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Klimaschutz WuppertalEnergieeffizienz

Großes Interesse an PV-Anlagen auf Gewerbedächern

zeigte sich beim Info-Abend am 23. März 2023

Rund 50 Vertreter*innen der lokalen Wirtschaft informierten sich über Chancen und Herausforderung beim Einsatz von PV-Anlagen auf Gewerbedächern. Die Berger-Gruppe und die WSW gaben Einblicke in ihre Projekte. 

In Zeiten steigender Energiepreise ist eine zuverlässige, bezahlbare Stromversorgung für Unternehmen überlebensnotwendig. Mit der Produktion von Solarstrom auf dem eigenen Gewerbedach erlangen Unternehmen nicht nur mehr Unabhängigkeit und Wirtschaftlichkeit bei ihrer Stromversorgung, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, den sie öffentlichkeitswirksam nutzbar machen können.

Dass das Thema auf offene Ohren bei den Wuppertaler Unternehmen stößt, zeigte sich beim Info-Abend am 23. März 2023. Rund 50 Teilnehmer*innen folgten der Einladung von NRW.Energy4Climate (Öffnet in einem neuen Tab), der Bergischen IHK (Öffnet in einem neuen Tab), der Stadt Wuppertal (Öffnet in einem neuen Tab) und der Wirtschaftsförderung (Öffnet in einem neuen Tab). Unter dem Motto „Mehr Photovoltaik auf Gewerbedächern“ gab es Fachvorträge, aber auch Diskussionsspielraum über Chancen, Umsetzungsmöglichkeiten sowie mögliche Hindernisse beim Einsatz von PV-Anlagen.

Die Berger-Gruppe aus der Kohlfurth präsentierte sich als Gastgeber. Eine Location, die nicht besser hätte passen können. Schließlich installierte das Unternehmen, das im Spezialmaschinenbau tätig ist, kürzlich Wuppertals drittgrößte Photovoltaikanlage mit ca. 5000 Quadratmeter Fläche auf seinen Dächern. 

Vor der Planung den Bedarf klären 
Ewald Schäfer von der Energieberatungsagentur EANRW (Öffnet in einem neuen Tab) vermittelte zunächst Grundwissen über Solarzellen und ihre Leistungsfähigkeit. Je nach Dachbeschaffenheit, Lage und Umwelteinflüsse sind verschiedene Modelle und Montagemöglichkeiten denkbar. Um eine Anlage zu planen, die wirklich zum Bedarf des Unternehmens passt, hat der Experte einen Tipp: „Nehmen Sie sich eine Woche Zeit und sammeln Sie alle Informationen über Ihren Stromverbrauch, um ein genaues Bedarfsprofil zu erstellen“. Neben den Fragen, ob das Gebäude die Voraussetzungen für die PV-Installation erfüllt, gilt es weitere Themen im Vorfeld zu klären. Unter anderem zur angepeilten Leistung. Wieviel Eigenbedarf kann abgedeckt werden und welchen Anteil möchte man ins Netz einspeisen? Wichtig ist auch die Frage nach der Finanzierung. Auch hier gibt es mehrere Möglichkeiten, von der Eigeninvestition über ein Pachtmodell bis zur Direktlieferung über einen Drittanbieter. Viel Aufwand der im Vorfeld nötig ist, aber: „Eine PV-Anlage lohnt sich, wenn man dadurch seinen Eigenbedarf decken kann. Die derzeitigen Strompreise machen es wirtschaftlich“, so Schäfer. Zudem bieten Förderprogramme aus Landesebene wie „progress.nrw (Öffnet in einem neuen Tab)“ und auf Bundesebene das Programm „Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) (Öffnet in einem neuen Tab)“ Möglichkeiten, finanzielle Zuschüsse zu erhalten. Zum Beispiel für Beratungsleistungen und der Konzepterstellung für eine PV-Anlage. Auch ein Blick in das Starterpaket Klimaneutraler Mittelstand (Öffnet in einem neuen Tab) lohnt sich. 

