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Erweiterung der Kindertagesstätte Rathenaustraße um drei Gruppen in Passivhausbauweise

Im Umfeld der Rathenaustraße besteht ein erhöhter Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen nicht zuletzt auch durch den Ausbau für die U 3 Betreuung. Die bereits bestehende Kindertagesstätte an der Rathenaustraße wurde daher durch einen Anbau in Passivhausbauweise für drei Gruppen gemäß der aktuellen Energieeffizienzrichtlinie des GMW erweitert. Die Erweiterung hat eine Bruttogrundrissfläche von 836 m² und einen Rauminhalt von 2.679 m³. Die Spielfläche wurde auf 2.000 m² erweitert. Bauzeit: Herbst 2011 - Frühjahr 2013

Energetisch wirksame Maßnahmen

Der bereits bestehende Gebäudeteil wurde 1998 bereits als Niedrigenergiegebäude geplant und ausgeführt, was sich in den geringen Heizenergieverbräuchen des Gebäudes auch widerspiegelt. Das Bestandsgebäude benötigt lediglich rund 50 kWh/m²a Heizenergie. In Weiterentwicklung dieses Konzeptes wurde der Anbau als Massivbau in Passivhausbauweise errichtet. Die Außenwände des Gebäudes wurden mit hoch dämmenden Porenbetonsteinen und zusätzlichen 160mm Dämmung ausgeführt, die Bodenplatte wurde mit 200mm und das Dach sogar mit 320mm Dämmung versehen. Es kamen hoch wärmegedämmte Fensterrahmen mit dreifach Verglasung zum Einsatz. Diese reduzieren den Wärmeverlust im Bereich der Fenster gegenüber Standardfenstern um noch mal rund 40% und erhöhen die Behaglichkeit der Kinder und Betreuer im Aufenthaltsbereich der Fenster deutlich. Neben der sehr guten Dämmung des Gebäudes ist eine kontrollierte Be- und Entlüftung der Aufenthaltsräume als Kernpunkt des Konzeptes zu nennen. Die in der verbrauchten Abluft enthaltene Wärmeenergie kann dabei zu mehr als 85% zurückgewonnen werden, was zu einer signifikanten Verringerung der Wärmeverluste durch die Lüftung führt.

Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Erweiterungsbaus

Die Summe aller Maßnahmen führt dazu, dass dem Anbau nur noch maximal rund 20 kWh/m²a an Wärmeenergie zugeführt werden müssen, die wesentlich über innere Lasten wie Beleuchtung, sonstige elektrische Geräte und die sich aufhaltenden Personen erbracht werden. Damit wird das Gebäude kaum noch aktive Heizenergie benötigen. Der verbleibende geringe Heizenergiebedarf kann über die bereits vorhandene Gastherme aus dem Altbau auch die zusätzlich geschaffenen ca. 680m² Nutzfläche versorgen. Auf eine zusätzliche Heizung konnte so verzichtet werden. Die geringe Heizlast wird über eine Fußbodenheizung im Gebäude verteilt. Die einzelnen Heizkreise werden dabei über ein dezentrales Miniaturpumpensystem direkt aus dem Fußbodenheizkreisverteiler nur dann mit Wärme versorgt, wenn diese auch benötigt wird. Die Laufzeiten der Pumpen lassen sich hierdurch reduzieren und die Wärme kann gezielter verteilt werden.

Erste Erfahrungen aus dem Winter 2012/2013 noch unter Baustellenbedingungen, zeigen, dass diese Planungen erfolgreich umgesetzt werden konnten. Zusätzlich konnte auch eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 10 kWPeak installiert werden, die etwa die Hälfte des Strombedarfs der gesamten KiTa inkl. Hauptgebäude deckt. Im Zuge des Anbaus werden somit die Stromkosten für die gesamte KiTa sogar reduziert.

Neben den energetischen Aspekten wurde unter anderem auch ein neuer Bodenbelag auf Enomerbasis ausgeführt. Enomer ist frei von PVC, Weichmachern, Phthalaten, Halogene, Chlor und Schwermetallen. Die Ionomer-Imprägnierung der Nutzschicht entspricht der Oberfläche eines Golfballs und sorgt für eine große Unempfindlichkeit des Bodenbelags.

Verbindung des alten und neuen Baukörpers

Für die in Zukunft deutlich größere Anzahl an Kindern wird das bestehende Spielgelände um den Anbau herum erweitert, so dass den Kindern auch in Zukunft ausreichend Platz nicht nur im Innern der KiTa sondern auch auf dem angegliederten Außengelände zur Verfügung steht.


Kosten

Die Baukosten betrugen ca. 1,9 Millionen €. Darin enthalten sind folgende Fördermittel: 300.000 € U3-Ausbau Sonderprogramm 2011/2012 des Landes Nordrhein-Westfalen und 1,6 Millionen € Bildungspauschale des Bundes.

Darin enthalten sind auch der Ausbau der Küche im Hauptgebäude zur Anpassung an den vergrößerten Bedarf als auch Ergänzungen zur Barrierefreiheit des Hauptgebäudes. Durch intelligente Optimierung des energieeffizienten Bauentwurfs liegen die Kosten damit in der gleichen Größenordnung, wie für den bisher geltenden Niedrigenergiestandard bei deutlich verringerten Betriebskosten. Der Passivhausstandard hat sich somit nicht nur als die energetisch sondern auch als die wirtschaftlich günstigere Variante erwiesen!

Somit ist dieses Bauwerk Grundlage und Vorbild für weitere KiTa-Bauten, die von der Stadt im Zuge des Ausbaus der U3 Betreuung errichtet werden.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal | Gebäudemanagement, Frank Buetz
  • Copyright 2006
  • Stadt Wuppertal

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