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Kalk-Ringofen Dorp- Bodendenkmal  

Bezeichnung: Kalk-Ringofen Dorp- Bodendenkmal
Stadtbezirk:
Straße:  
Denkmalnummer: B015
 
Eintragungsdatum: 09.11.1993
Austragungsdatum:
 
Schutzumfang:
Eigentumsstatus:
 
Klassifizierung: Ortsfestes Bodendenkmal


Beschreibung:

Kalk-Ringofen Dorp
auf dem Grundstück Elberfeld, Flur/Flurstück: 443/86.

Westnordwestich von Elberfeld bestanden um die Jahrhundertwende im Ortsteil Dorp zwei Kalksteinbrüche mit den entsprechenden Industrieanlagen.

Diese Kalksteinbrüche sind heute wieder verfüllt und mit Buschwald und Strauchwerk bewachsen. Im Gelände sind bauliche Reste der Anlagen obertägig nicht erhalten. Zu erkennen sind noch die alten Trassen der Bahnanlagen sowie die Fundamente modernerer flachgründiger Industriebauten. Am Südhang der künstlichen Aufschüttung treten Mauerreste eines älteren Gebäudes zu Tage. Dabei dürfte es sich um Mauerzüge des hier katastermäßig ausgewiesenen Ringofens handeln.
Nach mündlicher Mitteilung des für die Verfüllung zuständigen Bauunternehmers wurde seinerzeit der hier plazierte Ringofen lediglich mit Erdreich aufgeschüttet, so dass die bauliche Substanz erhalten blieb.

Von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum 2. Weltkrieg existierte im Bereich Eskesberg eine blühende Kalksteinindustrie. Aufbauend auf die Riffkalke des oberen Mitteldevons zeichnet sich der Eskesberger Kalk durch einen hohen Gehalt von 98,5 - 99,5 % CaCo 3 aus, der vorwiegend zur Aufbereitung von Mörtel verwendet wurde. Alten Kartenwerken zufolge existierte der oben benannte Ringofen seit 1885 (siehe Planzeichnung). Es handelte sich dabei um ein spezielles Verfahren, ursprünglich für die Ziegelherstellung entwickelt, das dann aber auch von den Kalkbrennern übernommen wurde. Ein Ringofen bestand aus einem kreisförmig oder oval gewölbten Brennkanal, der in einzelne Kammern gegliedert war. Diese Kammern wurden in bestimmter Folge mit Kalksteinblöcken gefüllt, mit Papierschiebern abgeschlossen, unter Feuer gesetzt und nach Abkühlen entleert. Dabei wurde das Feuer von Kammer zu Kammer geleitet. Die Luft fährt ebenfalls horizontal von Kammer zu Kammer , sie kühlt, gibt Sauerstoff für die Verbrennung ab, wärmt vor und entweicht durch die "Fuchslöcher" in den Schornstein. Auch die Befeuerung erfolgt über die in der Gewölbedecke zu öffnenden "Schürlöcher". Nach Hinweis von Prof. Kasig, TH Aachen, handelt es sich um den einzigen noch erhaltenen Kalkringofen in Nordrhein-Westfalen.

Nach dem derzeitigen Kenntnisstand kann erwartet werden, dass der Ringofen bei Dorp mit seinen Gewölbekammern, Fuchs- und Schürlöchern sowie der Basis des Schornsteins unter der Aufschüttung erhalten ist.

Der Ringofen bei Dorp/Katernberg ist bedeutend für die Wirtschaftsgeschichte im Wuppertaler Stadtgebiet sowie für die technische Entwicklung der Kalksteinindustrie in den bergischen Kalksteingebieten. Als der wohl letzte erhaltene Kalksteinringofen in NRW kommt ihm zu dem eine überregionale historische Bedeutung zu. Er erfüllt die Voraussetzungen nach § 2 DSchG NW zum Eintrag in die Liste der geschützten Denkmäler. Für den Erhalt und den Schutz stehen wirtschafts-, technikgeschichtliche und volkskundliche Belange im Vordergrund, es besteht ein öffentliches Interesse.

Erscheinungsbild: Das gesamte Areal ist künstlich aufgeschüttet. Am Hangfuß treten einzelne Mauerreste zu Tage.

Literatur:
Reising, Paul: Der Kalkofen am Eskesberg (1989)
Stöcke, K. u.a.: Die Arbeit im Kalkwerk. Berufskundliche Schriften für die Industrie der Steine und Erde 1 (1940)
Paeckelmann, Wilhelm: Erläuterungen zu Blatt 4708 Wuppertal-Elberfeld
Geologische Karte von NRW 1:25000. Geologisches Landesamt NW, Krefeld (1979) 75 f




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