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Hermann von Helmholtz Realschule - Fassadensanierung, Innensanierung, Sanierung der Turnhalle / Umbau des Direktorenhauses / Anbauten

Anlass

Das Gebäudeensemble der Hermann-von-Helmholtz-Realschule wurde in den Jahren 1891 - 1893 als Mädchengymnasium erbaut. Gegenüber dem Hauptgebäude, am anderen Ende des Schulhofs, wurde das Wohnhaus des Schuldirektors, in Form einer Stadtvilla errichtet. Angrenzend befindet sich eine, für die damalige Zeit typische, kleine Gymnastikhalle. Ein dem Hauptgebäude vorgelagerter, im Stil der Frührenaissance gestalteter, kleiner Park existiert in seiner Ursprünglichkeit nicht mehr. Er wurde zu einem Spielplatz umgestaltet. Ergänzt wurde der Gebäudekomplex 2005 durch einen Neubau parallel zur Mirker Straße. In diesem Gebäude befinden sich moderne naturwissenschaftliche Klassenräume. Der naturwisschenschaftliche Bereich wird in Kürze um einen Anbau für die integrative Gruppe ergänzt. Derzeit wird die Anlage durch einen Speiseraum nebst Verteilerküche und integriertem Kiosk im Rahmen des 1000 Schulen-Programms vervollständigt.

Der Schulkomplex wurde zeitgleich mit dem ehemaligen Jungengymnasium an der Bundesallee errichtet. Die heutige Hauptschule Bundesallee, wie auch die Realschule von Helmholtz, werden gegenwärtig im Innenbereich saniert.

Das Haupthaus wurde als dreigeschossiges massives Bauwerk im Stil der deutschen Frührenaissance errichtet. Prägnante Stilelemente findet man in der Gliederung und Verzierung der Fassaden. Insbesondere in der aufwändigen Gestaltung der Schmuckfassade.

Das äußere Erscheinungsbild wird geprägt durch eine differenzierte Materialwahl, die besonders in den unterschiedlich aufwändig gestalteten Trauffassaden deutlich wird. Das prägende Stilelement der Klinker- Werksteinfassaden ist die horizontale Gliederung durch Gesimsbänder. Die Gebäudeaußenwände sind massiv aus Ziegelsteinmauerwerk errichtet und mit Ziegelsparverblendern im alten Reichsformat verklinkert. Dabei sind Wandecken, Pfeiler, Gesimse und Verdachungen mit einer Vielzahl unterschiedlicher Profil-Formsteine und Keramikschmucksteinen ausgeführt.

Besonders hervorzuheben ist die Ostfassade des Gebäudekomplexes. Diese besteht aus 3 Baukörpern, den Mittelrisalit (vorspringender Gebäudeteil), sowie rechtem und linkem Seitenflügel. Der Mittelrisalit ist in 5 Achsen mit mittigem Eingangsportal gegliedert.

Über dem Eingangsportal liegt ein ehemaliger Balkonaustritt – ursprünglich mit einer Balustradenbrüstung zwischen Eckpfeilern versehen. Gegliedert ist er jeweils durch Fenster in vier Achsen und durch Brüstungs- und Gesimsbänder. Das 2. Obergeschoss des Mittelrisalit ist überhöht. In diesem Bereich ist die Aula der Schule untergebracht. Der ehemals aufsteigende, zentrale Ziergiebel mit Bekrönung ist im Original nicht mehr vorhanden.

Seit 1991 ist das Bauwerk in die Denkmalliste eingetragen.

Die Hermann-von Helmoltz-Schule wurde 1970 zur Realschule. Derzeit werden ca. 600 Schüler von ca. 40 Lehrer/-innen unterrichtet.