PV im Bestand: Auf Gegebenheiten reagieren 
Von der Theorie in die Praxis ging es im zweiten Themenblock. Geschäftsführer Dr. Michael Groß und Prokurist Thomas Rath von der Berger-Gruppe (Öffnet in einem neuen Tab) gaben den Gästen Einblicke, wie in ihrem Unternehmen das „Großprojekt Photovoltaik“ realisiert wurde. Die Installation auf einer Bestandsimmobilie, die seit der Unternehmensgründung 1957 vielfach durch An- und Umbauten verändert wurde, brachte einige Herausforderungen mit sich. Schließlich müssen viele Auflagen und Anforderungen erfüllt werden. Vom Umgang mit unterschiedlichen Dachwinkeln bis zur Einhaltung der Brandschutzvorschriften bei der Kabelführung – Thomas Rath, der das Projekt leitete, musste viel Detail- und Kommunikationsarbeit leisten. An vielen Stellen war auch Geduld gefragt. Auf die Frage aus dem Publikum, ob er ein solches Projekt wieder durchführen wurde, antwortete Rath aber mit einem klaren Ja. Michael Groß fügte hinzu, dass bei der Berger-Gruppe nicht allein die Frage nach der Wirtschaftlichkeit ausschlaggebend für die Entscheidung nach einer PV-Anlage gewesen sei. Stattdessen wolle man sich nachhaltiger aufstellen, um „einen Beitrag für die nächste Generation zu leisten“, so Groß. Das Familienunternehmen in dritter Generation deckt nun knapp die Hälfte seines Energiebedarfs aus seiner eigenen PV-Anlage decken. Das sind rund 40 Prozent der Energieleistung, die die Anlage erzeugt. Die übrigen 60 Prozent werden ins Netz eingespeist und können um die 100 Haushalte versorgen. 

PV im Neubau: Bei der Planung mitdenken
Anders als im Bestand gibt es im Neubau mehr Möglichkeiten, um auf die Anforderungen einer PV-Anlage zu reagieren. Davon berichtete Adrian Schrewe von den Wuppertaler Stadtwerken (Öffnet in einem neuen Tab). Der Rohbau der neuen WSW-Zentrale an der Bromberger Straße ist fast fertig gestellt. Neben einer PV-Anlage auf dem Dach sind auch Module an der Fassade geplant. Insgesamt soll ein Autokratiegrad von 16 Prozent bei der Stromversorgung erreicht werden. „Man konfiguriert kein Gebäude für eine PV-Anlage, sondern prüft, was mit den Plänen vereinbar ist“, so Schrewe. Trotzdem gibt es natürlich etwas Spielraum, zum Beispiel bei der Anordnung von Klimaanlagen und Lüftungsschächten, die der PV-Anlage nicht im Weg sein dürfen. Auch eine Dachbepflanzung lässt sich zusammen mit einer Solaranlage planen. Es müssen nur einige Faktoren mehr bedacht werden wie eine geeignete Unterkonstruktion oder die Art der Bepflanzung. Auch die Zugänglichkeit zum Dach für Wartungsarbeiten und Kontrollgänge sowie eine notwendige Absturzsicherung sind Themen, die bereits bei der Bauplanung eine Rolle spielen.     

Weitere Veranstaltungen geplant
Zahlreiche Nachfragen aus dem bunt gemischten Publikum zeugten von dem großen Interesse an der Thematik. Unternehmensvertreter*innen aus Metallverarbeitung und Werkzeugbau nahmen ebenso teil wie Großhandel und Handwerk. Als Reaktion auf die starke Nachfrage bieten die Organisatoren eine weitere Veranstaltung am 22. Mai von 17-19:00 Uhr an. Interessierte können sich unter dem folgenden Link anmelden: Mehr Photovoltaik auf Gewerbedächern - Wuppertal (Öffnet in einem neuen Tab) 

 

Kontakte: 

 

Info-Material: 

Ein Leitfaden zu PV-Anlagen für Unternehmen steht bei NRW.Energy4Climate online zur Verfügung:

Photovoltaik für Unternehmen - Leitfaden (Öffnet in einem neuen Tab)

Zur Information noch der Hinweis auf zwei Programme, die Unternehmen bei der Klimafolgenanpassung unterstützt:

Ökoprofit Bergisches Städtedreieck: Startseite (Öffnet in einem neuen Tab)

KLIMA-PROFIT NRW: Umweltministerium unterstützt Unternehmen bei der Klimafolgenanpassung (Öffnet in einem neuen Tab)

 

Fördermittel des Bundes

Dank der Fördermittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz sowie der Nationalen Klimaschutzinitiative startete im September 2021 das Vorhaben "KSI: Klimamanagement Stadt Wuppertal, Umsetzung des vorliegenden Klimaschutzkonzeptes mit integriertem Handlungsfeld Anpassung an den Klimawandel". 

Für die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes ist der Zeitraum 01.09.2021 bis 31.08.2024 vorgesehen (Förderkennzeichen: 67K15165).

Kontakt

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

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