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EUROPA Förderung

Auszubildende und Ausbilder*innen berichten aus dem Praktikum

Seit 2016 haben Auszubildende und Ausbilder*innen sowie Mitarbeiter*innen aus den Bereichen Ausbildungsplanung und Personalentwicklung der Stadtverwaltung Wuppertal die Möglichkeit, ein Praktikum in einer anderen Verwaltung innerhalb der EU zu absolvieren, um Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Wuppertal goes Europe – Arbeiten in Wien / Österreich

Herr S. arbeitet in der Organisationseinheit 402.2201 Windows-Server/Basisdienste und ist Ausbilder.
Vom 13.05.2019 bis 24.05.2019 absolvierte er ein Praktikum in der Abteilung „Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten“.

Dienstgebäude MA 46

Dort wurde ich sehr herzlich von der Personalreferentin empfangen und mit einer Willkommensmappe versehen. Die Mappe dient als Unterstützung und Nachschlagewerk für die Zeit des Praktikums und gibt einen groben Überblick über die Tätigkeiten, die Struktur und die Organisation der Dienststelle.

Anschließend begrüßte mich der Abteilungsleiter Herr Dr. R. und Werner, mein Mentor und zuständiger Teamleiter. In einem netten Begrüßungsgespräch wurden mir die Aufgaben des MA46 vorgestellt.

Das MA46 ist mit unseren Ressorts 102 (Bereich Navigations- und Datenmanagement) und 104 vergleichbar.

Später lernte ich auch Herrn Ing. S. (Stellvertretener Leiter des MA46) kennen.

Er betonte, dass durch die systematische Erfassung von Daten jetzt auch viele Aufträge und Projekte der Stadt Wien mit ihren Töchtern möglich sind.

Zurzeit stehen auch verschiedene Großprojekte im Magistrat an. Ich hatte die Gelegenheit bei einigen Terminen einen Teil der Projekte kennen zu lernen.

In „meinem“ Büro sind wir zu viert. Johannes ist ein Kollege vom MA41 (Stadtvermessung). Er ist als Joborant von Montag bis Mittwoch beim MA46 eingesetzt, um Daten ins GIP einzuarbeiten. Heidi und Goran pflegen Datensätze ein, welche aktenkundig verfügt wurden.

Für mich standen nach den ersten Gesprächen zwei Projekte zur Auswahl, welche bearbeitet werden sollten:

  • das österreichweite Routingprojekt „GIP4Radrouting.at“
  • und die Kontrolle bzw. Neuvermessung des Grundradwegnetzes Wiens.

Routingprojekt „GIP4Radrouting.at“

Das Projekt ist aus dem Regierungsprogramm „Zusammen. Für unser Österreich“ entstanden. Die Bundesregierung hat sich zur Umsetzung einer nachhaltigen Verkehrspolitik bekannt. Sie setzt sich insbesondere für ein funktionierendes Miteinander sowie ein rücksichtvolles Auskommen aller Verkehrsteilnehmer ein. Dazu werden Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung für die Nutzung ökologisch nachhaltiger und gesundheitsförderlicher Fortbewegungsmittel, insbesondere des Fahrrades entwickelt und umgesetzt.

Das Routingprojekt „GIP4Radrouting.at“ ist eine bundesweite Zusammenarbeit der Länder Österreichs unter der Führung des Landes Tirol.

Das Projekt zielt darauf ab, Koordinaten und Daten zu erheben, um die Infrastruktur des Radverkehrs Österreichs auszubauen.

Dienstgebäude MA 18

Auch das MA18 ist an diesen Daten sehr interessiert. Die Abteilung für generelle Radverkehrsplanung und strategische Projekte möchte das Grundradnetz Wiens optimieren. Denn das erste Grundnetz stammt aus dem Jahr 1982 und ist stetig gewachsen.

Kontrolle und Neuvermessung des Grundradwegnetzes Wiens im Magistrat 18 (Stadtentwicklung und Stadtplanung)

Meine Aufgabe war es, mich um die Korrektur dieses Radgrundwegnetzes zu kümmern.

Die einzelnen Straßen werden dazu kontrolliert und die eingezeichneten verschiedenen Radwegarten (Radfahrstreifen, Radfahren in Einbahnstraßen, Radweg, gemischter Rad- und Gehweg und getrennter Geh- und Radweg) ggf. neu vermessen und korrigiert.

Für diese Tätigkeiten nutzte ich verschiedene Grundlagen und Fachverfahren:

  • Die Bearbeitung der vorhandenen Daten mit der Fachsoftware ArcGIS/ArcMAP
  • und das Einpflegen der Daten über eine Eingabemaske in das GIP zur Datenverarbeitung.
Radplan

Abschließend wird eine Fremdfirma die Grundradwege befahren, um die Daten ein letztes Mal zu prüfen und zu bewerten.

Fachsoftware: ArcGIS / ArcMap (GIP Datenverarbeitung)

ArcGIS ist eine leistungsstarke Software zum Erstellen von Karten und zur Analyse von Daten.

Die dort hinterlegten kartographischen Daten sind sehr genau (wenige Zentimeter Toleranz) und können mit der GIP-Datenverarbeitung bearbeitet werden.

 

Auch das Magistrat MA22 (Umweltschutz) soll mit dem Fachverfahren ArcGIS arbeiten.

Mit den Kollegen wurde geprüft, wie vorhandene Lärmemissionskarten und Werte in das ArcGIS System eingepflegt werden können.

Sogenannte Layer unterstützen diese Arbeit, indem digitale und grafische Elemente über einen Stadtplan gelegt werden. Auch Informationen z.B. zu Durchfahrtsverboten können durch entsprechende Layer auf einer Übersichtskarte dargestellt werden.

