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Sonnborner Str.   56

Bezeichnung: Evangelische Kirche
Stadtbezirk: Elberfeld-West
Straße: Sonnborner Str.  56
Denkmalnummer: 2325
 
Eintragungsdatum: 20.07.1992
Austragungsdatum:
 
Schutzumfang: gesamtes Gebäude
Eigentumsstatus:
 
Klassifizierung: Denkmal


Beschreibung:
Das Objekt Sonnborner Straße 56 ist eine in den Jahren 1918 bis 1926 durch den Provinzialkirchenbaumeister Arno Fritsche erbaute evangelische Kirche, die als nachweislich drittes Kirchengebäude an dieser Stelle errichtet wurde. Dabei ist das Kirchenschiff in Nord-Süd-Richtung orientiert, im Gegensatz zum spätromanischen bzw. klassizistischen Vorgängerbau, der durch ein Feuer im Jahre1917 zerstört wurde. Beide Vorgängerbauten waren geostet. Nahe der südlichen Giebelwand erhebt sich auf der Ostseite der quadratische Turm, der entgegen der ursprünglichen Planung ein Flachdach aufweist. Auf der Westseite ist an gleicher Stelle ein Querschiff angeordnet, das den Haupteingang zur Kirche aufnimmt. Die südliche Hauptseite erhebt sich über einer symmetrisch vor der Fassade angeordneten Treppenanlage. Der Typus der Treppe ist als dreiläufig mit gemeinsamem Antritt zu benennen. Am Fuß der Fassade kann man über eine vorgelegteTreppe zu einer sogenannten Gedächtnishalle gelangen, die dem Gedenken der in den Weltkriegen gefallenen Gemeindemitglieder gewidmet ist. Diese Halle weist einen ovalen Grundriss auf. Im Bereich der beiden symmetrisch angeordneten Säulen, die Schmuckkapitelle besitzen, kann der Zugang erfolgen. Die Säulen sowie die seitlich angeordneten Pilaster tragen ein Gebälk, das eine Inschrift aufweist. Im Inneren des Ovals ist im Wandbereich ebenfalls eine Inschrift angebracht, außerdem zwei Bronzetafeln, die auf die gefallenen der beiden Weltkriege hinweisen. Über dem Eingangsrisalit auf der Westseite erhebt sich im Dachbereich ein geschwungener Zwerchgiebel, der in seinen Formen an barocke Vorbilder erinnert. Über dem Eingang, der eine zweiflügelige Tür aufweist und dessen schräg verlaufendes Gewände durch Zierfriese geschmückt ist, befindet sich ein halbrunder Türgiebel, dessen Vorderseite verschiefert ist. Seitlich der Türöffnung sind zwei Pfeiler angeordnet, die den Türgiebel tragen. Die achteckigen Pfeiler weisen jeweils ein kelchförmiges Kapitell mit einem ungeschmückten Abakus (Deckplatte) auf. Über dem Türgiebel sind zwei Gruppen mit je drei gekuppelten Fenstern angeordnet, die jeweils von pilasterartigen Wandvorlagen eingefasst werden. Diese Wandvorlagen tragen das Kranzgesims, welches den Fassadenbereich des Risaliten nach oben abschließt. Darüber wiederum erhebt sich der erwähnte Zwerchgiebel, dessen Kranzgesims an beiden Enden in einer Volute ausläuft. Die westliche Seite des Kirchenschiffes wird durch Wandvorlagen in fünf Bereiche gegliedert. Im äußeren linken Abschnitt befindet sich ein Nebeneingang, der über eine Treppe erreichbar ist. Neben der Treppe befindet sich ein Zugang zur Sakristei. Die drei mittleren Abschnitte dieser fünfteiligen Wand werden im Erdgeschoss sowie in Emporenhöhe jeweils durch drei schmale, gekuppelte Fenster weiter untergliedert. Die hochrechteckigen Fenster weisen eine Bleiverglasung auf, die durch ihre Farbigkeit für ein gedämpftes Licht im Kirchenraum sorgen. Den oberen gestalterischen Abschluss der Fassade bildet ein geschmücktes Gesims, das auf den Wandvorlagen ruht. Die Wandvorlagen, die sichtbares Bruchsteinmauerwerk aufweisen, sorgen gleichzeitig für die Untergliederung der Wandfläche in die schon genannten fünf Bereiche. Im Dachbereich ist auf dieser Seite eine Schleppgaube angeordnet, die sich beinahe über die gesamte Länge des Daches zieht. Die Gaube weist sieben Fenster auf, die in unregelmäßiger Folge angeordnet wurden. Darüber sind auf der Dachfläche noch insgesamt sechs Gauben in zwei Reihen angeordnet. Auch die östliche Wand der Kirche wurde in fünf Abschnitte unterteilt. Statt des Eingangsrisaliten bildet jedoch der Turm den Auftakt dieser Reihung, wenn man die Kirche aus südlicher Richtung betrachtet. Es folgen wiederum drei Bereiche mit Fenstern, die den schon oben beschriebenen Beispielen der Westseite entsprechen. Den Abschluss bildet wiederum ein Nebeneingang, zu dem auf Grund des stark abfallenden Geländes eine mehrläufige Treppe von der Straße hinaufführt. Die Stützmauern des Hanges sowie die Treppenwangen wurden aus Bruchsteinmauerwerk errichtet. Die südliche Giebelwand wölbt sich im Mittelabschnitt leicht vor und nimmt im Erdgeschoss eine sogenannte Gedächtnishalle auf, welche die Gemeinde den in den Weltkriegen gefallenen Gemeindemitgliedern widmete. Über dem Eingang zur Gedächtnishalle kragt ein schiefergedecktes Dach vor, das die Form des sich leicht vorwölbenden Ovals aufnimmt und an das darüber angeordnete Fenster vermittelt. Dieses Fenster, durch eingestellte Pfeiler in sieben Abschnitte unterteilt, dominiert die südliche Schauseite. Das Fenster ist in Höhe der Empore angeordnet und weist farbige Bleiverglasung auf. Den oberen Abschluss der südlichen Fassade bildet ein Kranzgesims mit Schmuckfries, das auf ungeschmückten Konsolen ruht. Auch im Dachbereich wird die Verwölbung der Fassade im Mittelabschnitt aufgenommen. Bis auf ein Fensterband, das zentral auf der Fläche des verschieferten Dreiecksgiebels angeordnet ist, bleibt der Dachbereich über der Südfassade ohne Gliederung. Am Fuße des Giebels weist das abschließende Gesims jeweils eine Volute auf. Auf der Nordseite der Kirche befinden sich hinter dem Kirchenschiff drei niedrige Anbauten, die Gemeinderäume aufnehmen. Die Umfassungsmauern der Kirche sowie der Turm weisen sichtbares Bruchsteinmauerwerk auf, die Anbauten auf der Nordseite sind verputzt. Das Kirchenschiff sowie die Anbauten besitzen ein schiefergedecktes Dach in altdeutscher Deckung. Dieser in Wuppertal singuläre Kirchenbau prägt seit seiner Errichtung den Ortseingang des Sonnborner Viertels. Erhaltung und Nutzung liegen gemäß § 2 (1) DSchG aus städtebaulichen, wissenschaftlichen und stadthistorischen Gründen im öffentlichen Interesse. Die Unterschutzstellung erstreckt sich auf das gesamte Gebäude ..., der Einfriedung sowie der Stützmauern. (Mo)

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