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Kulturbüro

Alles neu macht der November: Planen in Zeiten von Corona

„Berührungen“, so der Begleittitel der Wuppertaler Literatur Biennale, der im Laufe des Jahres an Aktualität und schmerzlicher Ironie nicht mehr hätte gewinnen können. Seit unserer Absage des Festivals im März haben wir an einem Kurzprogramm geplant und gefeilt. Dabei schlugen mehrere Herzen in unserer Corona-gebeutelten Brust: Der sehnliche Wunsch nach Kulturveranstaltungen, die Menschen live und in Farbe in der geteilten Liebe zu Musik, Literatur oder Kunst zusammenbringen – und gleichzeitig das Pflichtgefühl, gerade als kommunale Einrichtung verantwortungsvoll zu handeln.

So war jeder Tag ein Ringen mit den stündlich wechselnden Vorgaben, ein ständiges Suchen nach alternativen Lösungen. Aber Eines stand fest: Absagen ist nicht! Doch auf wann verschieben? Sommer? Nein, bis dahin ist alles noch zu ungewiss. Nach den Sommerferien? Da schnellen die Zahlen sicher wieder hoch. Herbst? Da wollen doch dann alle ihre Veranstaltungen nachholen. Anfang November? Klingt gut? Von wegen.

Nun also wieder Lockdown. Also alle Mühen über Bord werfen und doch absagen? Kommt nicht infrage. Wenn die Biennale-Besucher*innen schon nicht live vor Ort sein können, dann sollen sie zumindest vom heimischen Wohnzimmer aus an unserem Literaturreigen teilhaben können. Weil die vielen Wuppertaler Künstler*innen seit März unermüdlich die Kulturfahne hochhalten. Und wir, die in einigen Fällen zwar beraten, aber nicht immer helfen konnten, wollen unseren Teil dazu beitragen. Jetzt erst recht. Also auf zu neuen Ufern: Wir gehen online. Live und in Farbe. Nur eben: ohne Berührungen.

Julia Wessel

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  • Stadt Wuppertal
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