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Klimaschutz

Klimawandel

...jetzt Weichen stellen!

Anpassung an den Klimawandel

Das Klima ändert sich - weltweit und damit auch in Deutschland. Klimaforscher prognostizieren zunehmende Extremwetterereignisse, trockene Sommer und niederschlagsreiche Winter in den kommenden Jahren. Es muss vermehrt mit Starkregenereignissen, Hitzeperioden in den Sommermonaten und mit stärkeren Stürmen in Herbst und Winter gerechnet werden.

Städte reagieren besonders empfindlich auf die Veränderung des Klimas, da sich Bevölkerung und Infrastruktur auf engem Raum konzentrieren. Dies bedeutet, dass gerade urbane Räume aufgrund ihrer hohen Bebauungs- und Bewohnerdichte sowie hoch komplexer Infrastruktur- und Versorgungssysteme als vulnerabel gegenüber Extremereignissen wie beispielsweise Hitzeperioden oder Starkregen einzustufen sind.

Sturm entwurzelt Baum in der Krummacher Straße in Wuppertal

Vor diesem Hintergrund kommt – neben dem Klimaschutz (Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen) – auf die Stadt Wuppertal auch die Aufgabe zu, sich an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels anzupassen, indem Maßnahmen zur Risikovermeidung bzw. Risikominimierung ergriffen werden.

Die nachfolgenden Klimaanpassungsstrategien sollen dabei helfen, die größten Risiken des Klimawandels zu identifizieren und zu bewerten, den möglichen Handlungsbedarf zu benennen sowie konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Mit der Erarbeitung und Umsetzung von Strategien und Maßnahmen zur Klimaanpassung soll die Widerstandsfähigkeit der Stadt Wuppertal gegenüber den identifizierten Auswirkungen der Klimaänderungen erhöht werden. Durch eine frühzeitige, umfassende Berücksichtigung klimatischer Veränderungen können für die Stadt Wuppertal die hohe Lebensqualität, die Standortattraktivität, die Wettbewerbsfähigkeit und die Arbeitsbedingungen langfristig gesichert und nach Möglichkeit weiter gesteigert werden.

Lange, heiße Sommer mit hohen Temperaturen

Seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881 hat die Temperatur in Deutschland im Mittel bereits um über ein Grad Celsius zugenommen. Damit ist der Klimawandel mit belastbaren Daten wissenschaftlich belegbar. Seit 1881 fallen acht der neun wärmsten Jahre in das 21. Jahrhundert. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) stand das Jahr 2018 ganz im Zeichen des Klimawandels. Es präsentierte sich als das wärmste und sonnigste Jahr seit Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen. Auch gehörte es zu den niederschlagsärmsten Jahren seit 1881.

Heiße Tage, Hitzeperioden, Hitzeinseleffekte und mangelnde Nachtabkühlung werden in Zukunft immer häufiger die Gesundheit und die Lebens- und Aufenthaltsqualität in dicht bebauten und besiedelten städtischen Zentren und Quartieren beeinträchtigen. Betroffen sind hiervon nicht nur eine älter werdende Bevölkerung, chronisch Kranke und Kinder, sondern auch die arbeitende Bevölkerung und die Einwohner von Stadtteilen mit geringer Umweltqualität.

Die seit Februar 2019 vorliegende Betroffenheitsanalyse zum Themenfeld “Hitze in der Stadt“PDF-Datei75,27 MB gibt Auskunft über die

  • räumliche Verteilung der Hitzebelastungen in Wuppertal (aktuell und Zukunfts­szenario 2050)
    sowie
  • die Hitzebetroffenheit (insbesondere für älteren Menschen und Kindern).

Diese Ergebnisse fließen in die Handlungskarte Klimaanpassung ein. In dieser Karte werden alle Flächen ausgewiesen, die momentan oder auf das Zukunftsszenario 2050 bezogen ein Konfliktpotenzial bezüglich Hitze aufweisen.

Übersichtskarte Hitzezonen in der Stadt Wuppertal

Die Handlungskarte wird ergänzt um einen Maßnahmenkatalog in Form von Steckbriefen. Diese werden jeweils der Stadt-, Quartiers- oder Gebäudeebene zugeordnet. Ergänzend hierzu werden auch Anpassungsmaßnahmen auf der Verhaltensebene genannt.

