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Aktuelles | 17.03.2022

"Frauen mit Profil 2022" geehrt

Bereits zum neunten Mal wurden beim Wettbewerb "Women and Work - Frauen mit Profil" engagierte Frauen aus Wuppertal, Solingen und Remscheid ausgezeichnet.

Bei einem gemeinsamen Empfang ehrten das Kompetenzzentrum Frau und Beruf Bergisches Städtedreieck und die Oberbürgermeister von Wuppertal, Solingen und Remscheid die diesjährigen Gewinnerinnen. „Ich freue mich, dass sich wieder tolle Frauen beworben haben, die wir als Role Models für andere Frauen vorstellen können. Die Auswahl ist der Jury auch diesmal nicht leicht gefallen, weil wir erneut so gute Bewerbungen hatten", so Roswitha Bocklage, Leiterin des Kompetenzzentrums Frau und Beruf.

Die Gewinnerinnen

Kategorie 1: Vorbildhafte Unternehmerin
Gewinnerin: Meike Roßberg, Geschäftsführerin der Hahnerberg-Apotheke, Wuppertal 

In Kategorie 1 wird eine Frau ausgezeichnet, die mit ihrem Unternehmen Verantwortung für die Region und für ihre Mitarbeiter*innen übernimmt.

Meike Roßberg ist Apothekerin. 2007 übernahm sie die Hahnerberg-Apotheke von ihrem Vater in Wuppertal mit sechs Beschäftigten. Chefin zu werden war ein Prozess, in dem sie sich immer daran orientierte, wie sie als Mitarbeiterin behandelt werden wollte. Sie ließ sich coachen zum Thema interne Kommunikation und baute ihr Team von anfangs sechs auf aktuell 25 Mitarbeiter*innen aus. Neben der hohen Arbeitszufriedenheit, die Meike Roßberg als Unternehmerin für ihre Beschäftigten schafft, engagiert sie sich auch sozial. In der Apotheke sammelte sie Spenden, etwa für das Kinderhospiz Burgholz, verschiedene Frauenprojekte und Kindergärten - mit dem Team zusammen unterstützt sie ein Patenkind in einem afrikanischen Land. 

Meike Roßberg ist eine Unternehmerin, für die Verantwortung für das Team auch größtmögliche Transparenz über Entscheidungen bedeutet. So klappte 2016 auch der große Umbau und Umzug. Die Idee: Eine neue Hahnerberg-Apotheke in den Räumen eines alten Lebensmittelladens, mit viel Platz, einem Autoschalter und angeschlossenem Gesundheitszentrum, wo die Themen Ernährung und Bewegung aufgegriffen werden. 

Ihr hohes Engagement für die Region und für ihre Mitarbeiter*innen, ihr unternehmerisches Handeln, dass nicht nur gewinnorientiert ausgerichtet ist sowie ihr Optimismus und ihr Organisationstalent, haben die Jury überzeugt.

Kategorie 2: Kreative Lösungen zur eigenen Existenzsicherung
Gewinnerin: Dr. Esther Heidbüchel, Solingen

In Kategorie 2 ist eine Frau Preisträgerin, die Expertin in internationaler und interkultureller Kommunikation ist. Dr. Esther Heidbüchel hat in Politikwissenschaft, internationalen Beziehungen und Konfliktforschung promoviert. 2016 hat sie sich als Unternehmensberaterin mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit selbstständig gemacht. Sie ist verheiratet, Mutter einer Tochter und lebt in Solingen. 

Die Feldforschung für ihre Promotion führte sie nach West Papua, Indonesien - dort konnte sie mit eigenen Augen sehen und erforschen, was der Kampf um Ressourcen und Bodenschätze auslöst. Das hat ihr deutlich vor Augen geführt, welche Rolle die Wirtschaft bei Ressourcenkonflikten spielt und bei ihr eine nachhaltige Bewusstseinsschärfung ausgelöst. Nach ihrer Promotion war sie als Director Sustainability in einem internationalen Baustoffkonzern tätig. 2016 ergriff sie die Gelegenheit und machte sich als Unternehmensberaterin mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit selbstständig. Zeitlich parallel zur Gründung wurden ihre Eltern pflegebedürftig. Monatelang pendelte sie zwischen dem Elternhaus und Solingen, 150 Kilometer hin und her. Als sie sich wieder ihrem Geschäft widmen konnte, kam die Corona-Pandemie. Aber mit Corona kamen auch die Aufträge. Das Thema hatte mittlerweile einen Handlungsdruck erreicht, sodass viele Unternehmen auf der Suche nach einer spezifischen Beratung in Sachen Nachhaltigkeit sind. Esther Heidbüchel hat es geschafft, in kürzester Zeit auf lange Sicht existenzsichernd und mit großer Planungssicherheit zu wirtschaften. Ihre kreative Lösung zur eigenen Existenzsicherung, ihre Leidenschaft für das Thema Nachhaltigkeit und ihr Mut als Unternehmerin haben die Jury überzeugt. 

Kategorie 3: Leitung eines nachhaltigen Projekts für Frauen
Gewinnerin: Petra Hafele, Remscheid 

In Kategorie 3 wird eine Frau für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Petra Hafele leitete 38 Jahre lang die autonome Beratungs- und Gewaltinterventionsstelle für Frauen in Remscheid und ist im Dezember 2021 pensioniert worden. Petra Hafele ist Mutter eines Sohnes, den sie ab seinem 7. Lebensjahr alleinerziehend großgezogen hat und lebt in Wuppertal.

In den 1980er Jahren studierte Petra Hafele in Wuppertal Sozialwissenschaften und begann sich mit der Frage nach Verteilung von Macht und Herrschaft auseinanderzusetzen. Die theoretischen Erkenntnisse aus dem Studium begann sie rasch, gemeinsam mit anderen Frauen, in konkrete politische Forderungen und Projekte umzusetzen. Ein erster Erfolg war die Einrichtung der ersten Frauenbeauftragten an der Bergischen Universität Wuppertal und die ersten Einrichtungen kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbüros, für die sie sich ebenfalls engagierte. 

Noch im Studium begann Petra Hafele ehrenamtlich einige Jahre beim Notruftelefon für Frauen, die Gewalt erlebt hatten, mitzuarbeiten. Aus dieser Notrufarbeit heraus initiierten die dort engagierten Frauen die Gründung der ersten autonomen Beratungs- und Gewaltinterventionsstelle für Frauen in Remscheid, die Frau Hafele bis 2021 leitete.

Für dieses Lebenswerk, das 38-jährige Engagement für Gewalt gegen Frauen, ihr unerlässlicher Mut und ihr Einsatz für eine gewaltfreiere Gesellschaft zeichnet die Jury Petra Hafele aus.

Kompetenzzentrum Frau und Beruf

Bergisches Städtedreieck

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