Frau Dr. Zeh, was wird sich durch den neuen Verwaltungsstandort in der ehemaligen Bundesbahndirektion ganz konkret für Bürger*innen verändern?
Mit dem neuen Verwaltungsstandort schaffen wir eine zentrale Anlaufstelle für Bürger*innen, die verschiedene Dienstleistungen unter einem Dach vereint. Das bedeutet kürzere Wege und effizientere Abläufe. Durch die Zusammenführung von Einwohnermeldeamt, Straßenverkehrsbehörde, Jugend- und Sozialamt sowie Teilen des Jobcenters und der Bergischen Universität entsteht ein modernes Dienstleistungszentrum im Herzen der Stadt.
Wie wird der Zugang zu städtischen Dienstleistungen in der ehemaligen Bundesbahndirektion einfacher oder komfortabler für Bürger*innen gestaltet?
Wir setzen auf eine Kombination aus digitaler Infrastruktur und persönlichem Service. Ein elektronisches Wegeleitsystem, welches allerdings erst nach 2025 installiert wird, barrierefreie Gestaltungselemente und taktile Orientierungshilfen erleichtern die Navigation im Gebäude. Zudem ermöglichen über 50 Terminschalter in einer großen Schalterhalle eine zügige Bearbeitung von Anliegen.
Viele Bürger*innen wünschen sich kürzere Wege, weniger Bürokratie und mehr digitale Services. Wie wird das neue Verwaltungsgebäude diesen Erwartungen gerecht?
Wir haben über 10.000 Fallakten digitalisiert und setzen auf papierlose Prozesse. Dies reduziert Bürokratie und beschleunigt Abläufe. Zudem bieten wir Online-Terminreservierungen und digitale Antragsverfahren an, um den Service für Bürger*innen zu verbessern.
Wird es weiterhin klassische Anlaufstellen vor Ort geben – oder verlagert sich vieles in den digitalen Raum?
Beides ist vorgesehen. Während wir digitale Services ausbauen, bleiben persönliche Anlaufstellen erhalten. In der Schalterhalle von Einwohnermelde- und Straßenverkehrsamt, sowie an der Servicetheke von Jugend- und Sozialamt können Bürger*innen ihre Anliegen direkt vor Ort klären, während digitale Angebote zusätzlichen Komfort bieten.
Wie wird im neuen Standort sichergestellt, dass auch Menschen ohne digitale Vorkenntnisse, mit Einschränkungen oder Menschen, die wenig technikaffin sind, wie ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen, gut zurechtkommen?
Barrierefreiheit ist ein zentraler Aspekt des Projekts. Das Gebäude verfügt über Aufzüge, kontrastreiche Gestaltungselemente und taktile Leitsysteme. Zudem stehen Mitarbeitende bereit, um bei Bedarf Unterstützung zu leisten und den Zugang zu digitalen Angeboten zu erleichtern.
Was wird sich für die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung in der ehemaligen Bundesbahndirektion in Hinblick auf modernes, digitales Arbeiten ändern?
Wir führen moderne Arbeitskonzepte wie Desksharing und Homeoffice-Möglichkeiten ein. Die Arbeitsplätze sind mit aktueller Technik ausgestattet, und die papierlose Arbeitsweise wird durch digitale Prozesse unterstützt. Dies fördert Flexibilität und Effizienz.
Wie binden Sie Mitarbeitende in den digitalen Wandel ein – insbesondere solche, die weniger an Digitalisierungsthemen interessiert sind?
Wir bieten Schulungen und Fortbildungen an, um alle Mitarbeitenden auf die neuen digitalen Prozesse vorzubereiten. Zudem stehen Support-Teams bereit, um bei Fragen oder Problemen zu unterstützen. Unser Ziel ist es, alle Mitarbeitenden auf dem Weg der Digitalisierung mitzunehmen. Hierzu bieten wir unter anderem einige E-Learning-Formate an.