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Wuppertal / Kultur & Bildung

ff. Erinnerung – ein Magazin für Wort und Bild

Nach zwei erfolgreichen Ausgaben von ›ff. – Dem fortlaufendfolgenden Magazin aus Wuppertal‹ in den Jahren 2006 (›Wuppertal‹) und 2008 (›Geschmack‹) wird das Projekt dieses Jahr um eine dritte Ausgabe erweitert.
Das Thema der nächsten Ausgabe lautet ›Erinnerung‹ - ein Motiv, das so aktuell wie brisant ist, bedenkt man die Schließung etablierter Archive, die Denkmaldebatte und ein großes, bevölkerungsweites Interesse an der eigenen Geschichte. Das Thema ›Erinnerung‹ wird spartenübergreifend bearbeitet, neben der theoretischen Annäherung durch die Autoren erfolgt eine ästhetische Auseinandersetzung in Form von künstlerischen Arbeiten mittels Fotografie, Zeichnung und Collage.

Das kostenlose Magazin ›ff. Erinnerung‹ wird auf 40 blauen Seiten im Tageszeitungsformat und einer Auflage von 5 000 Exemplaren erscheinen. Herausgegeben und gestaltet wird die ff. von Julia Meer und Sebastian Glück.

Autoren

›ff.‹ ist ein aus der Liebe zu Wuppertal heraus entstandenes Magazin bei dem ein Großteil der Autoren und Künstler aus Wuppertal stammen oder hier lebten oder arbeiteten wie etwa René Spitz, jetzt beim WDR. Das Magazin setzt sich mit für Wuppertal relevanten Themen auseinander, verdient aber auch überregionale Aufmerksamkeit.

Beteiligt sind sowohl Nachwuchs- als auch renommierte Autoren: Prof. Klaus Honnef (Fotohistoriker) befragt die Fotografie auf ihren Erinnerungswert und Prof. Gert Selle (Designhistoriker) unsere Wohnungen. Dr. Ulrike Schrader (Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal) diskutiert die Wirksamkeit der Stolpersteine und Prof. Hans Ottomeyer (Deutsches Historisches Museum) fragt nach der Verständlichkeit der Sprache von Museumsexponaten.

Die jüngeren Autoren untersuchen ihre direkte Umgebung und befragen moderne Phänomene wie Manufactum, Retro-Trends, Nostalgie und die künstliche, industriell hergestellte Patina von Objekten und Kleidungsstücken, aber auch schwer fassbaren Themen wie die Demenz-Krankheit. Paul-Philipp Hanske (SZ) beleuchtet das ›Histotainment‹ der Medien, Steven Heller (Publizist, USA) behauptet ›Genius moves‹, während der emeritierte Philosophieprofessor Heinrich Hüni - nun, sich erinnert. Die unumgängliche Aufklärung über Prousts Lindenblüten-Madeleines wird von Prof. Matei Chihaia (Universität Wuppertal) in Angriff genommen.

Künstler

Doch nicht alles die Erinnerung Betreffende lässt sich in Worte fassen, entscheidende Aspekte entziehen sich der Linearität und Rationalität. Daher haben wir Künstlerinnen und Künstler eingeladen, ihrem Erinnerungsbegriff individuell Form zu verleihen. Die in der Ausgabe enthaltenen künstlerischen Arbeiten wiederholen daher keinesfalls den Inhalt der Texte, sondern interpretieren das Thema auf eigenständige Weise - sei es durch die kritische Befragung der überraschenden motivischen Ähnlichkeit von Familienfotoalben, durch die Inszenierung vergessener Worte, das Verfolgen hinterlassener Spuren, Archivierungsversuche oder durch die fotografische Auseinandersetzung mit Alzheimerpatienten. Neben den Arbeiten von etablierten Künstlern wie Wolf Erlbruch und Sarah Pelikan freuen wir uns über Beiträge von Absolventen der Bergischen Universität Wuppertal wie dem Fotografen Philipp Wülfing und anderen.

Motivation und Intention

Das ff. Magazin entstand aus dem Wunsch heraus, die ästhetische Dimension unserer Umwelt aus unterschiedlichen Perspektiven heraus zu beleuchten und so neue Ansatzpunkte für ihr Verständnis zu geben. Das Zeitungsformat unterstützt dies, denn es macht das Magazin zu einem sperrigen und geräuschvollen, gleichzeitig aber zarten Objekt. Es ist ein Symbol für die kritische Auseinandersetzung, hinter dem man sich aber auch konzentriert zurückziehen kann und mit dem man sich körperlich wie geistig auseinandersetzen muss. Die gleichwertige Gegenüberstellung von Kunst und Text gibt den Impuls, Sehen, Denken und Empfinden nicht länger zu trennen.

Zum Ausdruck kommt ebenfalls, dass ästhetische Phänomene, seien es Kunstwerke, Architektur oder Design, zunehmend auf ihre Verwertbarkeit als Konsum- oder Statusobjekte reduziert werden. Komplexe Bedeutungsebenen gehen dabei häufig verloren. Doch sowohl für ein kritisches Bewusstsein, als auch für einen tiefgreifenden Genuss ist die Auseinandersetzung mit den Hintergründen der Entstehung und dem Bezug zur Gegenwart unabdingbar. Damit ist keineswegs eine rein wissenschaftliche Auseinandersetzung gemeint, sondern ein wacher Blick für das Schöne, aber auch das Widersprüchliche. Ausgehend von der Oberfläche werden die dahinter stehenden Gedankenwelten offenbart.

Julia Meer Sebastian Glück

Meer-Glück, Bürogemeinschaft für Visuelle Kommunikation

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