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Energetische Sanierung: Volkshochschule Auer Schulstraße und Medienzentrum

Die energetische Sanierung umfasst den "Neubau" der Volkshochschule (VHS) aus dem Jahr 1972 sowie den dahinter liegenden Altbau, Baujahr 1952. Der Alt- wie auch der Neubau wurden zum größten Teil von der Bergischen Volkshochschule genutzt. Die Bergische Volkshochschule ist als Zweckverband mit der VHS Solingen, den Familienbildungsstätten und den Regionalstellen Frau & Beruf der beiden Städte Wuppertal und Solingen im Jahre 2005 gebildet worden. Im Altbau befindet sich zudem im Unter- sowie im Erdgeschoss das Medienzentrum.

Lageplan Volkshochschule Auer Schulstraße

Ausgangssituation

Der Zustand der unsanierten Gebäude wurde aus energetischer Sicht durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • Es bestand ein unzureichender Wärmeschutz der Fassade – je nach Gebäudeteil wurden die aktuellen U-Werte der EnEV 2007 für Neubauten um bis zu 400% überschritten.
  • Die Fenster entsprachen nicht dem Stand der Technik – der Wärmedurchgang war dreimal so hoch wie die aktuelle gesetzliche Mindestanmforderung.
  • Es bestand praktisch keine Dämmung des unteren Gebäudeabschlusses.
  • Die Lüftungswärmeverluste waren aufgrund der schlechten Fenster (Stahlrahmenschwingflügelfenster und marode Holzfenster mit großen Flächen, fehlende Dichtungen, Fehlstellen im Rahmenbereich) sehr hoch.
  • Im Bereich der Warmwasserbereitung waren sehr hohe Leitungslängen vorhanden, die zu sehr großen Stillstands- und Transportverlusten führen.
  • Es erfolgte keine Präsenzsteuerung oder Tageslichtanpassung der künstlichen Beleuchtung.

Der Heizenergieverbrauchskennwert nach Verbrauchsausweis des unsanierten Gebäudes betrug 153,6 kWh/(m²a) und lag damit 18% über dem Vergleichswert für vergleichbare Be-standsgebäude nach Energieeinsparverordnung 2007.

Ausschnitt der Fassadendämmung
Fertige Fassade der VHS nach Sanierung

Energetisch wirksame Maßnahmen

Gebäudehülle: Die angestrebte Minimierung des Transmissionswärmeverlustes wurde durch deutliche Verbesserung der Wärmedämmung in der Gebäudehülle erreicht. Dies beinhaltete die Erneuerung der Fenster, Ersatz der Glasbausteine durch Wärmeschutzverglasung, zum Teil die Verkleinerung der Fensterflächen, Wärmedämmung der Fassaden und Dächer.

Heizungsanlage: Für die Wärmeversorgung wird weiterhin die in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugte Fernwärme aus den örtlichen Heizkraftwerken der Wuppertaler Stadtwerke genutzt.

Es wurde ein neuer Wärmetauscher in Verbindung mit neuen, geregelten Energieeffizienzpumpen eingesetzt. Die Beheizung erfolgt über statische Heizkörper, die nunmehr über ein elektrisches Volumenstrom-Regelventil am Zulauf verfügen. Eine Einzelraumregelung und eingebundene Fenster-Schließkontakte, die bei geöffneten Fenstern die Heizungsventile schließen, sorgen für Energieeinspareffekte.

Lüftungsanlage: Die innen liegenden WC-Anlagen sowie der Babywickelraum / Behinderten-WC erhielten eine Abluftanlage ohne Wärmerückgewinnung, die per Lichtschaltung mit Nachlauf geschaltet ist. Eine weitere reine Abluftanlage wurde für die Dunkelkammer und das Fotostudio des Medienzentrums im Kellergeschoss vorgesehen.

Die beiden im Kellergeschoss vorhandenen Gymnastikräume wurden statt der alten mechanischen Lüftungsanlagen auf natürliche Belüftung umgerüstet. Der Vortragsraum erhielt eine mechanische Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und CO2-Wächter.

Warmwasserbereitung: Die zentrale Warmwasserversorgung wurde aus hygienetechnischen Gründen zurückgebaut und auf dezentrale Warmwasserbereitung umgerüstet. Es wurden 5l-Untertischgeräte sowie Durchlauferhitzer eingesetzt. Die Handwaschbecken in den Seminarräumen wurden zurückgebaut, da statt Kreidetafeln nunmehr White-Boards eingesetzt werden.

Beleuchtung: Die vorhandene Beleuchtung wurde größtenteils gegen Spiegelrasterleuchten mit elektronischen Vorschaltgeräten ausgetauscht. Die Steuerung erfolgt in Büro- und Seminarräumen in Abhängigkeit des Tageslichts sowie der Präsenzmeldung. Zusätzlich ist es möglich, die Beleuchtung per Hand zu steuern. In den Fluren wird die Beleuchtung nun über Präsenzmelder gesteuert.

Sonnenschutz: Die Seminarräume auf der Westseite beider Gebäude wurden mit einem außen liegenden Sonnenschutz ausgestattet. Die Jalousien verfügen über Licht lenkende Eigenschaften. Das bedeutet, dass das obere Drittel der Jalousien bei vollständig heruntergefahrenem Jalousienkörper als Lichtschaufel wirkt. Das Tageslicht wird dabei an die Raumdecke geworfen und führt zu einer indirekten Ausleuchtung des Raumes mit natürlichem Licht.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal
  • Stadt Wuppertal
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