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Aktuelles | 02.05.2022

polis 2022: Wuppertal zeigt sich nachhaltig

Wie sehen die „Wahrheiten der Stadt“ aus? Unter diesem Motto fand die Fachmesse für Stadt- und Projektentwicklung polis Convention vom 27.-28.04. in Düsseldorf statt.

Der gemeinsame Messestand der drei Bergischen Großstädte Wuppertal, Solingen und Remscheid.

Die Gestaltung der Stadt von morgen wirft viele Fragen auf: Wie können Wohnen und Bauen nachhaltiger gestaltet werden? Wie können rar gewordene Gewerbeflächen effizient genutzt werden? Wohin steuert die Transformation der Innenstädte und welche Rolle spielt der Einzelhandel dabei? Aussteller und Besucher aus der Stadtentwicklung und Immobilienbranche trafen sich auf der Fachmesse polis Convention (Öffnet in einem neuen Tab), um sich über diese Themen auszutauschen, neue Projekte anzustoßen und gemeinsam einen weiteren Schritt Richtung zukünftiger Stadtgestaltung zu gehen.

Zu den 350 Ausstellern in den Alten Schmiedehallen auf dem Areal Böhler gehörten Unternehmen, Städte und Regionen, Planungsbüros und Initiativen. Darunter befand sich zum wiederholten Male der Bergische Gemeinschaftsstand. Zusammen präsentierten die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft und die Wirtschaftsförderungen aus Wuppertal, Solingen und Remscheid die Region und ihre aktuellen Projekte.


Martin Lietz (li.) und Alexander Buckardt (re.) vertraten auf der Messe die Themen Gewerbe und Wohnen.

Erhöhte Nachfrage nach gefördertem Wohnungsbau

Ein gefragter Gesprächspartner auf der Messe war Alexander Buckardt. Er kümmert sich bei der Wirtschaftsförderung Wuppertal um Wohnungswirtschaft und Flächenentwicklung. Das Thema boomt seit Jahren. Doch im Gegensatz zur letzten Messe ging die Nachfrage von Projektentwicklern in eine neue Richtung. Waren es zuvor Projekte für Ein- oder Mehrfamilienhäuser, steht nun der geförderte Wohnungsbau und betreutes Wohnen hoch im Kurs. Entsprechend stellte Buckardt die Fläche an der Oberen Lichtenplatzer Straße vor. Auf rund 8.300 Quadratmetern soll neuer Wohnraum entstehen. Ein Fünftel der neuen Wohneinheiten ist für den Sozialwohnungsbau vorgesehen. Ein weiteres Projekt ist in Langerfeld in Planung. Auf dem Gelände des ehemaligen Sportplatzes Löhrerlen stehen 10.000 Quadratmeter Nettobauland zur Verfügung. Das Planungsrecht sieht eine Bebauung mit Ein- und Zweifamilienhäusern vor, die sowohl als Reihen-, Doppel- oder freistehende Gebäude realisiert werden können. Im Sommer startet das Ausschreibungsverfahren der Stadt. Buckardts Fazit der Messe: „Beim Thema Wohnen geht die Nachfrage mittlerweile verstärkt von Bestandshaltern aus, die Immobilien als Kapitalanlage und nicht als Vermarktungsprodukt ansehen“. 


Fokus auf zwei neuen Gewerbegebieten

Martin Lietz beobachtet im gewerblichen Bereich eine starke Nachfrage von Logistikunternehmen. Der Druck, Verteilzentren und Knotenpunkte nahe an Großstädten zu platzieren, wachse auf die Branche. Ein Grund dafür sind die derzeitigen Schwierigkeiten, Lieferketten aufrecht zu halten. „Wuppertal ist wegen seiner zentralen Lage zwischen Rhein und Ruhr deshalb besonders gefragt“, so Lietz. Jedoch sind große Flächen in Wuppertal - genauso wie in vielen anderen Städten - fast nicht verfügbar. Wie hoch auch in Industrie und Gewerbe die Nachfrage nach neuen Standorten ist, zeigt das Beispiel Clausewitzstraße. In Langerfeld entsteht ein Gewerbegebiet auf 33.000 Quadratmetern. Jedoch ist die Fläche schon jetzt komplett überplant. Ähnlich großen Andrang erwartet Lietz für die kommenden Gewerbegebiete an der Spitzenstraße und an der Bahnstraße. Auf dem ehemaligen Werksgelände der Firma KROSCHU an der Spitzenstraße/ Langerfeld stehen über 24.000 Quadratmeter für gewerbliche Ansiedlungen zur Verfügung. Ein noch größeres Flächenpotenzial liegt in Vohwinkel. Im Bereich Bahnstraße / Buntenbeck plant die Stadt ein Gewerbegebiet mit rund 35.000 Quadratmetern. Das bisher landwirtschaftlich genutzte Gelände ist für eine Mischnutzung vorgesehen. Bis beide neuen Gewerbegebiete verfügbar sind dauert es aber noch. Als nächster Schritt werden die Bebauungspläne erstellt.  