Der Schulkomplex wurde zeitgleich mit dem ehemaligen Jungengymnasium an der Bundesallee errichtet. Die Hauptgebäude der heutigen Hauptschule Bundesallee, wie auch das der Realschule von Helmholtz, wurden im Innenbereich saniert. Im Jahr 2008 wurde eine Bestandsaufnahme des Gebäudeinneren vorgenommen. Das Hauptaugenmerk lag hierbei im Bereich des Brandschutzes. Resultierend aus den Ergebnissen der Bestandsaufnahme und den Anforderungen aus Nutzung und Denkmalpflege wurde die Planung erstelltund umgesetzt. Die Sanierung erfolgte im laufenden Schulbetrieb. Lediglich 2 Klasse konnten zeitweilig in Ersatzcontainern untergebracht werden.

Für den Neubau der Mensa, welcher im Rahmen des 1000-Schulen-Programms errichtet wurde, musste der nicht mehr wirtschaftlich zu betreibende Altbau, in dem die Umkleide- und Duschräume für die Turnhalle untergebracht waren, weichen. Die nun an anderer Stelle unterzubringenden Umkleide- und Duschräume finden ihren Platz jetzt im EG des Direktorenhauses, welches durch einen neuen barrierefreien Eingangsbereich mit der Turnhalle verbunden wurde.

Kurzbeschreibung Fassadensanierung

Im Jahr 2006 wurde eine Bestandsaufnahme der äußeren Gebäudehülle vorgenommen. Hierbei zeigten sich unterschiedlich stark ausgeprägte Verwitterungserscheinungen an den Fassaden. Insbesondere wiesen die Natursteine in exponierten Bereichen u. a. an auskragenden Bauteilen gravierende Schäden in Form von Abschuppungen, Hohlraumbildungen, Rissbildungen, Abplatzungen und Schmutzkrusten auf. Aufgrund der festgestellten Schadensbilder war eine komplette Sanierung der Fassaden notwendig.

Die vorhandenen Fenster und Außentüren waren in den 70ger Jahren erneuert worden. Hier existierten gravierende Mängel bezüglich des allgemeinen baulichen Zustandes sowie des Schall- und Wärmeschutzes. Darüber hinaus entsprach die Gestaltung der Bauteile nicht den denkmalschutzrechtlichen Ansprüchen. Somit wurde ein Austausch notwendig.

Da die Dacheindeckung zu einem großen Teil vor einigen Jahren instand gesetzt wurde, mussten lediglich in den angrenzenden Bereichen zu den Fassaden Arbeiten erfolgen.

Im Einzelnen wurden nachfolgende Leistungen erbracht:

Steinmetzarbeiten:

  • Demontage nicht mehr benötigter Kaminköpfe.
  • Fast vollständige Erneuerung der profilierten Sandstein-Oberlagen am Traufgesims.
  • Reinigung der gesamten Fassaden im Niederdruck-Sandstrahlverfahren.
  • Ersatz defekter Sandsteine und Zierornamente je nach Schädigungsgrad als ganze Werkstücke oder als Vierungen.
  • Austausch defekter Ziegelstein-Sparverblender (Reichsformat) und profilierter Formziegel.
  • Erneuerung der Verfugung in Großflächen.
  • Abbruch der drei Außentreppenanlagen, sowie deren Erneuerung.
  • Demontage und Neuaufbau des Zierbalkons an der Schmuckfassade oberhalb des Haupteingangs.
  • Wiederaufbau des Ziergiebels an der Schmuckfassade in vereinfachter Form.

Tischler- und Metallbauarbeiten:

  • Einbau von neuen Holzfenstern mit Wärmeverglasung in denkmalgerechter Ausführung, in den Treppenhäusern mit Rauchabzugsanlagen.
  • Erneuerung der Haupteingangstür, sowie der 2 Eingangstüren auf der Schulhofseite.
  • Sanierung des historischen Geländers.

Klempnerarbeiten:

  • Erneuerung der Dachentwässerungen.
  • In Teilbereichen Einbau von Blechabdeckungen auf Gurtgesimsen und Verdachungen.

