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Wuppertal / Kultur & Bildung

Snow

Das Projekt "Snow" wurde Ende März im Venus & Apoll Raum am Worringerplatz in Düsseldorf gedreht. Die Location dient als temporärer Ausstellungs- und Projektraum der Julia Stoschek Collection, die das Projekt mit ihren Räumlichkeiten unterstützt hat. Zur Zeit wird das Video geschnitten. Danach wird es in Wuppertal und Berlin der Öffentlichkeit präsentiert.

Bei diesem Projekt handelt es sich um ein nicht-dokumentarisches Videoportrait von Hakan Eren (21 Jahre alt), eines jungen deutschtürkischen Künstlers, der als schwerer Legastheniker mit Migrationshintergrund in eine Förderschule „abgeschoben“ wurde jedoch durch eigene Willenstärke und außerordentliches Talent seit 2012 an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert. Hakan Eren ist eine wunderbare Persönlichkeit, die sich allen gängigen Stereotypen entzieht und dadurch eine Reflexionsfläche für die heutigen sozialen Erwartungshaltungen bietet.

Durch Hakans Person möchte ich die gesellschaftlichen Stereotypen in Bezug auf Kunst und Bildung und ethnisch-gesellschaftlicher Zugehörigkeit aufgreifen und deren Auswirkung auf die Wahrnehmung eines Menschen/Künstlers reflektieren.

Als Ausgangspunkt benutzte ich ein Foto von Bruce Weber, welches vor ein paar Jahren in der deutschen VOGUE erschienen ist, mit Hakan als Video nachinszenieren. Auf dem Foto ist der amerikanische früh verstorbene Künstler Dash Snow in seinem Atelier in einer gestrickten Sturmhaube zu sehen. Er sitzt auf einem Bett zwischen weißen Kissen und schaut direkt in die Kamera. Sein Gesicht ist gänzlich durch die Sturmhaube verdeckt. In der Rezeption von Snow geht es unter anderem um Authentizität, um Direktheit, Frechheit, Rebellentum, Rotzigkeit. Er gilt als Synonym des jungen, wilden, authentischen, weißen Künstlers dessen Leben und Kunst ineinander verschmelzen. Er lebte exzessiv und starb exzessiv. Die bürgerliche Vorstellung eines „jungen Wilden“ hat er perfekt bedient.

Und hier noch die Crew:

Regie/Idee/Buch/Schnitt: Magdalena von Rudy
Darsteller: Hakan Eren
Kamera: Justyna Feicht
Ton: Dirk Oetelshoven
Standfotos und Kameraassistenz: Caroline Schreer
Tonassistenz: Jens Mühlhoff

Gefördert durch Kulturfonds Wuppertal, Julia Stoschek Foundation e.V. Düsseldorf, Medienprojekt Wuppertal und Filmwerkstatt Düsseldorf.

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