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Wuppertal / Projekte

Close Up 2.0 - Entspiegelt

2015 / 2016 Close Up 2.0: „Entspiegelt“
(Arbeitstitel "Underground")

Das zweite aus dem Close Up Projekt hervorgangene Stück trägt den Namen „Entspiegelt“. Die Arbeit daran begann im September 2015 unter dem Arbeitstitel „Underground“, was hier als Synonym für „Subkulturen“ zu verstehen ist.

Die Idee zu diesem Thema ergab sich im Laufe des ersten Projektes, als die Teilnehmerinnen, alle samt muslimische Mädchen, den deutlichen Wunsch äußerten, sich im Rahmen von Close Up mit Jugendlichen anderer kultureller Hintergründe auszutauschen, um ein Stück über das Zusammenleben der verschiedenen Subkulturen in Deutschland zu entwickeln.

14 Jugendliche konnten für die Teilnahme begeistert werden, die, wie erhofft, den verschiedensten kulturellen Hintergründen entstammten.

Während der Projektzeit stellte sich allerdings heraus, dass diese für die Jugendlichen selbst nicht relevant waren. Für sie schien es keine Rolle zu spielen, welchen Migrationshintergrund oder gar welche Religionszugehörigkeit jemand hatte. Den Arbeitstitel fassten sie eher über für sie signifikante Jugendsubkulturen auf, wie etwa die Zusammengehörigkeit innerhalb diverser Musik-Szenen oder der Konsum Genre-abhängiger Filme und Serien.

So konnte Close Up 2.0 inhaltlich an anderer Stelle, als zuvor erwartet, ansetzen und sich nicht nur dem kulturellen Zusammenleben verschiedener Subkulturen und den eventuell daraus entstehenden Problemen widmen, sondern, darüber hinaus gehend, mit Fragen beschäftigen, die teils existenzialistisch anmutenden.

Im Gegensatz zu Close Up 1.0 „FacetTen“, welches eher eine Szenencollage war, ist „Entspiegelt“ ein abendfüllendes Stück mit einem komplexen Handlungsstrang. Die Jugendlichen spielen auch nicht mehr „sich selbst“, sondern sie haben Rollen ausgearbeitet, welche „als Spiegelbilder der Gesellschaft“ fungieren und diese in der Handlung vertreten. Eine Gemeinsamkeit zum ersten Projekt jedoch ist, dass auch hier die dramatische Textvorlage, die Songs und die Filme auf Grundlage selbstverfasster Texte der Teilnehmenden basiert.

Mit einer Gesamtlänge von 2 Stunden und 10 Minuten und einer Textlänge von 73 Seiten ist "Entspiegelt" nicht als ein nur auf jugendliche zugeschnittenes Stück per se zu sehen. Es ist ein differenzierter Diskurs, welche existentielle Fragen an die festgefahrenen und blind angenommenen Mechanismen unserer Gesellschaft stellt. Es zeigt ein verzerrtes Bild eben dieser Gesellschaft und wühlt den Zuschauer durch Hyperbeln und Euphemismen auf, bevor es den Zuschauer in die Gegenwart holt und es ihm überlässt, die oben genannten Fragen nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten.

Inhalt des Stückes „Entspiegelt“:
Ein prachtvoller Ballsaal in einem Schloss mitten im Nirgendwo - eine Party mit geladenen Gasten. Was zunächst wie ein High-Society-Event wirkt, entlarvt sich schnell als etwas vollkommen anderes:
Gemeinsam erleben die Gäste die Stunde Null. Chaos. Anarchie. Naturgesetze treten außer Kraft - die alte Ordnung ist zerstört und eine neue muss gefunden werden. Die Gäste, ein Querschnitt der Gesellschaft, sind gezwungen die ihnen bekannten gesellschaftlichen Verhaltensmuster aufzugeben. Hinter verschlossenen Türen findet sich der ideale Nährboden für eine neue „Leitkultur“...

Aufführungen:
„Entspiegelt“ wurde am 2. und 3. April 2016 im Haus der Jugend Barmen vor jeweils vollem Saal uraufgeführt. Eine weitere Aufführung fand am 9. Juni 2016 im Rahmen des Jungen Theaterfestivals Wuppertal statt, welche, wie „FacetTen“, von mehreren Schulklassen besucht wurde. 

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