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Lüttringhauser Str.   47

Bezeichnung: Lüttringhauser Straße 47
Stadtbezirk: Ronsdorf
Straße: Lüttringhauser Str.  47
Denkmalnummer: 4044
 
Eintragungsdatum: 14.03.1997
Austragungsdatum:
 
Schutzumfang: gesamtes Gebäude
Eigentumsstatus:
 
Klassifizierung: Denkmal


Beschreibung:
Bei dem Objekt Lüttringhauser Straße 47 handelt es sich um ein frei stehendes, 1926-27 in Fachwerk- und Massivbauweise errichtetes Wohn- und Geschäftshaus. Das Erdgeschoss wurde ursprünglich als Sparkassengebäude genutzt, heute ist dort ein Notariat eingerichtet. Oberhalb des verputzten Erdgeschosses ist der zweigeschossige Bau bis in das ausgebaute Walmdach verschiefert. Zur Rückseite wölbt sich die Mittelachse konvex nach außen, während die linke Außenachse als rechteckiger Risalit hervorspringt. Ähnlich wie sich im Erdgeschoss die dunkle Fenster- und Türrahmung vom hellen Putz absetzt, hebt sich im oberen Gebäudeteil die weiß gestrichene Rahmung von der dunklen Schieferverkleidung ab. Die Einfriedung mit Bruchsteinmauer und schmiedeisernem Gitter ist noch im Original erhalten.

Die Einfriedung gleicht den zur Erbschlöer Straße abfallenden Niveauunterschied aus. Durch den Vorgarten führt ein zweiläufiger Aufgang mit flachen Stufen zum mittigen Eingangsportal.
Das Erdgeschoss ist oberhalb einer niedrigen Sockelzone glatt und ungegliedert.
...
Die Längsseiten des vorkragenden Walmdaches zeigen Zwerchgiebel mit Doppelfenstern und Klappläden. Direkt über dem Sturz befindet sich der bekrönende Dreiecksgiebel, dessen Geison vom verschieferten Giebelfeld hell abgesetzt ist.

Das Gebäude Lüttringhauser Straße 47 hat bis heute seine wesentlichen Gestaltungsmerkmale nicht verloren. Außer dem Gegensatz von glattem Erdgeschoss und der reliefartigen Wirkung des Schieferkleides im Obergeschoss geben die farblich von den Fassaden abgesetzten Rahmungen dem Gebäude seine gliedernde Gestaltung. Die strengen horizontalen wie vertikalen Elemente, vor allem im oberen Gebäudeteil, lehnen sich an die historistische Bebauung dieses Ronsdorfer Straßenzuges an.
Deutlich ist der sachliche Einfluss moderner Architektur erkennbar. Plastischer Dekor wie profilierte Rahmungen, Verdachungen oder breite Gesimse sind reduziert, um den eigentlichen Baukubus hervorzuheben. Dennoch blieb man traditionellen Motiven wie Axialität, Natursteinrahmung und handwerklich gearbeitetem Fassadenschmuck treu, beschränkte sie aber auf wenige Details, reduziert auf die beiden Straßenseiten. Blickpunkt ist der reich verzierte Eingangbereich, der den ursprünglich im Erdgeschoss befindlichen Sparkassenbereich optisch hervorhob. Damit verweist das Gebäude auf seine doppelte Funktion als Wohn- und repräsentatives Geschäftshaus. Durch das Aufgreifen traditioneller Formen sollte architektonische Kontinuität auf die Solidität des dort untergebrachten Bankhauses übertragen werden.

Das genannte Gebäude ist ein unverzichtbarer Bestandteil der historischen Bebauung eines Straßenzuges des alten Ortskerns von Ronsdorf. Als zeittypisches Dokument für die stilistische Architekturentwicklung des frühen 20. Jahrhunderts und den repräsentativen Charakter eines öffentlich zugängigen Dienstleistungsunternehmens bildet es ein eindrucksvolles städtebauliches Zeugnis für die Ortsgeschichte.

Erhaltung und Nutzung liegen daher gemäß § 2 (1) DSchG aus städtebaulichen, wissenschaftlichen und stadthistorischen Gründen im öffentlichen Interesse.

Die Unterschutzstellung erstreckt sich auf das gesamte Gebäude.


(ch)


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