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Energetische Sanierung: Offene Ganztagsgrundschule Haarhausen

Bei dem Schulgebäude handelt es sich um eine offene Ganztagsgrundschule, Baujahr 1971. Die grundlegende Sanierung mit dem Schwerpunkt einer massiven energetischen Verbesserung wurde durchgeführt in der Zeit von Oktober 2008 bis Juli 2010.

Der Schulriegel war seinerzeit in 3-geschossiger Bauweise als Stahlbetonskelettbau mit aussteifenden Giebelwänden und Treppenhausker-nen errichtet. Er ist teilunterkellert und hat ein Flachdach. Das Gebäude besteht aus 2 aneinander gereihten Einheiten. Eine Einheit besteht aus 2 Klassenräumen und 1 WC-Kern, die von einem mittig liegenden Treppenhaus erschlossen werden. Beide Einheiten sind über eine Dehnfuge miteinander verbunden. Die Treppenhauskerne sind in der Fassade ablesbar durch Vor- und Rücksprünge sowohl in der vertikalen als auch in der horizontalen Ebene.

Übersichtsplan der Grundschule Haarhausen

Ausgangssituation

Die Bodenplatte war ungedämmt und besteht aus freitragenden Stahlbeton-fertigteilplatten. Die zweischaligen Außenwände bestanden aus innenseitigem Mauerwerk einer 4 cm starken Mineralwolldämmung, einer Luftschicht und vorgehängten großformatigen Waschbetonplatten.

Im Schulgebäude waren Holzfenster als horizontale Bänder mit überwiegend Zweischeiben-Isolierverglasung eingebaut. Die Außentüren und großflächigen Verglasungen der Mehrzweckräume im Erdgeschoss waren ebenso ausgeführt. Im Treppenhaus befanden sich Glasbausteine. Die Abdichtungen aller Dachflächen wurden im Jahr 2000 saniert. Eine wirksame Dämmung war aber nicht vorhanden. Das Gebäude wurde mit einer Ölzentralheizung beheizt.

Energetisch wirksame Maßnahmen

Die Stahlbetonbodenplatte wurde von oben mit einer 25 mm starken PUR-Dämmung der Wärmeleitgruppe 025 versehen. Die Fassade wurde neu aufgebaut und mit einer 200 mm starken Dämmung der Wärmeleitgruppe 035 versehen als hinterlüftete Vorhangfassade vor das Stahlbetonskelett mit unterschiedlichen Bekleidungen für die Brüstungs- und Fensterbereiche montiert und im Sockelbereich als Wärmeverbundsystem ausgeführt.

Es wurden Kunststoff-Fenster mit Dreischeibenverglasung mit Argonfüllung und thermisch getrenntem Randverbund eingebaut. Das Dach wurde neu aufgebaut und mit 280 mm PUR-Dämmstoffplatten der Wärmeleitgruppe 028 gedämmt.

Die Ölheizung wurde durch einen Holzpelletkessel ersetzt und in der Leistung an den verminderten Energiebedarf angepasst. Zur Verbesserung der lufthygienischen Situation in den Klassenräumen erhielt das Gebäude eine Abluftanlage mit Druckdifferenz gesteuerten Zuluftöffnungen in den Klassenräumen. Hierdurch wurde eine angemessene Luftqualität in der Unterrichtszeit sichergestellt. Eine Lüftung über die Fenster muss nur noch in den Pausen ergänzend durchgeführt werden. Die Beleuchtung wurde erneuert und mit Tageslichtsteuerung und Präsenzmeldern ausgestattet.

Die energetischen Anforderungen an einen Neubau der Energieeinsparverordnung 2007 werden mit dieser Sanierung im Bestand für den Primärenergiebedarf um 74 % und hinsichtlich der Transmissionswärmeverluste um 64% unterschritten.

Mit den energetischen Maßnahmen werden etwa 77% der ursprünglich benötigten Heizenergie und sogar 89% der Primärenergie eingespart. In der Primärenergie wird der gesamte Energieaufwand von der Rohstoffgewinnung, Rohstoffaufbereitung, Energiewandlung und -transport bis zum Einsatzort zusam-mengefasst. Daher wird hier der Einsatz von Holz als nachwachsendem Rohstoff wesentlich günstiger bewertet als das ursprünglich eingesetzte Heizöl.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal
  • Copyright 2009

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