Kurzbeschreibung Innensanierung

Im Einzelnen wurden folgende Leistungen erbracht:

• Sanierung und Ertüchtigung des gesamten Gebäudes in bezug auf Schallschutz, Brandschutz und Statik unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Auflagen und den dementsprechenden hohen Anspruch an die Erhaltung der ursprünglichen Substanz

• Erneuerung der gesamten haustechnischen Leitungsführung

• Einbau einer neuen Brandmeldeanlage

• Einbau einer Lüftungsanlage für die Aula

• Dämmung des Dachbodens entsprechend ENEV

• Einbau einen neuen Schüler- und Lehrertoilettenanlage im Untergeschoss.

Kurzbeschreibung Turnhalle, Direktorenhaus und Anbauten

Sanierung der Turnhalle

Die baulichen Maßnahmen der Turnhalle beziehen sich auf die Fassaden und das Dach sowie auf den Innenbereich. Das Erscheinungsbild der Schmuckfassade auf der Schulhofseite wird geprägt durch eine differenzierte Materialwahl. Das prägende Stilelement der Klinker- Werksteinfassaden ist die horizontale Gliederung durch Gesimsbänder. Die Gebäudeaußenwände sind massiv aus Ziegelsteinmauerwerk errichtet und mit Ziegelsparverblendern im alten Reichsformat verklinkert. Dabei sind Wandecken, Pfeiler und Gesimse mit unterschiedlichen Profil-Formsteine und Keramikschmucksteinen ausgeführt. Die Fassaden weisen unterschiedlich starke Verwitterungserscheinungen auf. Aufgrund der festgestellten Schadensbilder war eine Sanierung der Giebel- und Hauptfassade notwendig.

Im Einzelnen wurden folgende Leistungen an den Fassaden und im Innenbereich der Turnhalle erforderlich:

• Steinmetzarbeiten an den Fassaden

• Austausch der Fenster

• Einbau Prallschutz

• Erneuerung des Turnhallenbodens

• Einbau einer Deckenstrahlheizung

• Erneuerung der Elektroanlagen

Verbindungsbau und Anbau

Der Verbindungsbau zwischen Direktorenhaus und Turnhalle sowie der Turnhallenanbau wurden neu errichtet und gestalterisch an den Mensaneubau und den Anbau für die integrative Klasse angepasst. Bei den neuen Gebäudeteilen wurde auf gestalterische Zurückhaltung Wert gelegt, um dem Ensemble der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude keine Konkurrenz gegenüber zu stellen.

Umbau Erdgeschoss des Direktorenhauses

Der Einbau der Sanitär- und Umkleideräume erfolgte im Erdgeschoss des Direktorenhauses. Auflage aus der denkmalschutzrechtlichen Erlaubnis waren u.a., die vorhandenen Stuckdecken und Fenster zu erhalten. Hierzu wurden die Duschbereiche als „Kabinen“ in die Umkleideräume eingebaut, so dass der Blick auf die Stuckdecken möglich bleibt. Die erforderlichen technischen Anlagen wurden im Kellergeschoss installiert.

Kosten

Die Gesamtkosten der Maßnahmen betrugen ca. 1.700.000 € für die Fassadensanierung, ca. 3.000.000,00 € für die Innensanierung und ca. 1.200.000,00 € für die Turnhalle, das Direktorenhaus und die Anbauten.

Baujahr/Zeitraum der Sanierung

Der Gebäudekomplex wurde von 1891 bis 1893 erbaut. Die Fassadensanierung wurde in zwei Bauabschnitten zwischen Mitte 2007 und Mitte 2009 durchgeführt. Die Innensanierung erfolgte bis zum September 2011. Die Maßnahmen an Turnhalle und Direktorenhaus erfolgten von August 2011 bis August 2012.

Frau Stefanie Christenat
Sekretärin / Sachbearbeiterin

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal | Gebäudemanagement, Frank Buetz

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