Hausfront ist in vier Fensterachsen untergliedert, wobei das erste Obergeschoss und der Eingangsbereich gestalterisch etwas hervorgehoben werden. Die linke Giebelseite zeigt eine von der Mittelachse der Giebelseite nach links verschobene Fensterachse mit kleinen Öffnungen, die jeweils in Höhe der einzelnen Geschosse der Fassadenfront liegen. Die Fensteröffnungen der straßenseitigen Fassade sind gleichformatig und mit gleichartig gestalteten, modernen Fenstern ausgestattet: zweiteilig, mit Kämpfer und geteiltem Oberlicht.
Im Erdgeschoss, das einen Bänderputz besitzt, in welchem aufgeraute, plastisch vortretende Quader mit glatt verputzten Quaderflächen wechseln, liegt der Eingang in der inneren rechten Fassadenachse. Die Eingangszone wurde hier besonders hervorgehoben: die Einfassung der Türöffnung besteht seitlich aus flankierenden, pilasterartig angelegten Profilrahmen (mit eingetiefter Fläche), die von korinthisierenden Kapitellen bekrönt werden; darüber lagert ein im oberen Bereich stark profiliertes Gebälkstück (das im unteren Bereich quaderförmig eingetieft ist). Die Fensteröffnungen hingegen weisen schlichte Profilrahmen auf, die auf einem durchlaufenden Sohlbankgesims ruhen. Die Brüstungszonen der Fenster zeigen kassettenförmig vortretende Quader in Reihe. Im glatt verputzten Sockel, der sich zusätzlich durch eine karniesförmige, durchlaufende Profilierung vom übrigen Erdgeschoss abhebt, liegen (jeweils unterhalb der Fensterachsen) kleine Kellerfensteröffnungen. Im Übergang zu den Obergeschossen befindet sich ein mit vielen Rosetten dicht besetzter (die Gründerzeit stilistisch einleitender) Fries, der samt darübersitzendem, stark vorkragendem Sohlbankgesims (des ersten Obergeschosses) das gesamte Parterre in seiner Funktion als Sockelgeschoss betont und es damit optisch von den Obergeschossen abgrenzt.
Im ersten Obergeschoss werden alle vier Fensteröffnungen einheitlich durch profilierte Stuckrahmen eingefasst, die an den oberen Ecken mit schmalen Konsolen enden. Währen die beiden inneren Fensterverdachungen aus flachbogigen, profilierten Segmentgiebeln gebildet werden, bestehen die der jeweiligen Außenachsen aus profilierten Gebälkstücken. Insgesamt zeigt sich in diesen Bereichen noch deutlich ein überwiegend klassizistisch geprägter Gestaltungswille. Als optisches Gegengewicht zu diesen Fensterverdachungen schließt sich unter den Fensteröffnungen das bereits erwähnte, durchlaufende Sohlbankgesims an.
Im zweiten Obergeschoss zeigt sich eine für alle vier Fensteröffnungen gestalterisch identische Einfassung durch schlichte, profilierte Stuckrahmen, die im Sturzbereich durch eine schmale, gebälkartige Profilleiste ergänzt werden. Nach unten werden die Öffnungen durch eine Fensterbank begrenzt. Eine Zier bilden in diesem Geschoss die kleinen, dekorativen Konsolen, die die Fensterbänke optisch stützen, sowie das über den Fensteröffnungen verlaufende, schon gründerzeitlich anmutende Blattfries, welches zugleich mit dem darübersitzenden Kranzgesims den oberen gestalterischen Abschluss der Fassade bildet.
Im Dachgeschoss befinden sich drei Gauben, die über der Mittelachse der Fassade und über den beiden äußeren Fenstersachsen angeordnet sind. Die Gauben tragen ein Satteldach.
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Das Gebäude ist ein für das Wuppertaler Stadtgebiet typisches, spätklassizistisches bzw. frühgründerzeitliches Wohnhaus. Es ist ein Zeugnis für die Entwicklung der Baukunst in Wuppertal, indem es die Übergangsphase Klassizismus - Gründerzeit gestalterisch präsent hält. Die modernen Fenster sowie vor allem die Verkleidung der Giebelseite und die modern gestaltete Rückseite stören das historische Erscheinungsbild etwas. Original erhalten geblieben ist die Eingangstür. Da das Gebäude Bestandteil eines in diesem Bereich weitgehend erhaltenen, historischen Straßenzuges ist, spiegelt es einen städtebaulichen Zusammenhang Elberfelds, speziell der Nordstadt, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wider. Außerdem gehört das Gebäude zu einer der frühen Bauphasen der Elberfelder Nordstadt und ist ein Beispiel für eine damals übliche Bauweise. Da die Elberfelder Nordstadt (vom Arbeiterwohnquartier bis zur großbürgerlichen Villa im Bereich der Briller Straße) zudem die industriell beeinflusste Architektur-, Städtebau- und Sozialgeschichte exemplarisch dokumentiert, ist das genannte Objekt auch Zeugnis für die industrielle Entwicklung Elberfelds.
Erhaltung und Nutzung liegen daher gemäß § 2 (1) DSchG aus städtebaulichen, wissenschaftlichen und stadthistorischen Gründen im öffentlichen Interesse.
Die Unterschutzstellung erstreckt sich auf das gesamte Gebäude.
(Sch)
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