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Kulturbüro

Wuppertaler Literatur Biennale 3. - 10. September 2022

Wir veranstalten ein Festival für die Begegnung mit zeitgenössischer Literatur.

Wuppertaler Literatur Biennale 2022

Die sechste Ausgabe der Wuppertaler Literatur Biennale wird zwischen dem 3. und 10. September 2022 unter dem Motto „Zuschreibungen. Geschichten von Identität“ stattfinden.

Zum Thema der Wuppertaler Literatur Biennale 2022

Die Frage danach, »wer wir sind«, beschäftigt uns als Individuen wie als Gemeinschaften seit Menschengedenken. Von »Identität« im modernen Sinn spricht die Sozialpsychologie erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Wir beschreiben diese mit kollektiven Kategorien wie Religion, Nationalität, Hautfarbe, Klasse, Kultur oder Geschlecht – politischen Kategorien der Zugehörigkeit wie der Abgrenzung, die ihre moderne Gestalt im 19. Jahrhundert erhielten. Sie prägen unser Denken und Handeln bis heute, und es gilt mehr denn je, sie zu hinterfragen. Wirkmächtig und umkämpft wie nie, führen sie in die heikelsten Debatten unserer Zeit.

In seinem Buch »Identitäten« zeigt der Philosoph Kwame Anthony Appiah, wie paradox jene Zuschreibungen oftmals sind und beschreibt sie als »Fiktionen der Zugehörigkeit«. Die Erkenntnis, »dass Identität durch Wandel überlebt – und sogar nur durch Wandel überleben kann –«, so Appiah, kann uns den Weg weisen: »Identität erweist sich als ein Tun, nicht als ein Ding. Und es ist das Wesen jeglichen Tuns, Veränderungen hervorzubringen.« Identitäten sind also wandelbar und müssen es sein. Sie leben in der Geschichte und in Geschichten.

Geschichten sind Kern unserer Identität. Der Literatur und ihrem Vermögen, die Perspektiven zu wechseln, kommt in diesem Zusammenhang eine herausragende Bedeutung zu. Sie vermag es, Zuschreibungen von außen zu hinterfragen und zu überzeichnen, Identitäten zu konstruieren und aufzulösen; und auch das Schreiben »auf der Suche nach der verlorenen Zeit«, auf ein fragmentiertes Selbst hin, kann als ein Akt des Zuschreibens verstanden werden.

Mit der Wuppertaler Literatur Biennale 2022 und ihrem Motto »Zuschreibungen« möchten wir vom 3. bis 10. September Autor*innen mit möglichst unterschiedlichen Blickwinkeln einladen, welche die Debatten zur Identitätspolitik bereichern. Sie alle schärfen unseren Blick darauf, was es heißt, heute Mensch zu sein.

Pressekontakt

Preis der Wuppertaler Literatur Biennale

Zentraler Bestandteil der Literatur Biennale ist seit 2014 die Vergabe eines Nachwuchspreises an junge Autor*innen, der vom Kulturbüro ausgeschrieben und von der Kunststiftung NRW gefördert wird. Aufgerufen werden Bewerber*innen im Alter bis zu 35 Jahren aus dem deutschsprachigen Raum, die bereits in Buchform oder Zeitschriften veröffentlicht haben. Eine fünfköpfige Jury wählt unter den eingesendeten, jeweils etwa zehnseitigen Erzähltexten die drei Gewinner*innen aus.

Der Preis der Wuppertaler Literatur Biennale ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert – davon 3.000 Euro für den Hauptpreis und jeweils 1.000 Euro für zwei Förderpreise. Bei der Literatur Biennale 2022 wurde der Hauptpreis an Annika Domainko für den Text „Teilchenschauer“ vergeben, den Förderpreis erhielten Emily Jeuckens und Katrin Krause. Inzwischen hat sich der Preis der Wuppertaler Literatur Biennale als Sprungbrett für den literarischen Nachwuchs erwiesen.


Zur Wuppertaler Literatur Biennale

Die Wuppertaler Literatur Biennale holt seit 2012 international renommierte Autor*innen in die Stadt und bindet zugleich die Wuppertaler Literaturverbände und Schriftsteller*innen in das Festival ein. Diese Melange aus internationalem Anspruch und regionaler Verwurzelung hat sich als Konzept bewährt und die Wuppertaler Literatur Biennale zu einer etablierten Literaturveranstaltung in Nordrhein-Westfalen avancieren lassen.

Im Zweijahresrhythmus beleuchtet das Festival jeweils aus literarischer Perspektive zehn Tage lang an unterschiedlichen Orten in der Stadt ein brisantes aktuelles Thema: Freiheit (2012), unterwegs nach Europa (2014), Utopie Heimat (2016), #SchönLügen (2018) und Berührungen. Tier – Mensch – Maschine (2020).

Die jeweilige Programmentwicklung erfolgt unter Federführung des Kulturbüros gemeinsam mit einem Team aus Literaturexpert*innen.

Gefördert wird die Wuppertaler Literatur Biennale vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, der Kunststiftung NRW, der Dr. Werner Jackstädt-Stiftung, der Stadtsparkasse Wuppertal und der Firma Knipex. Das Kulturbüro beteiligt sich mit einem Eigenanteil.

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Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal
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