SUCHE  >  ERGEBNISLISTE  >  Details

Obere Lichtenplatzer Str.   119

Bezeichnung: Obere Lichtenplatzer Straße 119
Stadtbezirk: Heckinghausen
Straße: Obere Lichtenplatzer Str.  119
Denkmalnummer: 3949
 
Eintragungsdatum: 25.06.1996
Austragungsdatum:
 
Schutzumfang: gesamtes Gebäude
Eigentumsstatus:
 
Klassifizierung: Denkmal


Beschreibung:
Bei dem Objekt Obere Lichtenplatzer Straße 119 handelt es sich um ein 1924 errichtetes Wohnhaus, frei stehend und zweigeschossig. Das in Massivbauweise erstellte Gebäude besitzt ein ausgebautes Mansarddach mit Schopf und hebt sich durch seine abwechslungsreich vor- und zurückspringenden Baukörper hervor.

Das Gebäude liegt nicht direkt an der Verkehrsstraße, sondern auf den Anhöhen des Barmer Waldes. Es ist heute von dichtem Baumbestand umgeben, der den Blick versperrt. Von der Oberen Lichtenplatzer Straße führt ein Treppenaufgang mit Balustradengeländern zum Haus. Der eigentliche Eingang mit seinem einarmigen Aufgang ins Hochparterre liegt jedoch zur östlichen Seitenwand.
Während die Stadtseite nur durch die enge Fensterreihung gegliedert wird, fallen die seitlichen Fassaden und die Rückseite durch ihre vielfältigen Vor- und Rücksprünge auf, die sich auch in der Dachlandschaft fortsetzen. Eine tempelartige Vorhalle, deren sich verjüngenden Rechteckstützen ein Zeltdach tragen, bildet den Eingangsbereich. Wirtschaftlich genutzte Nebenräume, die sich außen durch die kleinen Fensteröffnungen zu erkennen geben, nimmt der sich rechts anschließende Vorbau auf. Die gegenüberliegende Gebäudeseite öffnet ihre großen Rundbogenfenster zur Terrasse. Beide Seiten besitzen große, verschieferte Zwerchgiebel mit mehreren Fensteröffnungen. Zur Rückseite springen die drei Mittelachsen risalitartig hervor, so dass auch die darüber liegende Dachzone vorkragt. Fenster und Türen sind in vielfältigen Größen und Formen vorhanden. Der Bauschmuck reduziert sich auf die profilierte Fensterrahmung und die breite Gesimsgliederung.
Das genannte Objekt veranschaulicht die charakteristischen Merkmale eines Wohnhauses des frühen 20. Jahrhunderts. Die plastischen Dekorationselemente wie auch die repräsentative Schaufassade greifen zwar noch auf traditionelle Gestaltungselemente und Motive der Bergischen Bauweise zurück, gleichzeitig machen die vor- und zurückspringenden Baukuben den Einfluss sachlich-moderner Architekturprinzipien deutlich, der sich auch auf die punktuell eingesetzte Ornamentik auswirkt. Das neue, reformierte Bauen geht aber über die Baukubengliederung noch hinaus. Während im Historismus des 19. Jahrhunderts Treppenhäuser und wirtschaftlich genutzte Nebenräume hinter einer Stuckfassade versteckt oder ganz an die Gebäuderückseite verbannt wurden, stellt man nun gerade diese Gebäudeteile bewusst an die repräsentative Schauseite. Da diese zeittypischen Gestaltungsmerkmale am genannten Objekt deutlich ablesbar sind, bildet es ein eindrucksvolles Zeugnis dieser Architekturepoche und darf als wichtiges Dokument dieser städtebaulichen Entwicklungsstufe angesehen werden.
Mit seiner auf Fernwirkung gearbeiteten Fassade liegt das Villengebäude an einer städtebaulich repräsentativen Stelle, einem Berghang, der einst ohne den hohen Baumbestand den Blick hinab ins Tal der Wupper bot. Auch der Straßenname weist auf die früher weniger bewachsene Hanglage hin. Von der Namensgebung der Oberen Lichtenplatzer Straße ist der Begriff "lichten" bzw. "licht" abzuleiten, der auf eine Lichtung oder einen Wald hinweist, der größere Lichtungen besitzt.

Erhaltung und Nutzung liegen deshalb gemäß § 2 (1) DSchG aus städtebaulichen, wissenschaftlichen und stadthistorischen Gründen im öffentlichen Interesse.

Die Unterschutzstellung erstreckt sich auf das gesamte Gebäude.


(Ru)


Kontakt: Hinweise oder Anregungen senden