Später sollen diese Informationen auch für die Bürger*innen auf der Internetseite der Stadtverwaltung zur Verfügung stehen.

Fachsoftware: Kappazunder (Betreut durch das MA 41 Stadtvermessung)

Kappazunder (Eigenname, kein Produktname) ist eine Sammlung von 34 Millionen Einzelbildern von allen Straßen der Stadt Wien - aufgenommen bei Fahrten mit jeweils 13 Kamerasensoren. Der Speicherbedarf hierfür beträgt >100 TB. Ein Schweizer Unternehmen übernahm diese Kartographierung - ähnlich wie bei Google-Streetview. Allerdings beträgt bei diesem Verfahren die maximale Toleranz 10 Zentimeter. Erhoben werden umfangreiche und präzise Vermessungsdaten in Bildern (z.B. Maße, Koordinaten von Verkehrsschildern, Gully-Deckeln, Einfahrten, Verkehrswegebreiten, …), die in unterschiedlichste Leistungseinheiten einer Verwaltung einfließen können.

Diese unglaubliche Menge an Bildern steht den Mitarbeiter*innen (Voraussetzung ist eine Berechtigung) über den Webviewer „Kappazunder“ zur Verfügung. Damit können vom Schreibtisch aus „Lokalaugenscheine“ durchgeführt, Distanzen und Höhen direkt am Bild gemessen oder 3D-Objekte erfasst werden. Vor-Ort Besichtigungen sind zukünftig nur noch in Ausnahmefällen nötig.

Graphenintegrations-Plattform GIP – ein Referenzsystem für Verkehrsinfrastrukturdaten in Österreich

Im Januar 2008 wurde bei ITS/Vienna Region die Graphenintegrationsplattform „GIP“ für das Modellgebiet Wien und Umland im Rahmen eines Forschungsprojektes fertig gestellt.

Erstmals wurde hier ein Datenmodell aufgebaut, welches verschiedene Verkehrsmodi und die Verkehrsinfrastruktur abbildete.

Auch Projektträger anderer Modellgebiete in Österreich erhoben Daten für das zukünftige Verkehrsreferenzsystem GIP.

Mithilfe der Datensammlung dieser geförderten österreichweiten Projekte wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und dem Klima- und des Energiefonds ein gemeinsames Verkehrsreferenzsystems für alle Verkehrsarten in ganz Österreich erstellt.

Österreichweit führt die „GIP“ nun verschiedene Datenbanken und Geoinformationssysteme auf einer einheitlichen Grunddatenplattform zusammen. Ein verbindliches Instrument, in welches jede Stadt, Gemeinde oder Institution (z.B. Verkehrsverband) aktuelle Daten einpflegt.

Einige der Produkte im Überblick:

  • Routingexport für die Verkehrsauskunft Österreich (VAO): Routingfähiges Netz für alle Verkehrsmodi, Namen, funktionale Klassifizierung (FRC), Abbiegerelationen, etc.
  • Kartographie-Export für Basemap.at: Abschnitte mit Zeichenklassen, hierarchisches Namensmodell, berücksichtigt Brücken und Tunnel, etc.
  • OGD-Export: auf data.gv.at publizierter umfangreicher Open Data Export für alle
  • Behörden-Export: Datensatz für Behörden und Blaulichtorganisationen (z.B. für Meldungssystem der Polizei)
  • EU-Daten-Format-Export: Export an Geoland für die Weiterverarbeitung auf Basis der INSPIRE-Richtlinie der EU

Ausbildung bei der Stadt Wien

Auszubildende (hier heißt es Lehrling) bewerben sich bei der Stadt Wien für einen Beruf. Nach erfolgreicher Einstellungsprüfung und einer ggf. halbtägigen Probearbeit werden die potenziellen Lehrlinge von den entsprechenden Mitarbeiter*innen des jeweiligen Magistrats zum Gespräch eingeladen. Anschließend wird über eine Zu- oder Absage entschieden.

Die Lehrlinge werden nach einer Einarbeitungszeit in die tägliche Arbeit integriert und verbleiben für die ganze Ausbildungszeit im Magistrat am gleichen Arbeitsplatz. Bewertungspunkte (Berufsschulleistung, Tätigkeit im Magistrat, Zwischenprüfungen, Ausfallzeiten) erleichtern anschließend die Entscheidung, ob ein Lehrling übernommen wird.

In den Magistraten wird von der Einstellung bis zur Übernahme autonom gehandelt und entschieden.

Ich hatte auch die Gelegenheit, mit „unserem“ Lehrling ausgiebig zu sprechen. Er bewarb sich nach der Schule als Bauzeichner bei der Stadt Wien, ist im ersten Lehrjahr, und wird die kompletten drei Jahre im MA 46 arbeiten. Die Berufsschule findet zweimal in der Woche statt. Auch die Stadt Wien hat Nachwuchssorgen.

Deshalb hat er sicher gute Perspektiven, von der Stadt übernommen zu werden.

Und das nehme ich mit … in meiner Rolle als Ausbilder

Als Praktikant in einer neuen Arbeitsumgebung konnte ich mich gut in die Situation unserer Auszubildenden hinein versetzen. Und da mir die „Willkommensphase“ inkl. der Einführung in meine Praktikumsaufgaben sehr gut gefallen hat, passe ich mein Konzept im Rahmen meiner Ausbildertätigkeit an: z.B. die ersten Tage der Azubi’s bei mir, Ziele und Art der Aufgaben während der Praxisphase.

Auch meine eigene Erfahrung im Umgang mit einer Zielvereinbarung veranlasst mich darüber nachzudenken, diese als Instrument einzusetzen, um einen Praktikumsabschnitt gemeinsam mit Auszubildenden zu planen.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

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