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Am Buschhäuschen 23  

Bezeichnung: Am Buschhäuschen 23
Stadtbezirk:
Straße:  
Denkmalnummer: 4003
 
Eintragungsdatum: 02.09.1996
Austragungsdatum:
 
Schutzumfang: Villa und Chauffeurshaus in ihrer Gesamt
Eigentumsstatus:
 
Klassifizierung: Denkmal


Beschreibung:
Bei den o. g. Objekten handelt es sich um die sog. "Villa Schniewind" mit dazugehörigen Chauffeurhaus. Beide Gebäude wurden -vermutlich- 1912/13 nach den Plänen des Elberfelder "Regierungs=Baumeisters" Heinrich Plange errichtet.
Die Gebäude wurden im "englischen Landhausstil" errichtet, dessen wichtigste Merkmale eine bewegte Dachlandschaft (in Bieberschwanz-Kronendeckung) mit zahlreichen Giebeln, viele Schornsteine (nach englischem Baurecht musste jeder Kamin einen eigenen Schornstein besitzen, der über die Firsthöhe hinausreicht), Bruchsteinsockel, Backstein, Sandsteingewände und Fachwerkgiebel ("half-timber") mit Verkröpfungen und Schnitzereien sind. Dies alles ist typisch für die aus England stammende Rückbesinnung auf traditionelle Handwerksarbeiten (arts and crafts - Bewegung), die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegen die zunehmende Industrialierung im Bau und Ausstattungsbereich zur Wehr setzte. Der Eingangsbereich wird darüber hinaus geprägt durch den so genannten bergischen Heimatstil [i.e. Heimatschutzstil (ch)], welcher insbesondere auf barocke Traditionen zurückgreift.

Schließlich ist o. g. Objekt integraler Bestandteil der Briller Viertels: Dieses wurde im späten neunzehnten und beginnenden zwanzigsten Jahrhundert als großbürgerliches Wohnviertel angelegt. Hier befinden sich sowohl Villen als auch reich gestaltete Zeilenwohnhäuser. Das Viertel dokumentiert den Aufstieg des heutigen Wuppertals zur Industriegroßstadt. Nachdem in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts die Talsohle keinen Platz für weitere Wohnbebauung mehr bot, wurden die Hänge beiderseits der Wupper erschlossen. Dabei entstanden (Villen-)Viertel mit einer repräsentativen, großbürgerlichen Wohnbebauung in Nachbarschaft mit Arbeitervierteln (d.i. im Falle des Briller Viertels die Elberfelder Nordstadt, ein durch seine Geschlossenheit, d.h. durch seine weit gehend erhaltene historische Bebauung weit über die Stadtgrenzen Wuppertals hinaus bekanntes gründerzeitliches Wohnviertel).

Erhaltung und Nutzung liegen daher gemäß § 2 (1) DSchG aus städtebaulichen, wissenschaftlichen, architekturgeschichtlichen und stadthistorischen Gründen im öffentlichen Interesse.

Die Unterschutzstellung erstreckt sich auf beide Gebäude in ihrer Gesamtheit und deren Einfriedung.




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