| Adresse | Goerdelerstr. 23 |
| Stadtbezirk | Vohwinkel |
| Denkmalnummer | 3722 |
| Eintragungsdatum | 09.08.1995 |
| Schutzumfang | gesamtes Gebäude (Hauptgebäude, Turnhalle und Rektorenwohnhaus) und vorgelagerten Hof |
| Klassifizierung | Denkmal |
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Beschreibung Bei dem Objekt Goerdelerstraße 21 - 23 handelt es sich um ein Schulgebäude mit flankierender Turnhalle und Rektorenwohnhaus. Das Gebäude wurde 1914/15 im Rohbau errichtet, kriegsbedingt ruhte danach die Baustelle. Der endgültige Ausbau erfolgte 1922. Das 2. Obergeschoss ist erst seit 1925 zu nutzen, und die Aula wurde 1923 einstweilen nicht ausgebaut, sondern diente als Lagerraum. Die Stadt Vohwinkel hatte zunächst einen offenen Wettbewerb ausgeschrieben für den Entwurf der neuzubauenden Realschule. Der Rat der Stadt beauftragte dennoch keinen der Preisträger, sondern forderte das eigene Baubüro auf, auf Grundlage von Entwürfen des Stadtbaumeisters Beelow zu planen und durchzuführen. Die gesamte Anlage ist Barockschlössern nachempfunden: Mittig, als Corps de logis, befindet sich der zweigeschossige Schultrakt mit ausgebautem Mansarddach. Die Fassade ist symmetrisch angelegt mit breitem Mittelrisaliten, der sich in das Dachgeschoss hinein fortsetzt und von einem leicht geschwungenen Giebel bekrönt wird. An das Hauptgebäude schließen ein- bzw. zweigeschossige Verbindungstrakte an. Rektorenwohnhaus und Turnhalle bilden die Communs. "Der Schloßhof" (cour d'honneur) zeichnet sich durch zwei große Ahornbäume aus und öffnet sich zum Straßenraum hin. Die Haeselerstraße stellt eine - wenn auch schräge - Achse auf das Gebäude dar. Der Bau dieser Schule ist ein gutes Beispiel für den Repräsentationswillen einer Kommune, der sich in ihren öffentlichen Bauten widerspiegelt. Die im Grunde schlichte Bauaufgabe "Schule" wird durch ein Gebäude im Stile eines Barockschlosses nobilitiert. Bildung, insbesondere höhere Bildung - man bemühte sich erfolgreich um die Umwandlung in ein Realgymnasium - erhält so für alle sichtbar einen hohen Sozialstatus und hebt Schüler wie Lehrer aus der breiten Masse. Die Schule ist somit nicht nur Dokument für die steigende Bevölkerungszahl und die damit einhergehende Notwendigkeit neuer Schulbauten, sondern sie ist Zeugnis für das kommunale Selbstverständnis und die Schul- Respektive Sozialgeschichte der ehemals selbstständigen Stadt Vohwinkel. Erhaltung und Nutzung liegen daher gemäß § 2 (1) DSchG aus städtebaulichen, wissenschaftlichen und stadthistorischen Gründen im öffentlichen Interesse. Die Unterschutzstellung erstreckt sich auf das gesamte Gebäude (Hauptgebäude, Turnhalle und Rektorenwohnhaus) und vorgelagerten Hof. |