Inhalt anspringen

Gebäudemanagement Bauprojekte (Schulen)

Bockmühle 12–18 – Gesamtschule

Neu- und Umbau auf früherem Industriegelände

Am Standort eines früheren Metall verarbeitenden Industriebetriebes entsteht Wuppertals siebte städtische Gesamtschule als Schule im gebundenen Ganztag. Von dem rund 11.200 Quadratmeter großen Grundstück an der Bockmühle werden künftig gut 5.800 Quadratmeter bebaut sein. Die sechszügige Schule wird auf mehr als 23.000 Quadratmetern Brutto-Grundfläche Platz für circa 1500 Schüler*innen bieten. Der erste Bauabschnitt soll zum Schuljahr 2029/2030 in Nutzung gehen, das gesamte Bauvorhaben bis zum Sommer 2030 abgeschlossen sein. Das Projekt schafft nicht nur moderne Lernräume, sondern bedeutet auch eine erhebliche städtebauliche Aufwertung für Heckinghausen.

Vom früheren Industriebetrieb bleibt nur das historische Verwaltungsgebäude erhalten, das nach seinem Umbau Bestandteil der Schule wird. Daran wird sich ein viergeschossiger Gebäuderiegel mit Staffelgeschoss anschließen, der die Gebäudeflucht des Bestandsgebäudes übernimmt und weiter dem Verlauf der Straße nach Norden folgt. Dort, wo die Bockmühle an der Einmündung der Kleinen Straße einen Knick macht, befindet sich künftig der markante Haupteingang mit zurückgesetzter Glasfassade. Die Flachdächer des Neubaus ermöglichen Begrünung und die Nutzung der Solarenergie. Auf der Rückseite des Neubaus flankiert alter Baumbestand als „grüner Saum“ den Innenhof.

Zum Innenhof hin, in direkter Verbindung zum Altbau, entsteht ein Anbau für die rund 500 Personen fassende, multifunktional ausgelegte Aula, die durch eine separierbare Erschließung auch Veranstaltungen außerhalb der Unterrichtszeiten ermöglicht. Im leicht erhöhten Erdgeschoss des Altbaus werden die darstellenden und bildenden Künste, Musik und Werken untergebracht. Die Regelgeschosse bleiben überwiegend der Oberstufe vorbehalten: Jeweils vier Kursräume mit zwei Mehrzweck- oder Differenzierungsräumen werden entlang offen gestalteter Flure angeordnet. Ruheräume, Teeküchen und Lehrmittelräume runden die Cluster ab. Das erste Dachgeschoss des Bestandgebäudes geht fließend in das Staffelgeschoss des Neubaus über. Dort befindet sich der naturwissenschaftliche Bereich. Im Untergeschoss wird unter anderem eine Garage für bis zu 350 Fahrräder angelegt.

Auf den Regelgeschossen des Neubaus erstrecken sich je vier offene Lernlandschaften für die Sekundarstufe I. Sie beinhalten jeweils drei Instruktions- und Gruppenräume, zwei Ruheräume und eine Teamstation. Zudem sorgen Teeküchen und Lehrmittelstationen für optimale Lernatmosphäre. Im zweiten und dritten Obergeschoss sind zusätzlich Büros für pädagogisches Personal vorgesehen. Das Staffelgeschoss beinhaltet, neben Räumen für die Naturwissenschaften, für die Sekundarstufe I großzügige Projektaktionsbereiche und einen Förderbereich.

Im Erdgeschoss des Neubaus ist zum einen die Schulverwaltung angesiedelt, zum anderen erweitert ein „Schulboulevard“ den Pausenhof ins Gebäudeinnere. Er verbindet Aula und Kreativbereich im Süden mit dem Ganztagsbereich, der Bibliothek, Besprechungsräumen und der im Norden gelegenen Mensa mit Kochküche. Die Mensa ist ebenfalls multifunktional nutzbar und bietet unter einer begrünten Pergola Sitzmöglichkeiten im Freien.

