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Gesamtsanierung Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium am Johannisberg 20

Ausgangssituation

Das 3-zügige Gymnasium setzt sich aus 3 zentral verknüpften Gebäudeteilen und einer Turnhalle, aus unterschiedlichen Bauzeiten zusammen. Im Zuge einer Schadenskartierung wurden u. a. bei Beprobungen durch den Schadstoffgutachter asbesthaltige Spachtelmassen zwischen Wandputz und Wandanstrich in großen Bereichen der Schule im Ost-, West- und Südflügel und im Treppenhaus der Turnhalle gefunden. Auch die Elektroverkabelung der Schule in 2-Drahttechnik entspricht nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen und muss ausgetauscht werden. Aus diesem Grund soll das Gymnasium baulich und auch energetisch saniert werden.

In Vorbereitung der energetischen Gesamtsanierung haben die beteiligten Entscheidungsträger Schule, Stadtbetrieb Schulen und Gebäudemanagement, eine“ Phase 0“ durchgeführt. Diese wurde, als Gewinn des Wettbewerbs „Schulen planen und bauen“, durch die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft begleitet. Ergebnis der Phase Null ist ein gemeinschaftlich abgestimmtes Umbaukonzept. Im Ergebnisbericht der Phase Null ist die grundsätzliche Konzeption für den Schulumbau beschrieben. Er enthält die grobe räumliche Umsetzung des aktuell präzisierten pädagogischen Konzeptes der Schule, abgestimmt mit dem Schulträger und dem Gebäudebewirtschafter.

Außenansicht WDG vor Sanierungsbeginn, im Hintergrund die Historische Stadthalle

Kurzbeschreibung

Architektonisches Konzept

Als Zielsetzung des Ergebnisses der „Phase Null“ galt es im Rahmen der Sanierungsmaßnahme das pädagogische Konzept räumlich und baulich mit der bestehenden Gebäudesub-stanz in Einklang zu bringen. Die Umsetzung der pädagogischen Ziele macht die Auflösung der baulich vorhanden klassischen „Flurschule“ erforderlich. Dies gelingt durch den Verzicht auf „Notwendige Flure“ und Bildung von Nutzungseinheiten. Es eröffnet die Möglichkeit ehemalige Verkehrsflächen in wertvolle Nutzflächen umzuwandeln, die sich in den einzelnen Funktionsbereichen als Kommunikations-, Warte- und Aufenthaltszonen wiederspiegeln.

Raumprogramm und innere Struktur

Die Bestandsgebäude aus den 1950er und 1970er Jahren sind in die spannende Hangtopographie des Johannisberg eingefügt worden. Die Erschließung erfolgt über den östlichen Schulhof zum Haupteingang, der durch den deutlich hervorgeschobenen und farblich akzentuierten Kubus in das Herzstück der Schule leitet. Mit dem gegenüberliegenden westlichen Eingang bildet diese Spange die „Gemeinsame Mitte“ als zentralen Punkt für eine flexible Nutzung als Mensa, Pausenaufenthalt und Präsentation. Von hier aus schließen sich im Südflügel die Schülerbereiche Schülerverwaltung, Oberstufenaufenthalt, Schülerzeitung, Schülerfirma an. Ebenso wie bei der „Gemeinsamen Mitte“ bindet ein Durchstich am Ende des Südflügels die beiden Schulhofflächen Ost und West zusammen. Auf gleicher Ebene sind im Westflügel die Räume der Verwaltung über zwei Geschosse angesiedelt.

Das Untergeschoss orientiert sich nach Norden zum Stadtzentrum. Der im Westflügel befindliche Mehrzweck- / Probenraum und die zugehörigen Nebenräume sind mit einem eigenen Eingangsbereich auch für außerschulische Nutzungen, auch separiert vom Schulbetrieb, vorgesehen. Der Ostflügel nimmt über zwei Ebenen das Kreativ-Cluster mit Musik und Kunst auf.

Die Lern-Cluster der Sek I bilden im 1. und 2. Obergeschoss jahrgangsbezogene Einheiten. Großzügige Wandöffnungen bieten Transparenz und Nischen für kleinere Gruppen, Lern- und Rückzugsbereiche. Drei unterschiedlich große Seminarraum-Typen für die Oberstufe und das Selbstlernzentrum bilden im 2. und 3.Obergeschoss eine Funktionseinheit. Im 3.Obergeschoss schließt sich kompakt das Cluster der Naturwissenschaften an.

Äußere Erscheinung und Gestaltung

Im Gesamtensemble bildet der erste Bauabschnitt aus den 1950er Jahren mit seinen filigran vertikal gegliederten Fassadenbereichen in den Obergeschossen ein markantes Erscheinungsbild, welches erhalten bleiben soll und sich mit seiner hellen Putzoberfläche von den anderen Fassadenbereichen abhebt. Die Vielzahl der unterschiedlichsten Fenster- und Brüstungshöhen, Achsraster und Fassadenbekleidungen der drei Bauabschnitte aus den 1960er und 1970er Jahren werden im Rahmen der energetischen Fassadensanierung durch eine klar horizontal gegliederte Fassade harmonisch und ruhig zusammengefasst. Ein Wechsel zwischen Bändern aus Glas und erdfarbenen Faserzementplatten verleihen dem Gymnasium vis á vis zur Stadthalle eine gleichsam wertig wirkende Erscheinung.

