SUCHE  >  ERGEBNISLISTE  >  Details

Friedrich-Ebert-Str.   146

Bezeichnung: Friedrich-Ebert-Str. 146 - Wohnhaus Friedrich Bayer (Vorderhaus)
Stadtbezirk: Elberfeld-West
Straße: Friedrich-Ebert-Str.  146
Denkmalnummer: 2441
 
Eintragungsdatum: 18.09.1992
Austragungsdatum:
 
Schutzumfang: gesamtes Gebäude
Eigentumsstatus:
 
Klassifizierung: Denkmal


Beschreibung:
Das Objekt Friedrich-Ebert-Straße 146 ist ein dreigeschossiges, ehemaliges Wohnhaus mit Keller und ausgebautem Satteldach. Das Gebäude wird zur Zeit für Büroräume genutzt. Es wurde zwischen 1870 und 1883 errichtet und gehörte um 1883 dem Kaufmann August Weyermann. Zwischen 1885 und 1894 erwarb Friedrich Bayer (1851-1920) das Gebäude. Er ist im Elberfelder Adressbuch von 1896/97 als Eigentümer und Bewohner von Nr. 146 sowie als Eigentümer des benachbarten Hauses Nr. 148 eingetragen. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind beide Gebäude innen durch Türen miteinander verbunden. Die Hintergärten sind zusammen als Einheit gestaltet. Der große, hintere Flügelanbau (siehe Friedrich-Ebert-Straße 146 Hintergebäude) trägt die Jahreszahl 1894.
Die vierachsige, mit Putzquaderung versehene Straßenfassade wird vertikal durch den einachsigen, östlich angeordneten Seitenrisalit gegliedert. Im Risalit befindet sich der breite, von verzierten Pilastern eingefasste Eingang. Auf den Pilastern ruht ein hohes Gebälk mit Triglyphen und Rosetten. Das Gesims des Gebälks ist gleichzeitig Teil des verkröpften Gurtgesimses zwischen dem Erdgeschoss und den oberen Geschossen.
Der glatt verputzte Sockelbereich weist zwei Kellerfenster und eine in der westlichen Achse angeordnete Kellerschlupftür auf. Die Fenster des Erdgeschosses werden durch profilierte Einfassungen und diamantierte Schlusssteine geschmückt. Die darüber angeordneten Fenster der oberen Geschosse ruhen auf Fensterbankgesimsen, haben ähnliche Einfassungen wie die Erdgeschossfenster und werden durch Verdachungen betont, die von schmalen Konsolen getragen werden. Die Verdachungen bestehen im ersten Obergeschoss aus Dreiecksgiebeln und im zweiten Obergeschoss aus geraden Gebälkstücken. Das Risalitfenster im ersten Obergeschoss wird durch kannelierte Säulen mit Blattkapitellen eingefasst. Darauf ruht ein gerades Gebälkstück mit gesprengtem Segmentgiebel. Das von niedrigen Postamenten eingefasste Brüstungsfeld ist mit Balustern ausgefüllt. Kannelierte Pilaster fassen das Risalitfenster im zweiten Obergeschoss ein und tragen ein gerades Gebälkstück mit Dreiecksgiebel. Ein auf Konsolen weit auskragendes, profiliertes Kranzgesims, dessen Unterseite Kassetten mit Rosetten aufweist, bildet den gestalterischen Abschluss der Fassade. Im Bereich der drei westlichen Fensterachsen läuft ein Akanthusfries unterhalb des Kranzgesimses. Im Dachbereich befinden sich vier Gauben mit segmentbogigem Abschluss und Rechteckfenster.
Die Fenster und die Eingangstür wurden erneuert. Ansonsten sind die Gliederungselemente und Verzierungen dieser Fassade fast vollständig erhalten. Die Rückseite ist glatt verputzt. Die Fenster weisen keine besonderen Einfassungen auf.

Das genannte Gebäude bildet einen unverzichtbaren Bestandteil des ehemaligen Wohnhauses eines bedeutenden Wuppertaler Fabrikbesitzers. Anstatt eine freistehende Villa zu bauen, hat Friedrich Bayer die Gestaltung des bürgerlichen Wohnhauses zur Straße erhalten, jedoch im hinteren Bereich umgebaut, um es mit dem viel größeren, repräsentativen Hintergebäude zu integrieren.
Zur Straße hin ist das Gebäude ein gut erhaltenes, typisches Beispiel eines Reihenhauses für das gehobene Bürgertum der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Darüber hinaus bildet es einen unverzichtbaren Bestandteil der weitgehend erhaltenen historischen Bebauung entlang der Friedrich-Ebert-Straße, an der sich ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Stadterweiterung Elberfelds nach Westen vollzogen hat. Diese Entwicklung ist heute anhand der Bebauung noch sehr deutlich ablesbar.

Erhaltung und Nutzung liegen deshalb gemäß § 2 (1) DSchG aus städtebaulichen, wissenschaftlichen, künstlerischen und stadthistorischen Gründen im öffentlichen Interesse.
Die Unterschutzstellung erstreckt sich auf das gesamte Gebäude.



Literatur: Friedhelm J. Solbach (Hg.): Das Haus des Geheimen Kommerzienrates Friedrich Bayer jun., Wuppertal 1999.


Kontakt: Hinweise oder Anregungen senden