Dr. Marco Trienes verzeichnete ein hohes Interesse an Wuppertal als Wissenschaftsstandort.

Transformation der City ist nach wie vor Thema

Ein prominentes Bürogebäude, das ebenfalls die Aufmerksamkeit von Projektentwicklern auf sich zog, ist das AOK-Gebäude an der Bundesallee in Elberfeld. Hierauf wurde Dr. Marco Trienes vermehrt angesprochen. „Zusammen mit dem Pina Bausch Zentrum im Forum Wupperbogen entsteht hier ein neues Gravitationszentrum der Stadtentwicklung Wuppertals.“ Insgesamt ist ein wachsender Fokus auf Immobilienprojekte im Citybereich Elberfeld wahrzunehmen. Interessiert zeigten sich viele Gesprächspartner*innen auch an der Entwicklung des Wissenschaftsstandorts Wuppertal - auch dank Neuansiedlungen wie der "IU Internationale Hochschule" und der HBK Essen - und den davon ausgehenden Potenzialen für die Innenstadtentwicklung. So wie der Standort der Bergischen Universität Wuppertal in der Rathaus Galerie. Intensiv wurden zudem Entwicklungen auf dem Wuppertaler Büroimmobilienmarkt besprochen. Hier wird bald die neue Büromarkstudie für Wuppertal, die zur Zeit vom IRI-Institut für Raumforschung und Immobilienwirtschaft und bulwiengesa erstellt wird, neue Erkenntnisse liefern.


Eric Swehla (2.v.li.) stllte Wuppertaler Zukunftsprojekte auf der Messe vor.

Kooperationspotenzial ausloten

Unterstützung bekam das Wuppertaler Team von Oberbürgermeister Uwe Schneidewind, der die Messe am zweiten Tag besuchte. Gemeinsam mit Eric Swehla, Vorstand der Wirtschaftsförderung, wurden Fachgespräche mit Projektentwicklern und Investoren geführt. Zum Beispiel zum Smart Tec Campus Wuppertal. „Die Messe bietet eine gute Basis für einen konstruktiven Austausch. Wir haben viele interessante Gespräche geführt und konnten gemeinsame Kooperationspotenziale ausloten“ so Swehlas. Schon am ersten Messetag nutzte er die Gelegenheit Gesprächspartnern des NRW-Landesministeriums für Wirtschaft, Innovation Digitalisierung und Energie einen Überblick über mögliche wegeisende Zukunftsprojekte in Wuppertal zu geben. „Wir haben vereinbart, dass wir uns zeitnah zusammensetzen, um bei den möglichen Projekten zu priorisieren und zunächst jene umzusetzen, die auch im Interesse des Landes sind. Dieses Vorgehen hat sich in den letzten Jahren bewährt und wir sind für die enge Abstimmung mit dem Land sehr dankbar“, berichtet Swehla.


Dr. Daniel Lorberg stellte den Solar Decathlon Europe 21/22 vor.

bergisch.nachhaltig setzt Akzente

Als besonders relevanter Faktor in der „Stadt von morgen“ gilt Nachhaltigkeit. Unter dem Namen bergisch.nachhaltig präsentierte sich die Initiative Cirular Valley (Öffnet in einem neuen Tab) zusammen mit der Bergischen Universität Wuppertal (Öffnet in einem neuen Tab), dem Projekt Solar Decathlon Europe (Öffnet in einem neuen Tab) und der Neue Effizienz gGmbH (Öffnet in einem neuen Tab). Hier standen die Trends klimafreundliches Bauen und ressourcenschonendes Wirtschaften durch zirkuläre Wertschöpfungsketten im Zentrum. „Wir sind der Hotspot für Circular Valley im Rhein-Ruhr-Gebiet“, ließ Andreas Mucke, Geschäftsführer von Circular Valley, die Messebesucher*innen wissen. Der neu formierte Messestand setzte auch im Rahmenprogramm mit Impulsvorträgen und Expertendiskussionen einen zentralen Themenschwerpunkt auf der diesjährigen Messe.


Beim polis Award wird ein Projekt der ACMS Architekten ausgezeichnet.

Beim polis Award auf dem Treppchen

Ein Höhepunkt der Messe war die Verleihung der polis Awards für herausragende Projekte der Stadtgestaltung. Das Team von ACMS Architekten schaffte es auf Platz zwei in der Kategorie „Ökologische Wirklichkeit“. Angetreten war das Wuppertaler Architekturbüro mit dem Projekt eines nachhaltigen Museums in Detmold. 
Außerdem unter die fünf Finalisten in der Kategorie „kommunikative Stadtgestaltung“ kam das Projekt Solar Decathlon Europe, das unter der Leitung von Dr. Daniel Lohrberg von der Bergischen Universität Wuppertal steht. Das kommende Großevent für nachhaltiges Bauen SDE 21/22 findet vom 10.-26. Juni in Wuppertal statt. 

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Bildnachweise

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