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Schwarzbach   105

Bezeichnung: Fa. Luhns
Stadtbezirk: Oberbarmen
Straße: Schwarzbach  105
Denkmalnummer: 2866
 
Eintragungsdatum: 02.04.1993
Austragungsdatum:
 
Schutzumfang: alle Teile der im beiliegenden Lageplan rot umrandeten Gebäude
Eigentumsstatus:
 
Klassifizierung: Denkmal


Beschreibung:
Das o.g. Objekt ist ein viergeschossiges Fabrikgebäude mit ausgebautem, zweigeschossigem Mansardgiebeldach. Zum Objekt gehört ein achtgeschossiger Turmbau, der zur Gebäudeerschließung dient. Das Gebäude wurde in Massivbauweise im Jahre 1904 erbaut und diente damals zur Speisefetterzeugung. Die Fassaden der beiden Gebäudeteile zeigen zum größten Teil Backsteinmauerwerk, nur wenige Flächen sind verputzt. Die straßenseitige Fassade ist durch Kolossalpilaster und die Anordnung der Fensteröffnungen vierachsig gegliedert. Das Erdgeschoss und das 1.OG besitzen gemeinsame Fensteröffnungen, in denen die Geschossdecke jeweils sichtbar wird. Über den großformatigen Fensteröffnungen sind die Fassaden verputzt. In den Obergeschossen befinden sich in jeder Achse zwei gekuppelte Segmentbogenfenster, die im 3.OG von einem Blendbogen überfangen werden. Den oberen gestalterischen Abschluss der Fassade bildet ein mehrfach abgestuftes Kranzgesims, das optisch auf den plastisch gestalteten Pilasterkapitellen aufliegt. Die westliche Giebelwand ist aus den gleichen architektonischen Elementen aufgebaut, die Fassade dreiachsig angelegt. Auf dieser Seite des Gebäudes fehlen verputzte Flächen völlig. Eine vertikale Gliederung wird wiederum durch pilasterähnliche Wandvorlagen erreicht. Weiter vereinfacht wurde dieses Gliederungssystem auf der östlichen Giebelwand. Der Turmbau, der auf nahezu quadratischem Grundriss errichtet wurde, weist reine Backsteinfassaden auf. Die Fassaden des Turms werden durch eine oder zwei Fensterachsen jeweils in der Vertikalen untergliedert. Ecklisenen, die über die gesamte Höhe des Bauwerks laufen, fassen die einzelnen Fassaden seitlich ein. In den oberen vier Geschossen werden die Fassadenflächen zusätzlich durch eine oder zwei Lisenen untergliedert, die in einem Rundbogenfries auslaufen. Darüber bildet eine umlaufende Balustrade den oberen Abschluss der Fassaden. Die ursprünglich vorhandenen Eckbekrönungen, die bis Ende der 70er Jahre auf Fotos zu sehen sind, wurden inzwischen abgetragen. Das Gebäude ist als typisches Beispiel eines Fabrikgebäudes des frühen 20. Jahrhunderts ein wichtiges Zeugnis für die Arbeits- und Produktionsverhältnisse in Wuppertal. Die typische Mischbebauung von Fabriken und Wohnhäusern ist als charakteristisch für diese Zeit anzusehen. Diese städtebauliche Entwicklung, die ungebremst bis zur Schließung der letzten Baulücken in den Innenstädten fortlief, zeugt von fehlender planerischer Weitsicht in der Gründerzeit. Das Umdenken in diesem Bereich und die Entwicklung neuer Siedlungsformen - wie zum Beispiel der Gartenstädte- zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind als Antwort auf diese bis dahin unkontrollierte Entwicklung anzusehen. Das Fabrikgebäude an der Schwarzbach ist deshalb als ein spätes Beispiel auf dieser Entwicklungslinie der Baukunst und des Städtebaus anzusehen. Erhaltung und Nutzung liegen deshalb gemäß § 2 (1) DSchG aus städtebaulichen, wissenschaftlichen und stadthistorischen Gründen im öffentlichen Interesse. Die Unterschutzstellung erstreckt sich auf das gesamte Gebäude.

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