Wuppertals städtebauliche Qualität


"Trotz der Veränderungen, die das Stadtbild Wuppertals durch Zerstörungen und Wiederaufbau erfahren hat, lassen sich auch heute noch entscheidende soziale Entwicklungen ablesen. Eine Fahrt (...) zum Toelleturm vermag dem aufmerksamen Beobachter mit seltener Eindringlichkeit ein Bild der sozialen Strukturen des 19. Jahrhunderts zu vermitteln."
"Das Wuppertal gehört zu den Bereichen Deutschlands, in denen die industriellen Formen mit am frühesten und in ihrer Gegensätzlichkeit auch mit am stärksten ausgeprägt sind. (...) Zugleich aber lassen sich hier Elemente sozialgeschichtlicher Entwicklung aufweisen, die für unsere Gegenwart nicht minder konstitutiv sind als die politischen."
Wolfgang Köllmann, Historiker, 1965

"Für die Denkmalpflege verdient Wuppertal ganz besonders Aufmerksamkeit, weil hier, wie kaum in einer anderen Stadt, die äußerst vielschichtige Entwicklung des 19.Jahrhunderts anhand des erhaltenen Baubestandes ablesbar ist.(...) Nicht nur die zeitliche Abfolge einer architektur-geschichtlichen Entwicklung vom Klassizismus bis zum Jugendstil ist als kontinuierliche Abfolge anschaulich, sondern auch das soziale Gefüge der ausgeprägten Klassengesellschaft des 19. Jahrhunderts wird in den architektonischen Zeugnissen deutlich."
Günther Borchert, Landeskonservator, 1977

"Diese Stadt erschließt sich nur dem, der sie sich zu Fuß erwandert. Nur wer wachen Sinnes die Stadträume durchschritten (..) hat, wird sich davon überzeugen können, daß Wuppertal einzigartige architektonische und städtebauliche Qualitäten besitzt, die ihm unter den deutschen Städten einen eigenen Rang zuweisen. (...)

Stadtbildschützern und Denkmalpflegern "ist die Pflicht auferlegt, immer wieder die Brücke zur Geschichte zu schlagen. Denn ohne geschichtlichen Bezug schaffen sie auf Kosten des einmaligen, unverwechselbaren Stadtbildes höchstens ein zwar anheimelndes, im Grunde aber beliebig austauschbares Disney-Land."
Michael Metschies, Historiker