Im Inneren des Areals entsteht eine facettenreiche Spiel- und Lernlandschaft. Kletter- und Spielbereiche wechseln sich ab mit Ruhezonen. Außenklasse und Schulgarten ermöglichen kreatives Arbeiten im Freien. Auf dem Dach der Aula wird ein Sportplatz ausgestaltet, der sowohl vom Pausenhof als auch vom Treppenhaus zwischen Bestand und Neubau erreichbar ist.

Der Entwurf der Schule beruht auf dem mit dem Stadtbetrieb Schulen und der Bezirksregierung abgestimmten Raumprogramm. Dieses wiederum fußt zum einen auf dem Raumprogramm für weiterführende Schulen des Deutschen Städtetages und zum anderen auf den Ergebnissen der sogenannten „Phase Null“: Eine Gruppe aus Vertreter*innen des Stadtbetriebs Schulen, des GMW und pädagogischen Expert*innen hatte darin das künftige pädagogische Profil der Schule erarbeitet und daraus Anforderungen an den Bau abgeleitet.

Durch eine durchgängige Klinkerfassade mit hellem Grundton werden die Neubauten mit dem historischen Bestand gestalterisch zusammengefasst. Auch der Einsatz von Fassadenelementen aus Metall erinnert an die industrielle Vergangenheit des Ortes: In „Altgold“ beschichtete Aluminiumlamellen verleihen der Fassade zusätzlich Struktur. Innen wird mit viel Holz eine warme Atmosphäre generiert, während unterschiedliche Farben die verschiedenen Funktionsbereich kennzeichnen.

Mit Blick auf mehr Nachhaltigkeit ist die Maßnahme ein Pilotprojekt für Wuppertal: Erstmals hatte das GMW prüfen lassen, ob in Bestandsgebäuden verbaute Materialien bei einem Neu- und Umbau wiederverwendet werden können. Ein Teil der Baustoffe, die beim Abbruch der Werkshallen und -mauern sowie des Anbaus des früheren Verwaltungsgebäudes gesichert wurden, wird nun wiederverwendet. 160 Quadratmeter Natursteinplatten werden im Schulhofbereich eingesetzt. 560 Kubikmeter Vollziegel dienen zur Gestaltung der Außenanlagen, teilweise aber auch als Innenwandverkleidung. Noch verwendbare Schieferplatten werden zur Neueindeckung des Bestandsdaches herangezogen.

Nach Schadstoffsanierung, Rückbau und Bodensanierung übernimmt zum ersten Mal ein Totalunternehmer sämtliche Planungs- und Bauleistungen für eine städtische Schule, sodass nur ein einziges Vergabeverfahren durchgeführt werden musste. Mit Ausnahme des Aula-Anbaus entstehen alle Neubauten in Systembauweise aus vorgefertigten Bauelementen und Fertigteilen, was für einen schnellen Bauablauf sorgt.

Die vertraglichen Leistungen des Hochbauunternehmens umfassen knapp 90 Millionen Euro. Das Gesamtprojekt ist mit Rückbauten, Altlastensanierungen, Ausstattung und Risikozuschlägen für Baukostensteigerungen und Unvorhergesehenes laut Ratsbeschluss mit 157,7 Millionen Euro kalkuliert.

Herr Robert Kalisiewicz
Objektmanager*in

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Goldbeck
  • Goldbeck
  • Goldbeck

Auch noch interessant

Auf www.wuppertal.de verwenden wir ausschließlich technisch notwendige Cookies sowie das Webanalysetool Matomo zur anonymisierten statistischen Auswertung. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit in unseren Datenschutzeinstellungen widerrufen. Weitere Informationen und Hinweise finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Datenschutzeinstellungen (Öffnet in einem neuen Tab)
Sprache auswählen
Seite teilen