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Friedrich-Ebert-Str.   146

Bezeichnung: Friedrich-Ebert-Str. 146 - Wohnhaus Friedrich Bayer (Hinterhaus)
Stadtbezirk: Elberfeld-West
Straße: Friedrich-Ebert-Str.  146
Denkmalnummer: 2503
 
Eintragungsdatum: 15.10.1992
Austragungsdatum:
 
Schutzumfang: gesamtes Gebäude
Eigentumsstatus:
 
Klassifizierung: Denkmal


Beschreibung:
Das Objekt Friedrich-Ebert-Straße 146 Anbau ist ein viergeschossiges, unterkellertes Wohnhaus mit Sattel- und Walmdächern.
Friedrich Bayer (1851-1920) ließ um 1894 das sorgfältig gestaltete, neugotische Gebäude aus Backstein mit Details aus Naturstein als repräsentativen Anbau des kleineren und älteren Vorderhauses Nr. 146 errichten. Das Gebäude trägt die Jahreszahl 1894 und die Initialen "F.B." und "A.W." für Friedrich Bayer und seine Frau Anna Wolff.
Der neugotische Baustil wurde im 19. Jahrhundert sowohl für Kirchen als auch für bedeutende öffentliche Gebäude, repräsentative Wohnsitze und Schlösser verwendet. Die Gotik galt zu dieser Zeit als wichtiger Stil deutscher bzw. "vaterländischer" Tradition.

Die lange, westliche Gartenfront bildet die Hauptfassade des Gebäudes. Der mittlere, dreiachsige Gebäudeteil mit sehr hohem ersten Obergeschoss wird rechts und links von rechteckigen Türmen mit steilen Walmdächern flankiert. An diese Türme schließen schmalere, runde Türme an, deren ursprünglich vorhandene, steile Kegeldächer durch Flachdächer ersetzt wurden. Im nördlichen Türmchen befindet sich eine Wendeltreppe, im südlichen eine schmale, abgerundete, zweiläufige Treppe. Zum Norden hin schließt ein zweigeschossiger Bauteil mit Satteldach an. Es handelt sich im ersten Obergeschoss um den ehemaligen Wintergarten, der heute Büroräume beinhaltet.
Die ursprünglich offene, mit Spitzbögen versehene Laube unterhalb des Wintergartens wurde in einen eingeschossigen Anbau aus der Zeit nach 1945 einbezogen und ist heute nicht erkennbar.
Hinter dem südlichen runden Türmchen schließt der zweiachsige, nach Osten zurückspringende Verbindungsteil zum Vorderhaus an.
Die hauptsächlich aus gelben Backsteinen im Binderverband gestaltete Fassade weist einen niedrigen Sockelbereich mit einigen Kellerfenstern sowie einem großen Sockelgesims auf.
Ein Gurtgesims oberhalb des Erdgeschosses und mehrere horizontale Bänder aus Naturstein bzw. aus roten Backsteinen beleben die Fassade. Entlang der Traufen laufen profilierte Gesimse.
Spitzbogenfriese an den rechteckigen Türmen und zwei vom Sockel bis in das erste Obergeschoss reichende Wandpfeiler im mittleren Gebäudeteil unterstreichen den "gotischen" Eindruck des Gebäudes. Die meisten Fenster des Gebäudes bestehen aus Spitzbogenfenstern unterschiedlicher Größe und sind zum Teil als Zwillings- oder Drillingsfenster ausgebildet. An den runden Türmchen sind auch kleine Rechteckfenster vorhanden. Die Spitzbögen der Maueröffnungen werden durch abwechselnd gelbe und rote Backsteine sowie durch Kämpfer- und Schlusssteine aus Naturstein betont.
Die Fenster zum Fest- bzw. Speisesaal im ersten Obergeschoss sind weitgehend erhalten, obwohl ein Teil der ursprünglichen, farbigen bzw. bemalten Glasscheiben durch normale Glasscheiben ersetzt wurde. Im Erdgeschoss sind ein farbiges Fenster mit dem Wappen der Familie Bayer und die Jahreszahl 1904 erhalten. Bayer ließ das Wappen von J. Holtmann aus Cronenberg entwerfen, nachdem es Familienforschern nicht gelang, ein altes, überliefertes Familienwappen zu identifizieren.

In den runden Türmchen sind ebenfalls einige ursprüngliche Fenster erhalten. Die übrigen Fenster der Fassade wurden erneuert. Im Dachbereich befinden sich mehrere neue, liegende Dachfenster sowie zwei neue Schleppgauben. Der nördliche rechteckige Turm weist eine vermutlich ursprüngliche Gaube mit steilem Pyramidendach auf.

Die schmale Nordseite besteht aus dem neuen, eingeschossigen Anbau, dem ersten Obergeschoss des Wintergartenanbaus, dem bereits erwähnten runden Turm und dem mit drei schmalen Spitzbogenfenstern versehenen zweiten Obergeschoss des rechteckigen Turms. Im Dachbereich dieses Turms wurde nachträglich eine Schleppgaube errichtet. Am Wintergarten sind die oberen Bereiche beider großen Spitzbogenfenster samt farbigem Glas erhalten.

Das genannte Gebäude ist in gutem Zustand erhalten und bildet einen unverzichtbaren Bestandteil des ehemaligen Wohnhauses eines bedeutenden Wuppertaler Fabrikbesitzers. Anstatt eine freistehende Villa zu bauen, hat Friedrich Bayer die Gestaltung des bürgerlichen Wohnhauses zur Straße erhalten und im Hintergarten den sorgfältig gestalteten, repräsentativen Teil seines Wohnsitzes errichten lassen. Der neugotische Baustil wurde zu dieser Zeit häufig für bedeutende Gebäude verwendet, obwohl entlang der Friedrich-Ebert-Straße dieser Baustil selten vorkommt.

Erhaltung und Nutzung liegen deshalb gemäß § 2 (1) DSchG aus künstlerischen, wissenschaftlichen und stadthistorischen Gründen im öffentlichen Interesse.

Die Unterschutzstellung erstreckt sich auf das gesamte Gebäude.




Literatur: Friedhelm J. Solbach (Hg.): Das Haus des Geheimen Kommerzienrates Friedrich Bayer jun., Wuppertal 1999.


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