Inhalt anspringen

WuppertalStadtbibliothek

"Jeder Mensch ist ein Abgrund"

Comic-Künstler Andreas Eikenroth zeigt Arbeiten zu Georg Büchners Werken - Ausstellung in der Zentralbibliothek vom 5. Mai bis 24. Juni 2022

Cover des Comicbands "Lenz" von Andreas Eikenroth, erschienen im Wuppertaler Verlag EDITION 52.

Die Stadtbibliothek Wuppertal präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Wuppertaler Verlag EDITION 52 eine große Ausstellung zu zwei Georg-Büchner-Adaptionen des Graphic-Novel-Künstlers Andreas Eikenroth. Mit „Woyzeck“ und „Lenz“ hat der Gießener Comic-Künstler zwei wichtige Werke des revolutionären Dichters zeichnerisch umgesetzt.

Die Ausstellung ist unter dem Titel „Jeder Mensch ist ein Abgrund“ vom 5. Mai bis zum 24. Juni 2022 in der Zentralbibliothek an der Kolpingstraße 8 zu sehen. Die Vernissage findet am 5. Mai um 18 Uhr in der 1. Etage statt.
Dr. Christine Vogt - Kunsthistorikerin, Direktorin der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen und Comic-Expertin - hält einen Einführungsvortrag. Im Anschluss daran spricht der Künstler Andreas Eikenroth über seine Arbeit und steht am Büchertisch zum Signieren bereit. 

Aus Dramen werden Graphic Novels 

Eikenroths Adaption des berühmten Dramenfragments „Woyzeck“ erschien 2019, im vergangenen Jahr folgte „Lenz“ als Bearbeitung der einzigen Novelle Georg Büchners. Beide Werke beruhen auf wahren Begebenheiten, in beiden stehen Personen mit psychischen Erkrankungen im Mittelpunkt: „Woyzeck“ ist die verstörende Geschichte eines Soldaten, der durch Missbrauch neben seiner Ehre und Gesundheit auch seine Partnerin, mit der er ein gemeinsames Kind hat, verliert. Krankheit und Eifersucht treiben ihn zu einer Verzweiflungstat.  „Lenz“ schildert den Leidensweg des Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz – eines Bekannten Goethes –, der zunehmend seiner bipolaren Störung erliegt.

Bildkompositionen mit vielen Vorbildern 
 
Den Wahn seiner Protagonisten setzt Eikenroth in expressiven ganzseitigen Bildkompositionen um, in denen die einzelnen Bilder übergangslos ineinanderfließen. Seine Zeichnungen sind ebenso abstrakt wie plakativ, spielen mit zahlreichen Symbolen und grafischen Verweisen, unter anderem auf Hieronymus Bosch, Vincent van Gogh, George Grosz und Edvard Munch sowie auch auf biblische Motive und auf Plattencover beispielsweise von Pink Floyd. Mittlerweile verwenden einige deutsche Schulbuchverlage einzelne Bilder aus der Graphic Novel „Woyzeck“ in ihren Lehrwerken für die Oberstufenkurse im Fach Deutsch. Die Ausstellung in der Zentralbibliothek Wuppertal zeigt viele Seiten aus den beiden Graphic Novels in vergrößerter Form (Originale und Drucke) und erlaubt so einen faszinierenden Einblick in die Details von Eikenroths aufwendig komponierten Bilderwelten.

Ausgezeichneter Zeichner 

Der 1966 in Gießen geborene Andreas Eikenroth wurde 2014 mit dem Independent Comic Preis (ICOM) für das beste Szenario ausgezeichnet. Er arbeitet auch als Illustrator für Magazine wie Mare und The Heritage Post. Seit 2013 erscheinen seine Comics und Graphic Novels im Wuppertaler Verlag EDITION 52.

Die Ausstellung ist vom 5. Mai bis zum 24. Juni 2022 zu den regulären Öffnungszeiten im Treppenhaus der Zentralbibliothek an der Kolpingstraße 8 zu sehen. 
Die Öffnungszeiten: 
Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 10 bis 19 Uhr und Samstag von 10 bis 13 Uhr. 

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal
Seite teilen