Ost-Fassade

Das massiv wirkende Erdgeschoss wird analog zum Achsraster der Obergeschosse sowie entsprechend der dahinterliegenden Nutzungen geöffnet. Die bodentiefen Fenster- und Türöffnungen sollen einen maximalen Lichteinfall in die teils tiefen Innenräume ermöglichen. Hier werden die bereits bestehenden Öffnungen genutzt, um statische Eingriffe gering zu halten. Vorhandene Brüstungen werden durch Glaspaneele überdeckt. Im Bereich des Haupteingangs mit der dahinterliegenden „Gemeinsamen Mitte“ wird die Fassade hingegen großzügig geöffnet, wie bereits im ursprünglichen Entwurf. Eine leichte, verkleidete Stahlkonstruktion stößt ‚kubusartig‘ aus dem Gebäude hervor und leitet die Schüler und Lehrer durch seinen konischen Verlauf direkt auf den Haupteingang zu.

West-Fassade

Das Erdgeschoss erhält analog zur Westseite eine geschlossene massive Außenwirkung. Die hintereinander gestaffelten Nutzungseinheiten sind ähnlich wie bei einem Boulevard in der Fassade ablesbar. Der neue „Lückenschluss“ öffnet die Gemeinschaftsbereiche großzügig nach außen hin. Der durchstoßende Kubus bildet hier das Gegenstück zum Haupteingang auf der Ostseite.

Süd-Fassade

Die Südansicht wird durch die horizontale Bänderung geprägt. Die Kopfsituation des 1. Bauabschnittes wird durch die filigrane Rippenfassade betont. Das seitlich angefügte neue Treppenhaus neben dem Westflügel springt leicht aus der Gebäudekontur zurück. Es erhält seine Außenwirkung durch transparente Stirnflächen.

Nord-Fassade

Die Nordseite bestimmt das Erscheinungsbild zur Innenstadt hin. Hier sticht die filigrane Kopffassade des zentralen Treppenhauses hervor. Der parallel zum Hang verlaufende Ost- und Westflügel tritt mit seiner horizontalen Gliederung in seiner Erscheinung dezent dahinter zurück. Die Gemeinschaftsbereiche werden wieder in der Vertikalen in der Fassade hervorgehoben. Die Räumlichkeiten des Stadtteilbezugs auf der Untergeschossebene werden durch ein einladendes farblich abgesetztes Vordach hervorgehoben.

Dachlandschaft

Das Satteldach mit Holztragwerk des Südflügels soll in seiner Form erhalten bleiben und im Bereich des Lückenschlusses ergänzt werden und erhält mit der thermischen und konstruktiven Ergänzung eine langlebige Zinkeindeckung [Doppelstehpfalz]. Dieses Dach prägt das Erscheinungsbild des Gebäudes deutlich. Die Flachdächer des Ost- und Westflügels dienen der Positionierung der erforderlichen Lüftungsgeräte, die zum Teil von den bestehenden Attiken verdeckt werden. Die Anbindung der Geschosse erfolgt von der Dachfläche aus über mehrere vertikale Schächte in den Gebäudeteilen. Die Aggregate sind als technische Bauteile wahrnehmbar.

Energetisches Konzept

Die Planung sieht vor, alle Räume über zentrale Lüftungsgeräte mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung (Rotationswärmetauscher) zu lüften. Die Lüftung versorgt alle Bereiche mit aufbereiteter Außenluft und verhindert den CO2-Anstieg in den Nutzungsbereichen und verhindert Wärmeverluste, die durch unkontrollierte Fensterlüftung entstehen.

Die Wärmeversorgung erfolgt weiter wie im Bestand über den vorhandenen Fernwärmeanschluss der Wuppertaler Stadtwerke.

Kosten/Fördermittel

Die Maßnahmenkosten belaufen sich auf ca. 19,8 Millionen €. Die Auslagerung der Schule an den Dietrich-Bonhoeffer-Weg ist darin nicht enthalten.

Aus den Mitteln der Städtebauförderung „Soziale Stadt Elberfeld Nordstadt/Arrenberg – Mirker Quartier und Südstraße“ erhält das GMW insgesamt 9.220.993 €.

Im Einzelnen werden damit folgende Teilmaßnahmen gefördert:
- Schulgebäude (energetische Ertüchtigung und Herstellung der Barrierefreiheit einschl. Quartiersnutzung)
- Auslagerung
- Turnhalle (energetische Ertüchtigung und Herstellung der Barrierefreiheit)
- Außenanlagen (Schulhofumgestaltung öffentlicher Bereich und Anbindung ans Quartier)

Baujahr/Zeitraum der Sanierung

Die Bestandsgebäude wurden in den 1950er und 1970er Jahren erbaut. Die Sanierung erfolgt von August 2015 bis zum Frühjahr 2019.

Gefördert durch

Frau Stefanie Christenat
Sekretärin / Sachbearbeiterin

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal
  • Stadt Wuppertal
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