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Hölkesöhde 22a - Henkelschlößchen  

Bezeichnung: Hölkesöhde 22a - Henkelschlößchen
Stadtbezirk:
Straße:  
Denkmalnummer: 3900
 
Eintragungsdatum: 27.08.1996
Austragungsdatum:
 
Schutzumfang: gesamtes Gebäude ... ohne den 1970 angef
Eigentumsstatus:
 
Klassifizierung: Denkmal


Beschreibung:
Beim Objekt Hölkesöhde 22a handelt es sich um eine zweieinhalbgeschossige, 1878 in Massivbauweise errichtete Villa mit gegliederten Werkstein- und Putzfassaden sowie einem schiefergedeckten Mansarddach; Bauherr war der Fabrikant Richard Merklinghaus. Der Bau trägt die Bezeichnung "Haus Waldstein" (im Fries des nördlichen Eckturmes, 1. Obergeschoss), im Volksmund wurde er Schloss Merklinghaus genannt, heute Henkelschlösschen (nach dem Fabrikanten Max Henkels, der ihn 1912 erworben hatte). Seit 1930 befindet sich der Bau im Besitz der Stadt Wuppertal. Das Gebäude weist zwei repräsentative Schaufassaden auf. Die nordöstliche Fassade ist dreiachsig angelegt; die mittlere Achse, in welcher sich der Eingang befindet, ist durch einen Risalit betont. Nach Südwesten schließt sich ein leicht zurücktretender und etwas niedrigerer Bauteil an, dessen Ecke durch einen zweiseitig durchfensterten, turmartigen Vorbau akzentuiert ist. Die nordwestliche, talseitig orientierte Fassade mit dreiachsigem Mittelrisalit und vorgelagerter Terrasse weist fünf Fensterachsen auf. Ein runder dreigeschossiger Turm vermittelt zwischen den Schaufassaden respektive verklammert sie und betont die nördliche Gebäudeecke. Die übrigen Seiten des Gebäudes sind von untergeordneter Bedeutung; der südlichen Seite wurde Mitte der 1970er Jahren ein umfangreicher, moderner Gebäudekomplex angeschlossen, welcher zusammen mit der ursprünglichen Fabrikanten-Villa als städtisches Altenheim genutzt wird. ... Das genannte Objekt ist ein herausragendes Beispiel gründerzeitlicher Villenarchitektur, das nicht nur für die Bau- und Architekturgeschichte der ehemals selbstständigen Gemeinde Langerfeld von Bedeutung ist. Seine Einzigartigkeit macht es zu einem Zeugnis der Architektur- und Sozialgeschichte von überregionaler Bedeutung. Darüber hinaus dokumentiert die repräsentative Anlage die eklektizistische Architekturauffassung der frühen Gründerzeit, die in vielfältigen Zitaten historischer Stile ihren Ausdruck findet. Neben spätklassizistischen, antikisierenden Elementen finden sich insbesondere Anklänge einer romantisch gefärbten Mittelalterrezeption. Die Disposition der Innenräume respektive die Raumfolge sowie ihre unterschiedliche Ausstattung, welche die Funktionsräume sowie Räume mit repräsentativem Charakter sorgfältig differenziert und hierarchisch ordnet, ist ein beispielhaftes Zeugnis großbürgerlicher Wohn- und Lebenskultur. Erhaltung und Nutzung liegen deshalb gemäß § 2(1) DSchG aus städtebaulichen, künstlerischen, wissenschaftlichen und stadthistorischen Gründen im öffentlichen Interesse. Die Unterschutzstellung erstreckt sich auf das gesamte Gebäude, der Mitte der 1970er Jahre angefügte Neubaukomplex ist von der Unterschutzstellung ausgenommen. (Na)

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