Der Rat der Stadt Wuppertal hat am 7. April 2025 den Grundsatzbeschluss für die Sanierung und Erweiterung der Dependance Schluchtstraße des Berufskollegs am Haspel gefasst und die Kosten bis zur Vorlage der Entwurfsplanung bewilligt. Von der Maßnahme würde auch das benachbarte Gymnasium Am Kothen profitieren.
Ein vom Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal (GMW) beauftragtes Architekturbüro hatte in einer Machbarkeitsstudie zwei Varianten zur Umsetzung des Vorhabens untersucht. Es hatte die Erweiterung des Berufskollegs um einen dritten, nördlich gelegenen Flügel empfohlen, wie er von Beginn an vorgesehen war. (Ein separater Neubau am Standort des benachbarten Vorläuferquartiers für die neue Grundschule Gewerbeschulstraße schnitt sowohl in pädagogischer, ökologischer, gestalterischer und schulorganisatorischer Hinsicht als auch mit Blick auf Herstellungskosten und Barrierefreiheit schlechter ab.) Würde der Erweiterungsbau vor der Sanierung des Bestandes errichtet und in Betrieb genommen, könnte das die benötigte Ausweichfläche verringern.
Das Berufskolleg war 1965 erbaut worden und hatte 2015 mit dem Berufskolleg am Haspel fusioniert. Der aktuell noch existierende Teilstandort an der Ritterstraße mit seinen Klassen und seinen Holz-, Elektronik- und Malerwerkstätten, den 160 Schüler*innen besuchen, soll aufgegeben werden. Das Bestandsgebäude an der Schluchtstraße bietet mit seinen rund 6500 Quadratmetern Nutzfläche dafür aber keinen Platz und entspricht nicht mehr den schulischen Anforderungen. Der Sanierungsbedarf ist zudem erheblich: Das Gebäude weist bautechnische Mängel auf, muss energetisch ertüchtigt werden, ist schadstoffbelastet und verfügt weder über einen barrierefreien Aufzug noch über entsprechende Sanitärräume. Das GMW geht davon aus, dass der Bestand bis auf den Rohbau entkernt werden muss.
Das nach Norden abfallende Gelände könnte genutzt werden, um zwei Untergeschosse auszubilden. In diesen könnte die Holzwerkstatt mit ihren hohen Räumen untergebracht werden. Die Anlieferung liefe dann direkt von der Rudolf-Steiner-Straße. Die zentrale Erschließung über den Haupteingang im Erdgeschoss bliebe jedoch erhalten. Im Nordflügel könnte sich daran die zweigeschossige Aula anschließen. Im zweiten und dritten Obergeschoss ließen sich die Werkstätten für Metall- und Elektrotechnik sowie für Farbtechnik und Raumgestaltung verorten.
Im Ost- und Westflügel werden in sogenannten „Clustern“ Räume für diejenigen Ausbildungsberufe vorgesehen, die sich jetzt schon an der Schluchtstraße befinden, sowie Räume für die Ausbildungsvorbereitung, die allgemeinbildenden Bereiche und die Schulverwaltung. Im Erdgeschoss des Ostflügels – und damit in größtmöglicher Nähe zum Gymnasium am Kothen – fänden vier Klassen, zwei Differenzierungsräume, eine Teamstation und eine kleine WC-Anlage Platz. Sie sollen den Bedarf decken, der durch die Wiedereinführung des neunjährigen gymnasialen Bildungsgangs entstanden ist.
In der Dependance Schluchtstraße des Berufskollegs könnten unter Beachtung der neuen pädagogischen Ausrichtung künftig 916 statt derzeit 756 Schüler*innen unterrichtet werden. Nach dem Auszug des Berufskollegs aus dem Gebäude Ritterstraße könnte dieses für die Errichtung einer weiteren Offenen Ganztagsgrundschule genutzt werden. Auch dies soll die Stadt prüfen.
Einschließlich der Leistungen für die Planung der vorhergehenden Schadstoffsanierung werden die Planungskosten auf gut 4,5 Millionen Euro geschätzt. Die Entwurfsplanung soll bis Ende 2027 vorliegen. Auf Basis der darin enthaltenen Kostenberechnung könnte der Rat dann über die Durchführung des Vorhabens entscheiden.

