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Friedrich-Ebert-Str.   107

Bezeichnung: Friedrich-Ebert-Straße 107
Stadtbezirk: Elberfeld-West
Straße: Friedrich-Ebert-Str.  107
Denkmalnummer: 3200
 
Eintragungsdatum: 15.11.1993
Austragungsdatum:
 
Schutzumfang: gesamtes Gebäude ohne den östlichen, nac
Eigentumsstatus:
 
Klassifizierung: Denkmal


Beschreibung:
Das Objekt Friedrich-Ebert-Straße 107 ist ein dreigeschossiges, unterkellertes Geschäftshaus. Das Gebäude wurde in der Zeit zwischen 1867 und 1873 in massiver Bauweise als Wohnhaus errichtet. Es bildete das östliche Drittel des für drei Inhaber der bedeutenden Wuppertaler Textilfirma Wilhelm und Friederich Boeddinghaus erbauten, symmetrischen, repräsentativen Wohngebäudes (Nr. 107, 109 und 111) , von welchem nur das Objekt Nr. 107 erhalten ist. Das Wohngebäude entstand auf einem direkt an das Fabrikgelände anschließenden Grundstück und wurde im historischen Renaissance-Stil ausgeführt, der für die zweite Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts typisch war.
Zwischen dem Wohngebäude und der Wupper erstreckte sich um die Jahrhundertwende ein großer, mit Gartenhaus und Springbrunnen angelegter Park, der heute nicht mehr existiert. Im Elberfelder Adressbuch von 1883 ist Wilhelm Boeddinghaus jun. als Besitzer und Bewohner des Hauses Nr. 107 eingetragen.
Die fünfachsige, verputzte Fassade wird vertikal durch einen östlich angeordneten, einachsigen, flachen Seitenrisalit gegliedert, in welchem sich der Hauseingang befindet. Die horizontale Gliederung der Fassade besteht aus einem Sockelgesims, Sohlbankgesimsen in den drei Hauptgeschossen, einem Gebälk zwischen dem Erdgeschoss und dem ersten Obergeschoss, sowie einem weit auskragenden, mit Zahnschnitt und weiteren Verzierungen versehenen Dachgesims, welches ebenfalls auf der Ostseite des Gebäudes verläuft. Die Gesimse verkröpfen sich um den Seitenrisalit. Bemerkenswert ist der sorgfältig gestaltete, mit Blattwerk sowie Vogelabbildungen in Hochrelief versehenen Fries des Gebälks, der oberhalb des Erdgeschosses angeordnet ist.
Der Sockelbereich ist glatt verputzt. Das Erdgeschoss weist eine Bänderung mit abwechselnd breiten und schmalen horizontalen Schichten auf. Das erste Obergeschoss ist gequadert, das zweite Obergeschoss gebändert ausgeführt. Im Sockelbereich sind Kellerfenster vorhanden.
Zwischen dem Sockelgesims und dem Sohlbankgesims des Erdgeschosses befindet sich eine Schicht Diamantquader. Die Haustür ist auf einem Podest zwischen dem Erdgeschoss und dem Kellergeschoss angeordnet. Das Oberlicht oberhalb der zweiflügeligen Eingangstür weist eine Bleiverglasung auf. Der Eingang sowie die Rechteckfenster der drei Hauptgeschosse sind mit profilierten Einfassungen versehen.

Das Objekt ist ein typisches Beispiel für die Architekturauffassung der frühen Gründerzeit.
Darüber hinaus bildet das Gebäude einen unverzichtbaren Bestandteil der weitgehend erhaltenen, historischen Bebauung entlang der Friedrich-Ebert-Straße, an der sich ab der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts die Stadterweiterung Elberfelds nach Westen vollzogen hat. Diese städtebauliche Entwicklung ist anhand der erhaltenen historischen Bebauung deutlich ablesbar.
Das Nebeneinander von Fabriken und Wohnhäusern, das als typisch für die Städte des bergisch-märkischen Industriegebietes gelten kann, ist entlang der Friedrich-Ebert-Straße in besonderer Dichte und Ausdehnung erhalten und stellt somit ein Zeugnis für die Arbeits- und Produktionsverhältnisse der Zeit dar.

Erhaltung und Nutzung liegen deshalb gemäß § 2 (1) DSchG aus städtebaulichen, wissenschaftlichen und stadthistorischen Gründen im öffentlichen Interesse.

Die Unterschutzstellung erstreckt sich auf das gesamte Gebäude ohne den östlichen, nachträglich errichteten Garagenanbau.




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