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INKLUSIONSBÜRO

Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Am 5. Mai ist der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

Das diesjährige Motto: "Menschenrechte sind nicht verhandelbar"!

Das ist ein deutlicher Appell: Die UN-Behindertenrechtskonvention ist kein "Nice-to-have", sondern eine Verpflichtung. Sie fordert eine Gesellschaft, in der jeder Mensch gleichberechtigt und barrierefrei teilhaben kann. Doch Barrieren finden sich nicht nur an Bordsteinkanten oder in fehlenden Aufzügen - sie beginnen oft in unseren Köpfen und in unserer Sprache.

"Mit dem Einsatz neuer Technik schaffen wir einen sprachlichen Raum für Haltung und Handlung - genau dort, wo gesellschaftlicher Wandel beginnt. Eine diskriminierungssensible Sprache ist ein wichtiger Beitrag zu einer Stadt, die Vielfalt lebt, Teilhabe ermöglicht und Ausgrenzung aktiv entgegentritt", sagt Annette Berg, Dezernentin für Soziales, Jugend, Schule und Integration.

Da steht der Mensch im Fokus, nicht das Merkmal
Sprache schafft Realität. Wie wir mit und von Menschen mit Behinderung sprechen, entscheidet darüber, ob wir Barrieren abbauen oder neue errichten. Ein zentraler Schlüssel ist der sogenannte "Person-First"-Ansatz: Wir sprechen zuerst vom Menschen.

Es geht nicht um "die Behinderten", sondern um Menschen mit Behinderung. Die Behinderung ist nur ein Merkmal von vielen - sie definiert nicht die gesamte Persönlichkeit.

Statt bloßer Formfehlervermeidung steht bei diskriminierungsfreier Sprache im Vordergrund respektvoll und auf Augenhöhe zu kommunizieren. Oft nutzen wir unbewusst Formulierungen, die Mitleid oder Hilflosigkeit suggerieren.

Wir sollten vermeiden: "An den Rollstuhl gefesselt" zu sagen. Niemand ist gefesselt; der Rollstuhl ist ein Hilfsmittel zur Mobilität. Eine bessere Formulierung wäre: "Ein Mensch, der einen Rollstuhl nutzt". Auch veraltete Begriffe wie "taubstumm" sollten vermieden werden. Hier wäre die bessere Formulierung: "Gehörlose Menschen" oder "taube Menschen". Gleiches gilt für mitleidige Floskeln, wie "leidet unter" oder "ist eingeschränkt" - auch diese sollten nicht verwendet werden. Eine Behinderung ist eine Tatsache, kein dauerhafter Leidenszustand.

Vorsicht ist auch bei vermeintlichem Lob geboten: Menschen mit Behinderung als "inspirierend" oder "besonders mutig" zu bezeichnen, nur weil sie ihren Alltag meistern, wirkt oft herablassend. Es rückt die Behinderung wieder unnatürlich in den Vordergrund. Menschen mit Behinderung benötigen keinen "besonderen Schutz" in der Sprache - sie benötigen Barrierefreiheit und Respekt.

Inklusive Sprache ist ein Prozess. Es geht darum, bewusst zu formulieren und die eigene Wortwahl zu hinterfragen. Wenn wir Menschen in ihrer ganzen Einzigartigkeit wahrnehmen, weit über einzelne Merkmale hinaus, leisten wir einen entscheidenden Beitrag zu einer inklusiveren Stadtverwaltung und Gesellschaft.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Sebastian Bergfeld, Medienprojekt Wuppertal

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