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Leipziger Str.   1

Bezeichnung: Leipziger Str. 1 - kath. Grundschule - Sankt-Michael-Schule
Stadtbezirk: Uellendahl-Katernberg
Straße: Leipziger Str.  1
Denkmalnummer: 3721
 
Eintragungsdatum: 09.08.1995
Austragungsdatum:
 
Schutzumfang: gesamtes Gebäude und das Umfeld, einschl
Eigentumsstatus:
 
Klassifizierung: Denkmal


Beschreibung:
Bei dem Objekt Leipziger Straße 1-3 handelt es sich um einen dreigeschossigen Schulbau mit verschiefertem Walmdach, um ein zweigeschossiges Rektorenwohnhaus mit verschiefertem Zeltdach, den zweigeschossigen Verbindungsbau zwischen beiden Gebäuden und das Umfeld.
Die Gebäude sind über Bruchsteinsockeln errichtet und weisen verputzte und gegliederte Fassaden auf. Sie wurden 1926 errichtet.

Das Schulgebäude Leipziger Straße 1-3 ist neun Achsen lang. Alle Achsen sind gleich breit, nur die Gebäudeecken sind zur Betonung etwas breiter als die Bereiche zwischen den Fensteröffnungen. Alle Fenster sind in gleicher Weise gestaltet: Nahezu quadratische Fensteröffnungen besitzen dreibahnige Fenster, deren Kämpfer in den Obergeschossen in 2/3 Höhe liegen. Die unteren Fensterflügel sind durch Sprossen in drei Teile, die oberen Fensterflügel in zwei Teile unterteilt. Die Fensteröffnungen des Erdgeschosses weisen einzelne Sohlbänke auf.
Im 1. und 2. Obergeschoss wird die Fassade durch umlaufende Gesimse in Höhe der Sohlbänke und der Fensterstürze geprägt. Im Brüstungsbereich zwischen dem 1. und dem 2. Obergeschoss befinden sich im Bereich der mittleren fünf Achsen kleine Ornamente. Das Kranzgesims springt stark vor und ist durch ein Mutulifries verziert.
Die Schmalseite zur Leipziger Straße hin weist mittig im Erdgeschoss das Eingangsportal auf. Es besteht aus vorspringenden Doppelpilastern in Naturstein, die einen breiten Architrav tragen und sich in Pfeiler fortsetzen, die die Ecken der Balkonbrüstung des 1. Obergeschosses bilden. Die zweiflügelige Eingangstür besitzt ein versprosstes, feststehendes Oberlicht und weist in jedem Türflügel fünf querrechteckige Sichtfenster auf. (Die diagonalen Ziergitter sind nicht mehr vorhanden.) Im ersten Obergeschoss befindet sich über dem Eingang eine dreibahnige Balkontür. Der Balkon wird von einem Ziergitter begrenzt. Links daneben ein schmaleres vierflügeliges Fenster, welches das dahinter liegende Amtszimmer des Rektors belichtet. Darüber im Brüstungsfeld das Elberfelder Stadtwappen (Löwe mit Rost).
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Die umlaufenden Gesimse der Obergeschosse werden nur im Bereich des Treppenhausrisalits unterbrochen. Hier finden sich dreiteilige Fensteröffnungen in Höhe der Umkehrpodeste und unten im Risalit ein - inzwischen stillgelegter - Brunnen.
Im Dachgeschoss befinden sich an den Längsseiten je vier Dachgauben und an den Schmalseiten jeweils eine Dachgaube mit zweiflügeligem Fenster und Dreiecksgiebel. Mittig auf dem First steht ein Dachreiter in barockisierenden Formen mit Zifferblättern nach allen vier Seiten. (Das Uhrwerk wurde vor wenigen Jahren demontiert.)
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Das Rektorenwohnhaus ist auf nahezu quadratischer Grundfläche errichtet. Durch die starke Hanglage des gesamten Bauplatzes weist es zum Eingangsbereich der Schule hin einen sehr hohen Sockel auf. Zur Leipziger Straße hin zeigen sich drei Achsen, zum Nettelbeckweg hin vier Achsen, die enger beieinander stehen. An der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein halbrunder Treppenhausanbau mit Eingangsbereich und Fenstern in Höhe der Umkehrposte und Kegeldachansatz. Ganz oben ein kleines elliptisches Fenster. Im Bereich zum Schulhof ist die Fassade noch 1 1/2 Achsen breit, bevor der Verbindungstrakt ansetzt.
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Die Fensteröffnungen des 1. Obergeschosses besitzen ein durchgehendes Sohlbankgesims, welches nur vom Treppenhausanbau unterbrochen wird und sich im entsprechenden Gesims des Schulgebäudes fortsetzt. In Höhe des Dachgeschosses finden sich in den beiden straßenseitigen Dachflächen je zwei Dachgauben mit Dreiecksgiebeln. Zelt- und Kegelspitze des Daches sind durch Kupferspitzen verziert.
Der Verbindungstrakt ist schmal. Er weist auf beiden Seiten im Erdgeschoss eine Tür und ein danebenliegendes schmales Fenster auf und im 1. Obergeschoss je ein Fenster mit Schlagläden.

Das Schulgelände (einschließlich Rektorenwohnhaus) ist mit einer abgetreppten Bruchsteinmauer umgeben, die in regelmäßigen Abständen von Mauerköpfen bekrönt wird. Auf der Straßenecke befindet sich ein achteckiges Transformatorenhäuschen mit Zeltdach und Kupferspitze. Der rundbogige Eingangsbereich und ein elliptisches Fenster liegen zum Nettelbeckweg hin.
Zum denkmalwerten Umfeld des Objekts zählen auch die - mit Ahornen umgebenen bzw. mit einer Kastanie bepflanzten - Schulhöfe und die mit Bruchsteinen abgetrennte Auffahrt zur Caubstraße.

Die Schule ist der erste massive Bau einer katholischen Volksschule in Elberfeld, die Grundsteinlegung erfolgte am 27.6.1925 und die Einweihung am 1.12.1926. Erste katholische Schulklassen hatte es als so genannte Filialklassen seit 1901 in unterschiedlichen Schulen gegeben. Der Bau dieses Schulgebäudes ist somit auch ein wichtiges Zeugnis für die Sozialgeschichte im protestantisch geprägten Elberfeld.

Erhaltung und Nutzung liegen daher gemäß § 2 (1) DSchG aus städtebaulichen, wissenschaftlichen und stadthistorischen Gründen im öffentlichen Interesse.

Die Unterschutzstellung erstreckt sich auf das gesamte Gebäude und das Umfeld, einschließlich Vorgarten, Transformatorenhäuschen und Schulhöfen.


(Neb)


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