Der zeitgenössische Tanz nimmt in der Kulturlandschaft Wuppertals seit jeher eine zentrale Rolle ein – nicht zuletzt dank des Tanztheaters Pina Bausch, das die Stadt weltweit als Ort des Tanzes bekannt gemacht hat. In diesem Sinne beteiligte sich Wuppertal auch 2025 erneut an der überregionalen Plattform tanz nrw, die biennal vielfältige choreografische Positionen aus Nordrhein-Westfalen präsentiert.
Vom 8. bis 18. Mai fand die zehnte Ausgabe des Festivals statt und brachte Produktionen aus ganz NRW in insgesamt neun Städte, darunter auch nach Wuppertal. Realisiert wurde das lokale Festivalprogramm vom Kulturbüro Wuppertal in Zusammenarbeit mit Thusnelda Mercy und Pascal Merighi von der Tanz Station – Barmer Bahnhof.
Am ersten Festivalsonntag, den 11. Mai, bespielte die DIN A13 tanzcompany, mit einem umgebauten violetten Container die Außenfläche der Utopiastadt. In „Myspace SAFEspace NOspace“ wurde ausgelotet, wie Safe Spaces für marginalisierte Gruppen von verschiedenen Menschen erlebt und wahrgenommen werden.
Direkt im Anschluss zeigte der serbische Choreograf Darko Radosavljev seine eindringliche Solo-Performance „Salaš – a working tale“ in der INSEL. Das Stück befasste sich mit Mythen und Geschichten aus seinem Herkunftsland sowie der Suche nach einem Raum zwischen der Tradition seiner Großmutter und dem eigenen Aufwachsen in Deutschland.
Am 14. und 15. Mai verwandelte schließlich die Emanuele Soavi incompany mit „THE DAY I BECAME A CLOUD“ das zukünftige Pina Bausch Zentrum in einen atmosphärischen Parcours aus Tanz, Performance und Sprache. In einer eindrucksvollen Soundinstallation tauchten die Zuschauenden in einen ungewöhnlichen Performanceraum ein, der die Frage stellte, wie wir als Individuen und Kollektive, als Künstler*innen und als Menschen sichtbar sein und bleiben können.
Neben den abendfüllenden Stücken erhielten erneut zwei Nachwuchs-Kollektive im Rahmen der SPRUNGBRETT-Residenzen Raum für ihre Arbeiten. Nach zweiwöchigen Arbeitsphasen in Münster und Essen präsentierten die Stipendiat*innen ihre Rechercheergebnisse unter anderem zur Festivaleröffnung in der Tanz Station in Wuppertal.
Abgerundet wurde das Programm durch ein Vermittlungsangebot für Schüler*innen im zukünftigen Pina Bausch Zentrum sowie einen Abschlussworkshop mit Emanuele Soavi am letzten Festivaltag in der Tanz Station. Die 10. Edition von tanz nrw unterstrich damit eindrucksvoll die Lebendigkeit und Vielfalt der Tanzszene in Wuppertal – und markierte zugleich ein stolzes Jubiläum für das Festival, das seit 20 Jahren die freie Tanzszene in NRW prägt und fördert.
Ein herzlicher Dank gilt allen beteiligten Künstler*innen, Partner*innen und Spielstätten, die mit großem Engagement zum Gelingen des Festivals beigetragen haben. Wir freuen uns bereits jetzt auf die nächste Ausgabe von tanz nrw im Jahr 2027!
Das Festival tanz nrw 25 wurde durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW sowie Aktion MENSCH gefördert. Das Programm in Wuppertal wurde durch das Kulturbüro Wuppertal, die Stadtsparkasse und die Firma Knipex ermöglicht.