Das Gutachten zur Hitzebetroffenheit fließt in das ab März 2019 unter der Federführung der Koordinierungsstelle Klimaschutz zu erarbeitende Integrierte Klimaschutzkonzept mit dem Schwerpunkt Klimaanpassung als eine relevante Arbeitsgrundlage mit ein. In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Akteuren werden dann die erforderlichen Strategien und Maßnahmen – vor allem quartiersbezogen - weiterentwickelt. Hierbei sind effektive Maßnahmen zur Hitze- und Gesundheitsvorsorge Teil einer vorausschauenden Klimaanpassung. Sie erfordern eine fachgebietsübergreifende Zusammenarbeit der relevanten Akteure unter Einbindung der möglichen Betroffenen von Beginn an. Hierbei kann gegebenenfalls auch auf bestehende Netzwerke im Gesundheits-, Sozial- und Pflegebereich und in den Quartieren zurückgegriffen werden.

Frau Ute Bücker
Fachreferent/in

Starkregenereignisse

Mehrere Starkregenereignisse in den letzten Jahren – insbesondere die Ereignisse vom 29. Mai und 10. Juni 2018 sind vielen Wuppertaler Bürger*innen noch deutlich in ihrer Stärke und Ausmaß in Erinnerung.


Mirker Bach: begradigter Bachlauf
Mirker Bach: Überflutung nach Starkregenereignis am 29.05.2018

Gemeinsam mit den Wuppertaler Stadtwerken (WSW Energie & Wasser AG) wurden für die Stadt Wuppertal Starkregengefahrenkarten erstellt, um über mögliche Gefahren zu informieren. Die Karten zeigen Bereiche im Stadtgebiet, die durch Starkregen besonders betroffen sein können. Die Ergebnisse dieser Starkregengefahrenkarten resultieren aus Modellrechnungen, sodass es sich hierbei nicht um tatsächlich gemessene Wasserstände handelt. Im Dezember 2018 wurden die Starkregengefahrenkarten der Öffentlichkeit vorgestellt und sind seitdem online abrufbar. 


Kartenausschnitt Starkregengefahrenkarte

Die nächsten Arbeitsschritte werden eine Risikoanalyse auf der Basis der sensiblen Infrastruktur, ein Handlungskonzept und eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit sein. Diese Ergebnisse fließen – vergleichbar mit der Handlungskarte zum Thema “Hitze in der Stadt“ - auch in das ab März 2019 zu erarbeitende Integrierte Klimaschutzkonzept mit dem Schwerpunkt Klimaanpassung der Stadt Wuppertal mit ein.

Stadt Wuppertal / WSW Energie & Wasser AG

Klimaanpassung von Unternehmen

Auch für die Industrie- und Gewerbebetriebe im Bergischen Land spielen der Klimawandel und seine Folgen eine Rolle, da sich Gewerbebetriebe künftig über ihre Anfälligkeit gegenüber unvermeidbaren Klimafolgen Gedanken machen müssen. Insbesondere extreme Wetterlagen wie Hitzewellen, Stürme und Starkniederschläge werden künftig häufiger und intensiver werden.  Durch eine frühzeitige Anpassung an diese Folgen können Unternehmen die Prozess- und Standortsicherheit erhöhen und Schadens- und Liquiditätsrisiken vermindern. Die Anfälligkeit eines Gewerbebetriebes gegenüber Wetterextremen ist allerdings je nach Branche unterschiedlich und abhängig von der Lage, den baulichen Eigenschaften und den Lieferkettenbeziehungen eines Betriebes. Unsichere Klimaprognosen, fehlende Ressourcen und mangelndes Wissen über Anpassungsoptionen erschweren häufig unternehmerische Investitionsentscheidungen zur Risikovorsorge.

Verschmutzte Gewerbefläche nach Starkregen am 29.05.2018

Mit Hilfe des Leitfadens “Gewerbeflächen im Klimawandel“ erhalten Gewerbebetreibende praxisnah eine erste Einschätzung zu ihrer Situation, mit welchen Vorsorgemaßnahmen ihre Verwundbarkeit reduziert werden kann und welche Chancen sich aus einer solchen Anpassung für die Unternehmen ergeben. Der Leitfaden steht Ihnen als Download zur Verfügung oder kann als Druckexemplar bei der Koordinierungsstelle der Stadt Wuppertal unter der Email-Adresse ute.bueckerstadt.wuppertalde bestellt werden.

Folgende Materialien stellen wir Ihnen zur Verfügung.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

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