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Siedlung Frankenplatz  

Bezeichnung: Siedlung Frankenplatz
Stadtbezirk:
Straße:  
Denkmalnummer: 2655
 
Eintragungsdatum: 07.01.1993
Austragungsdatum:
 
Schutzumfang: gesamtes Gebäude
Eigentumsstatus:
 
Klassifizierung: Denkmal


Beschreibung:
Das o.g. Gebäude ist ein dreigeschossiges Wohnhaus mit ausgebautem Mansarddach. Das Gebäude besitzt verputzte Fassaden und wurde in Massivbauweise im Jahre 1921 durch die Architekten Ernst Bast und Clemens Mangner erbaut. Der Bauherr war der "Gemeinnützige Bauverein e.G.m.b.H. zu Elberfeld".

Die straßenseitige Fassade ist dreiachsig angelegt. Die äußere rechte Achse ist dabei Bestandteil eines Risaliten, der zu gleichen Teilen zu den Gebäuden Nr. 13 und 15 gehört. Im Erdgeschoß nimmt der Risalit die Eingangstüren der beiden Häuser auf. Im Dachbereich wird dieser Fassadenabschnitt durch einen eigenen Giebel mit Rundbogenfenster von den anschließenden Fassaden- und Dachflächen abgesetzt.

Im Bereich der Hauseingangstür weist die Fassade einen Bänderputz auf. Zu beiden Seiten der Türöffnung befinden sich pilasterartige Wandvorlagen, die ebenfalls eine Bänderung aufweisen. Durch ein Gesims mit abgeschrägter Oberseite wird die Eingangszone nach oben abgeschlossen. Darüber befinden sich im Risalitbereich die Treppenhausfenster. Je zwei gekuppelte, hochrechteckige Fenster befinden sich "zwischen" den Geschossen. Den oberen Abschluß des Risaliten bildet ein verschieferter Zwerchgiebel, der zwei Rundbogenfenster aufweist.
Die beiden übrigen Fassadenachsen weisen in allen Geschossen normale rechteckige Fenster auf, die bis auf einen schmalen Putzstreifen bei den Erdgeschoßfenstern keine Einfassungen besitzen.
Zwischen dem ersten und zweiten Obergeschoß wird die Fassadenfläche durch ein sog. Schräggesims untergliedert, welches heute mit Schiefer gedeckt ist und ursprünglich eine Tonziegeldeckung besaß. Die Fassadenfläche zwischen Gesims und Traufe wird durch Putzstreifen untergliedert, die mit geometrischen Kassetten besetzt sind.

Im Dachbereich befinden sich zwei Mansardfenster, die jeweils in Verlängerung der Fassadenachsen angebracht sind. Ansonsten ist das Dach frei von Aufbauten. Die Rückseite des Gebäudes ist glatt verputzt. Sie wird allein durch die achsiale Anordnung der Fenster- und Balkonöffnungen gegliedert. Im Dachbereich befindet sich neben einem Mansardfenster ein Teil eines dreifenstrigen Zwerchhauses mit Dreiecksgiebel. Das Zwerchhaus hat optisch eine zentralisierende Funktion. Es dient zur Untergliederung der unruhig wirkenden Häuserzeile.

Das Gebäude bildet mit den ebenfalls schützenswerten Häusern Frankenplatz 3-12 und 15-19 einen geschlossenen Straßenzug, der unmittelbar am Frankenplatz gelegen ist. Die o.g. Bebauung gehört zu der Siedlung "Auf dem Bredt" oder "Frankenplatz", die in weiten Teilen durch die Architekten E. Bast aus Remscheid und Clemens Mangner aus Barmen in den Jahren 1912 bis 1927 für den "Gemeinnützigen Bauverein e.G.m.b.H. zu Elberfeld" errichtet wurd.

Der Siedlungsgrundriß orientiert sich an der vorhandenen Topographie, was im Gegensatz zu der bis dahin vorherrschenden Rasterbildung bei der Erschließung steht. Das Zentrum der Siedlung, der Frankenplatz, wird durch geradlinige, den Höhenlinien folgende Straßen begrenzt. Dieser Straßenverlauf ermöglichte die Zusammenfassung von Einzelbauten zu geschlossenen Baugruppen, wodurch eine rationellere Ausnutzung der vorhandenen Flächen erreicht wurde. An den hangabwärts gelegenen Straßenseiten wurden die Mehrfamilienhäuser mit Etagenwohnungen errichtet, hangabwärts wurden i.d.R. zweigeschossige Einfamilienhäuser gebaut. Die relativ symmetrische Verteilung der Einzelbauten bzw. Gruppen innerhalb der Gesamtanlage machen jedes Einzelgebäude zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Siedlung und des gesamten Siedlungskonzeptes.

Die Siedlung hat aufgrund der Umsetzung damals neu entwickelter Planungsprinzipien, gemeint ist eine "Verdichtung des Wohnungsangebotes bei gleichzeitiger Durchlässigkeit der (großräumigen) Gesamtanlage" (aus: Gutachten des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege zur Siedlung vom 13.12.1990. S. 5), und der Umsetzung genossenschaftlichen Gedankengutes auf breiter Ebene, hier durch Wohnraumbeschaffung für ärmere Bevölkerungsschichten, nicht nur örtliche Bedeutung und ist deshalb ein wichtiges Zeugnis für die Entwicklung des Städtebaus und für die Sozialgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts. Ihren historischen Wert bekommt die Siedlung als Dokument für die weite Verbreitung genossenschaftlichen Gedankengutes gerade in Elberfeld, eine der Hochburgen des Genossenschaftswesen.

Erhaltung und Nutzung liegen deshalb gem. § 2 (1) DSchG aus städtebaulichen, wissenschaftlichen und stadthistorischen Gründen im öffentlichen Interesse.

Die Unterschutzstellung erstreckt sich auf das gesamte Gebäude.




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